Hardware-Neuheiten 2017 - das erwartet uns im nächsten Jahr

Special Antonio Funes
Hardware-Neuheiten 2017 - das erwartet uns im nächsten Jahr
Quelle: PC Games

Das Jahr 2016 hat viel Bewegung auf dem Grafikkartenmarkt gebracht. Doch was können wir für 2017 im Bereich der Hardware, vor allem für Gamer erwarten? Es gibt einige Dinge, die definitiv für 2017 anstehen, aber wir blicken auch auf mögliche allgemeine Trends. Außerdem haben wir auch eine kleine satirische Vorschau vorbereitet.

Vor einer Woche haben wir einen ausführlichen Rückblick auf das Jahr 2016 veröffentlicht - das entsprechende Special findet ihr hier. Zusammenfassend kann man eines mit Fug und Recht behaupten: 2016 war das Jahr des großen Umschwungs auf dem Grafikkartenmarkt.

Nvidia brachte mit der GTX 1070 und 1080 ein Duo auf den Markt, welches die ehemaligen Top-Karten GTX 980 und GTX 980 Ti ins Abseits bugsierte, und die kurz darauf folgende GTX 1060 sorgte dafür, dass die GTX 970, welche seit ihrem Release für über eineinhalb Jahre stur bei Preisen von 300 bis 400 Euro blieb, als Restposten unter 250 Euro verscherbelt werden musste.

Erfolgsmodell Nvidia GTX 1070, hier ein Modell von Gainward Quelle: PC Games Hardware Erfolgsmodell Nvidia GTX 1070, hier ein Modell von Gainward Mit der GTX 1050 Ti, die ab 150 Euro zu haben ist, torpedierte Nvidia die eigene Mittelklassekarte GTX 960, die eigentlich nicht unter 180 Euro zu haben war und schwächer als die GTX 1050 Ti ist. Auch AMD hat - zumindest im Preisbereich unter 350 Euro - mitgemischt. Die RX 480 ähnelt bei Preis und Leistung der Nvidia GTX 1060, und mit der RX 470 ist für 180 bis 220 Euro eine sehr starke Grafikkarte auf dem Markt, die ihren Preis im Vergleich zur Nvidia GTX 1050 Ti absolut wert und nicht weit weg von den Grafikkarten im Preisbereich über 250 Euro ist. Die RX 460 für 130 Euro wiederum ist eine Alternative für diejenigen, denen 150 Euro für eine GTX 1050 Ti immer noch zu viel und die nur zwei Gigbabyte Video-RAM der non-Ti-Version der GTX 1050 zu wenig sind. Doch was erwartet uns im Jahr 2017? Für Spieler sind natürlich primär zwei Kategorien wichtig: Grafikkarten und Prozessoren. Bei anderen Produkten gibt es keinerlei angekündigte Neuheiten, die für eine Mehrheit der Gamer besonders interessant wären. Natürlich wird es eine Menge neuer Monitore, Mäuse, Tastaturen und mehr geben, aber abseits von CPUs und Grafikkarten werden wir vor allem einen Ausblick auf allgemeine Trends und Entwicklungen werfen, die wir für die kommenden 12 Monate erwarten, wie zum Beispiel auch Virtual Reality. Zudem wartet ganz zum Schluss unseres Specials eine augenzwinkernde Hellseher-Vorschau auf euch.

Neue Prozessoren und Sockel

2016 konnte Intel mit dem Sockel 1151 den Mainstream-Sektor erfolgreich verteidigen. Mit Mainstream meinen wir keine schnöden Mittelklasse-CPUs, im Gegenteil: für Spieler werden Prozessoren wie der Core i5-6500 oder Core i7-6700 für viele Jahre völlig ausreichen, um alle Games auf hohen Details darstellen zu können, solange nur die Grafikkarte stark genug ist. Mit Mainstream ist eher der Kostenaufwand bei der Anschaffung gemeint, denn der High-End-Sockel 2011-3 ist selbst beim günstigsten Einstieg deutlich teurer als ein Core i7-6700K inklusive Sockel 1151-Übertakter-Mainboard, ohne dabei aber in Spielen schneller zu sein.

Der bei Übertaktern beliebte Core i7-6700K bekommt den etwas stärkeren Core i7-7700K aus der Kaby Lake-Familie als Cousin hinzu. Quelle: PC Games Hardware Der bei Übertaktern beliebte Core i7-6700K bekommt den etwas stärkeren Core i7-7700K aus der Kaby Lake-Familie als Cousin hinzu. Lediglich einige wenige spezielle Anwendungen profitieren von dem Mehr an Kernen, die die Sockel 2011-3-CPUs bieten. AMD hatte wiederum den erfolgreichen Intel-CPUs leider wenig entgegenzusetzen. Einzig die günstigen Preise einiger FX-8000er-Modelle sorgten dafür, dass AMD für einige Nutzer, die über ein sehr begrenztes Budget verfügen, eine Alternative sein konnte. Diese Prozessoren sind in den allermeisten Spielen langsamer als ein Intel Core i5, aber bei der Anschaffung lassen sich dafür auch etwa 60 bis 80 Euro sparen. Doch was können wir im Jahr 2017 erwarten? Hier wird Intel vorlegen, aber AMD hat vielversprechende neue Prozessoren in der Warteschlange.

