Wir schauen uns die Leistung des Ryzen 9 9900X und 9950X sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Gaming an und geben euch aktuelle CPU-Kaufempfehlungen.
Strombedarf
Eine CPU-Volllast kommt, wenn überhaupt, nur in bestimmten Anwendungen oder Anwendungsbenchmarks vor. Die beiden neuen Ryzen 9-CPUs benötigen dabei trotz der Top-Anwendungsleistung weniger Strom als die Konkurrenz, nämlich etwa 165 Watt (9900X) beziehungsweise etwa 200 Watt (9950X). Die Intel-Modelle Core i7-14700K(F) und Core i9-14900K(F) sowie auch der AMD Ryzen 9 7950X benötigen hingegen deutlich über 200 Watt, der Core i9 sogar bis zu etwa 280 Watt.
Dem Ryzen 9 9950X hilft dabei auch ein Powerlimit von 200 Watt - eventuell wäre die CPU ohne das Limit noch einen Tick schneller. Die 200 Watt liegen 30 Watt über der TDP, was ein weiteres Mal zeigt, dass letztere nur ein Richtwert für die maximale Abwärme ist und eben nicht dem exakten Strombedarf entspricht.
In Spielen kommt keine Volllast zustande, weswegen der Spielestrombedarf bei den CPUs niedriger ausfällt. Bei Gaming stehen die beiden neuen Ryzen 9-CPUs mit 130 und 140 Watt besser da als die beiden eben genannten Intel-Modelle sowie in etwa gleichauf mit dem Ryzen 9 7900X gleichauf.
Der Ryzen 5 9600X und Ryzen 7 9700X verbrauchen bei Gaming übrigens beide etwa 80 bis 90 Watt.
Absolut top bleibt aber der Ryzen 7 7800X3D, der trotz seiner überlegenen Spieleleistung einen Strombedarf von gerade einmal etwa 70 Watt beim Spielen hat - nur halb so viel wie der Ryzen 9 9950X, der euch somit bei einer Stunde Gaming pro Tag etwa 10 Euro mehr Stromkosten pro Jahr verursacht (Strompreis: 40 Cent pro Kilowattstunde).
Der 7800X3D liegt damit auf oder sogar unter dem Strombedarfslevel von Einsteiger-CPUs wie den deutlich langsameren AMD Ryzen 5 5600X und Intel Core i5-12400F.
Preis-Leistung nach Ryzen 9000-Release
Für unsere Preis-Leistungs-Übersicht, die sich nur auf die Gaming-Leistung bezieht, haben wir die vier neuen Ryzen 9000 sowie einige Konkurrenten und auch einige für den Kauf empfehlenswerte günstigere CPUs in einer grafischen Preis-Leistungs-Übersicht zusammengestellt.
An der Grafik erkennt ihr gut, welche CPUs für euer Budget infrage kommen. Die neuen Ryzen 9000-Modelle schneiden dabei bis auf den 9600X eher mäßig ab, was wir gleich auch noch in Textform zusammenfassen werden. Zuerst aber seht ihr hier die aktuelle Lage, Stand 16. August (12 Uhr), als Grafik mit den Leistungs-Werten sowie den PL-Werten (PL = Preis-Leistung), wobei ein kleinerer PL-Wert besser ist:
Quelle: Antonio Funes
Preis-Leistung Ryzen 9000 und weitere
Für den Ryzen 9 9950X mussten wir den PL-Balken grafisch kürzen, da der Wert mit 161 fernab der üblichen Werte ist. Anhand der Grafik seht ihr, dass für reine Gaming-Fans nur der Ryzen 5 9600X bei aktueller Preislage für seine 300 Euro einen Kauf wert sein kann.
Allerdings kostet der ähnlich schnelle Intel Core i5-13600KF derzeit nur 240 bis 260 Euro. Was starke Gaming-CPUs ab 250 Euro betrifft, so kommt man nicht am Ryzen 7 7800X3D für 365 Euro vorbei. Ein etwas schwächerer, aber preislich auch günstigerer Konkurrent für den 7800X3D ist allenfalls der Core i5-14600KF für 300 Euro, der aber stromhungriger ist.
Schauen wir wiederum auf Prozessoren, die schwächer als ein Ryzen 5 9600X oder Intel Core i5-13600KF sind, dann kommen wir direkt zum Preisbereich von maximal 200 Euro. Dort rangiert der Ryzen 7 5700X3D für den Sockel AM4 als guter Gaming-Tipp für 200 Euro, aber auch der ähnlich teure Ryzen 5 7600X für den Sockel AM5 lockt mit der moderneren Gesamtplattform.
Unter 200 Euro gibt es gleich mehrere CPUs, die je nach Budget infrage kommen. Für einen absoluten Budget-PC ist es der Core i3-12100F, es folgen der Core i5-12400F und Ryzen 5 5600X und der Ryzen 7 5700X. Bei den Intel-CPUs empfehlen wir übrigens stets die F- oder KF-Modelle, die keine IGP haben und daher ein paar Euro günstiger sind als Modelle wie der normale Core i5-12400 oder Core i5-13600K.
