Gaming-Monitore: Panel-Typen IPS, TN und VA

Special Antonio Funes
Gaming-Monitore: Panel-Typen IPS, TN und VA
Quelle: iiyama

Wir klären rund um Gaming-Monitore Begriffe wie Diagonale, Auflösung, IPS, TN, VA, OLED, Freesync und mehr sowie 80 Monitore in einer Marktübersicht.

Display-Arten: IPS, TN, VA und OLED

Auf dem Monitor-Markt sind vier Techniken für die Displays verbreitet: IPS, TN, VA sowie OLED. Die drei erstgenannten Display-Techniken erklären wir euch gleich im Detail, zu OLED kommen wir auf der nächsten Seite. Bei den drei Techniken IPS, TN und VA besteht ein Pixel aus drei Subpixeln, die jeweils für die Farben Rot, Grün oder Blau zuständig sind.

Dabei leuchtet eine Hintergrundbeleuchtung im hinteren Teil des Monitors die aus Flüssigkeitskristallen bestehenden Subpixel an, die abhängig von der anliegenden elektrischer Spannung ihre Position verändern und dadurch mehr oder weniger des Lichts zum Nutzer durchlassen und somit mehr oder weniger hell in Rot, Grün oder Blau leuchten.

Aus dem Mix der drei Farben entsteht dann für den Nutzer der Eindruck, dass das Gesamtpixel in einer konkreten Farbe leuchtet. Diesen Mix legt man softwareseitig mit den RGB-Werten fest, was einfach nur für Rot-Grün-Blau und die Frage steht, wie hell die jeweilige Farbe sein soll, um als Resultat dann eine bestimmte Farbe zu erzeugen.

Pro Farbe gibt es 256 mögliche Werte von 0 bis 255, was mit dem binären Zahlensystem von Computern zu tun hat (256 = 2 hoch 8). Bei 0-0-0 ist ein Pixel Schwarz, bei 255-255-255 hingegen Weiß. Bei 128-128-128 seht ihr ein Mittelgrau. Durch die jeweils 256 verschiedenen Werte, die für die drei Farben zugewiesen werden können, ergeben sich bis zu 16,8 Millionen mögliche verschiedene Farben.

Bei einem RGB-Wert von beispielsweise 255-255-75 wird vom roten und grünen Subpixel jeweils 100 Prozent des Hintergrundlichts durchgelassen, vom blauen Subpixel hingegen nur etwa 30 Prozent (75 von 255 = 29,4 Prozent). In diesem Falle entsteht dadurch ein heller Gelbton, in dem das Pixel erstrahlt.

Philips Evnia 5000 27M1N5500ZA Quelle: Philips Philips Evnia 5000 27M1N5500ZA, 27 Zoll, IPS und 170 Hz.

So funktioniert die Lichtdurchlässigkeit

Bei TN-Panels sind es kleine Flüssigkristallstäbchen, die durch die Spannung ihre Position verändern und nach innen wandern, um weniger Licht hindurchzulassen. Allerdings kommt selbst im Maximalfall immer noch im Vergleich zu IPS und VA vergleichsweise viel Hintergrundlicht hindurch, sodass TN-Displays bei der Schwarzdarstellung sowie dem Kontrast typischerweise im Nachteil sind.

Auch die Blickwinkelstabilität ist schwächer, sodass die Pixel beim Verändern eures Blickwinkels zum Beispiel wegen eurer Sitzposition schneller blass erscheinen. Positiv ist bei TN aber, dass die Pixel extrem schnell ihre Farbe wechseln können und die Produktion günstig ist.

Bei IPS-Panels gibt wiederum es dank parallel angeordneter Kristalle deutliche Vorteile beim Blickwinkel, da die Subpixel stets denselben Abstand zum Nutzer haben. IPS arbeitet allerdings vergleichsweise langsam, und die Produktion ist teurer als bei TN (und auch als bei VA).

Ein guter Kompromiss sind daher VA-Panels (je nach Hersteller auch PVA oder MVA) - hierbei sind die Kristalle vertikal angeordnet und drehen sich, um weniger Licht durchzulassen. Die Schwarz- und Kontrastwerte sind potenziell noch besser als bei IPS, die Farbwechsel sind zudem etwas flotter. Dafür gelten IPS-Panels als farbtreuer. Die folgende Tabelle schlüsselt euch die Stärken und Schwächen der drei Paneltypen auf:

Panel-Typ Reaktionszeit Kontrast Farbtreue Blickwinkel
IPS Gut bis sehr gut Gut Sehr gut stabil
TN Sehr gut Mittel bis gut Mittel anfällig
VA Mittel bis sehr gut Sehr gut Gut stabil

Wichtig zu wissen ist, dass die Vorteile oftmals nur sehr gering ausfallen - es gibt TN-Monitore, die einen besseren Bildeindruck hinterlassen als manche schwächere VA-Modelle, und die an sich bei der Farbtreue überlegende IPS-Technik kann bei manchen Modellen auch im Vergleich zu guten VA-Monitoren schwächeln.

Besonders wichtig für Gamer: Bei Schnelligkeit (Reaktionszeit) und Bildwiederholfrequenz sind IPS und VA schon längst TN ebenbürtig, ohne massiv teurer zu sein. Daher sind die meisten Gamingmonitore inzwischen mit VA- oder IPS-Panels versehen. TN kommt für Spieler an sich nur noch infrage, wenn es beim Budget auf jeden Euro ankommt.

  1. Seite 1 Gaming-Monitore: Diagonalen und Auflösungen
  2. Seite 2 Gaming-Monitore: Panel-Typen IPS, TN und VA
  3. Seite 3 Gaming-Monitore: OLED-Displays
  4. Seite 4 Gaming-Monitore: Bildwiederholfrequenz und Sync-Techniken
  5. Seite 5 Gaming-Monitore: OLED-TVs und Marktübersicht mit 80 Gaming-Monitoren
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