Neue Prozessoren von Intel

Der erfolgreiche Sockel 1151 wird schon bald mit neuen Prozessormodellen bereichert werden, denn nach den Skylake-CPUs steht nun die neue Familie mit dem Namen Kaby Lake parat. Sechs CPUs sind sogar bereits in Onlineshops gelistet - wir haben diese Prozessoren zur besseren Übersicht in einer Tabelle zusammengefasst, in der wir als Vergleich auch vier beliebte Skylake-Modelle eingetragen haben. Die Preise für die neuen Prozessoren sind unter starkem Vorbehalt, da sie zum Teil auf Angeboten basieren, die nur sehr vereinzelt, unter anderem bei eBay verzeichnet sind. Die Spalte OC gibt an, ob die CPU einen frei wählbaren Multiplikator bietet.

CPU-Modell Familie Threads Takt pro Kern Turbotakt OC TDP Preis ab
Core i5-6500 Skylake 4 3,2 GHz 3,6 GHz nein 65W 200 Euro
Core i5-6600K Skylake 4 3,5 GHz 3,9 GHz ja 91W 240 Euro
Core i7-6700 Skylake 8 3,4 GHz 4,0 GHz nein 65W 310 Euro
Core i7-6700K Skylake 8 4,0 GHz 4,2 GHz ja 91W 350 Euro
               
Core i5-7400 Kaby Lake 4 3,0 GHz 3,5 GHz nein 65W 220 Euro
Core i5-7500 Kaby Lake 4 3,4 GHz 3,8 GHz nein 65W 230 Euro
Core i5-7600 Kaby Lake 4 3,5 GHz 4,1 GHz nein 65W 260 Euro
Core i5-7600K Kaby Lake 4 3,8 GHz 4,2 GHz ja 91W 280 Euro
Core i7-7700 Kaby Lake 8 3,6 GHz 4,2 GHz nein 65W 360 Euro
Core i7-7700K Kaby Lake 8 4,2 GHz 4,5 GHz ja 91W 400 Euro

Da alle Prozessoren vier Kerne besitzen, haben wir anstelle der Kernanzahl die Anzahl an Threads in die Tabelle eingetragen. Die Core i7-Modelle bieten dank Hyperthreading acht Threads. Viele Parameter der neuen Kaby Lake-Prozessoren unterscheiden sich nicht von der Skylake-Familie, denn es handelt sich nur um ein leichtes Refresh von Skylake: die Fertigung erfolgt ebenfalls mit 14 Nanometern, die TDP (zu erwartende maximale Verlustleistung - eine höhere TDP lässt einen höheren Strombedarf vermuten) liegt wie bei Skylake bei den nicht übertaktbaren Modellen bei 65 Watt, bei den übertaktbaren K-Modellen bei 91 Watt, und auch der L2- sowie L3-Cache wächst bei den neuen CPUs nicht.

Auf dem Papier sind die einzigen Unterschiede beim Takt sowie bei der verwendeten IPG (interne Grafikeinheit) zu finden, außerdem unterstützt die Kaby Lake-Familie standardmäßig DDR4-RAM mit 2400 Megahertz - bei Skylake sind es 2133 Megahertz. Was die Leistung betrifft, muss man natürlich erste Tests abwarten. Da die Architektur aber sehr ähnlich zu Skylake ist und im Vergleich zu Skylake lediglich höhere Taktwerte bei gleicher TDP erlaubt, erwarten wir ein potentielles Plus bei der Leistung, welches dem Mehrtakt entspricht: so könnte beispielsweise ein Core i5-7600 also durch sein Taktplus von fünf bis sechs Prozent im Vergleich zum Core i5-6600 entsprechend auch fünf bis sechs Prozent mehr Leistung aufweisen. Interessant wird dabei natürlich vor allem sein, wie die Preise der Intel-Prozessoren sich nach dem Release der neuen Modelle entwickeln.

Ein Z270-Mainboard der hierzulande nicht bekannten Herstellers Colorful Quelle: Colorful Ein Z270-Mainboard der hierzulande nicht bekannten Herstellers Colorful Die sechs bisher schon gelisteten CPUs sind aber nicht die einzigen Kaby-Lake-CPUs, die neu erscheinen werden: unter anderem wird erstmals auch ein übertaktbarer Core i3, der Core i3-7350K herauskommen, der wie für Core i3-Modelle üblich zwei Kerne und vier Threads bieten wird. Neben den ersten Kaby Lake-CPUs wird es auch neue Mainboard-Chipsätze für den Sockel 1151 geben, unter anderem die Chipsätze Z270 und H270. Erste Mainboards mit den neuen Chipsätzen werden wohl schon im Januar im Handel erhältlich sein. Doch Intel wird 2017 auch einen neuen Sockel bieten: der Sockel R4 soll für Profi-Anforderungen im Sommer oder Herbst erscheinen, als Chipsatz wird der Intel X299 zum Einsatz kommen. Der Sockel R4 beziehungsweise 2066 wird somit zu einer Art Nachfolger des Sockel 2011 und 2011-3. Allerdings mit einer Besonderheit: die teureren Enthusiasten-CPUs mit sechs bis 10 Kernen (12 bis 20 Threads) werden aus der Skylake-X-Familie stammen, es wird aber auch Kaby-Lake-X-Prozessoren geben, die in Sachen Preis und Leistung die K-CPUs für den Sockel 1150 und 1151 ablösen sollen und wie ein Core i7-6700K oder Core i7-4790K vier Kerne sowie acht Threads bieten.

Neue Prozessoren und Sockel von AMD

Da es auf Seiten von Intel bereits einige gelistete CPUs gibt, konnten wir die Vorschau recht ausführlich gestalten. AMD können wir uns nicht so intensiv widmen, da die Prozessoren noch ein wenig auf sich warten lassen. Aber einiges ist bereits bekannt - so wird der neue Sockel als Nachfolger der Sockel AM3 und AM3+ den Namen AM4 tragen.

Nur für besonders Technikinteressierte: Details zur Archtitektur der AMD Zen-CPUs. Quelle: AMD Nur für besonders Technikinteressierte: Details zur Archtitektur der AMD Zen-CPUs. Die entsprechenden CPUs bekommen die mit Zen benannte und von Grund auf neu entwickelte Architektur verpasst. Auch wenn Zen eher für Ruhe und Gelassenheit steht: mit den neuen FX-CPUs für den Sockel AM4 will AMD selbstverständlich Intels Dominanz im Mainstream-Sektor angreifen. Die CPUs selbst tragen als Familiennamen die Bezeichnung Summit Ridge, was so viel bedeutet wie Gipfelrücken - AMD will also offenbar hoch hinaus. Für starke Spiele-PCs wohl weniger interessant, aber ebenfalls für 2017 und den Sockel AM4 angekündigt sind die Bristol Ridge-Modelle der A-Serie, also APU-Modelle, bei denen der Schwerpunkt auf einer relativ starken integrierten Grafikeinheit liegt. Für einen Wohnzimmer-PC, der auch einige nicht besonders anspruchsvolle Spiele darstellen soll, sind die Prozessoren aber vermutlich eine gute Alternative. Unsere Kollegen der PCGamesHardware hatten hierzu in diesem Artikel bereits im September erste Benchmark-Ergebnisse einer koreanischen Website zu einem anstehendem Modell, dem A12-9800 zusammengefasst. Vom beim Sockel AM4 verwendeten DDR4-RAM, was AMD-CPUs erstmals in der Historie unterstützen werden, profitiert vor allem die Grafikleistung der APU.

Grafikkarten

Schon zu Anfang haben wir ja die Entwicklungen bei den Grafikkarten zusammengefasst, die seit Juni 2016 gab. Doch auch für 2017 stehen einige Grafikboliden an, und damit meinen wir nicht nur neue Modellvarianten der bereits erhältlichen Grafikkarten von AMD und Nvidia.

Die AMD Fury X, hier eine Sapphire, nutzt HBM-Speicher. Quelle: PC Games Hardware Die AMD Fury X, hier eine Sapphire, nutzt HBM-Speicher. Wir beginnen mit AMD: in den ersten Monaten des Jahres soll die neue Vega-Generation herauskommen. Viel ist leider noch nicht bekannt, auch keine genaueren Modellnamen. Aber AMD will auf HBM-Speicher setzen, der sehr schnellen und effizienten Grafikspeicher-Variante, die auch schon bei den AMD Fury-Modellen zum Einsatz kam, allerdings in der moderneren Version HBM2. Auf Seiten von Nvidia könnte zuerst eine neue Titan-Grafikkarte erscheinen, etwas später folgt eventuell noch eine Ti-Version der GTX 1080. Es kann allerdings auch sein, dass Nvidia 2017 mit Neuheiten zurückhält und erst für 2018 die nächste Generation (Volta) veröffentlicht. Es gibt schlichtweg keine genauen Infos, aber mehrere Szenarien, die ihr auch bei unseren Kollegen der PCGamesHardware unter die Lupe nehmen könnt. Denkbar ist auch, dass Nvidia seine Neuheiten davan abhängig macht, was die Konkurrenz von AMD an Neuheiten präsentiert.

  1. Seite 1 Vorschau auf das Hardware-Jahr 2017: Prozessoren und Grafikkarten
  2. Seite 2 Vorschau auf das Hardware-Jahr 2017: VR, 4K und mehr plus kleine satirische Vorschau
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