Strombedarf und Netzteile: Effizienz und 80 Plus
Special
Ein moderner Gaming-PC kann bei Last durchaus relativ viel Strom fressen. Doch wie sieht der Strombedarf am Ende wirklich aus? Wie hoch sind die Kosten? Was kann man tun, um trotz Gaming nicht zu viel Strom zu verbrauchen? Dies klären wir in unserem Special und legen dabei auch einen Fokus auf Netzteile, zu denen wir eine kleine Marktübersicht bieten.
Netzteile: Effizienz und 80-Plus
Durch ein effizientes Netzteil spart ihr Strom und schont somit Umwelt und Geldbörse. Letzteres gilt aber nur dann, wenn der Aufpreis für ein effizientes Netzteil nicht zu hoch ist. Doch was genau ist die Effizienz?
In diesem Artikel
- Seite 1 Strombedarf und Netzteile: Stromfresser PC und typischer Bedarf
- Seite 2 Strombedarf und Netzteile: Stromkosten berechnen mit Beispielen und Tabelle
- Seite 3 Strombedarf und Netzteile: Tipps zum Stromsparen
- Seite 4 Strombedarf und Netzteile: Effizienz und 80 Plus
- Seite 5 Strombedarf und Netzteile: Wieviel Watt brauche ich?
- Seite 6 Strombedarf und Netzteile: Marktübersicht Netzteile
- Seite 7 Bildergalerie
Es handelt sich dabei um die Frage, wie viel Prozent des vom Netzteil aus der Steckdose gezogenen Stroms auch wirklich bei den PC-Komponenten ankommt. Denn das Netzteil arbeitet natürlich aktiv und benötigt selbst etwas Strom, vor allem für die Umwandlung der Steckdosenspannung von 230 Volt in die Werte für den PC (3,5 Volt, 5 Volt und 12 Volt).
Bei einer Effizienz von 80 Prozent kommen also von 100 Watt, die das Netzteil aus der Steckdose zieht, 80 Watt bei den PC-Bauteilen an. Man kann auch umgekehrt rechnen: Wenn die PC-Bauteile 100 Watt benötigen, wird ein Netzteil mit einer Effizienz von 80 Prozent genau 125 Watt verbrauchen. Dies ergibt sich, wenn man 100 (Watt) durch 0,8 (also 80 Prozent) teilt. Bei einer Effizienz von 90 Watt sind es nur noch 111,11 Watt, also knapp 14 Watt weniger.
Eine Beispielrechnung: Ist der PC jeden Tag acht Stunden an, kommt man mit 14 Watt Ersparnis pro Jahr auf gute 12 Euro weniger an Stromkosten. Nutzt man sein Netzteil fünf Jahre, wäre also ein Aufpreis von 50 Euro für einen Effizienzunterschied von 10 Prozent mehr als akzeptabel. Nutzt man es länger, lohnt sich der Aufpreis umso mehr - hat man hingegen den PC vielleicht zwar ab und an sogar 10 Stunden lang an, dafür an anderen Tagen vielleicht nur eine Stunde und kommt auf im Durchschnitt nur auf vier statt der vorher als Beispiel genannten acht Stunden pro Tag, so wäre nur noch ein relativ geringer Aufpreis von etwa 20 bis 25 Euro lohnenswert. Wenn der Effizienzunterschied zwischen zwei in Frage kommenden Netzteilen nur bei fünf Prozent liegt, schrumpft die Höhe des lohnenswerten Aufpreises erneut. Ihr seht: Ob sich ein teureres Netzteil lohnt hängt sehr von Eurer individuellen Situation ab.
Quelle: 80plus.org
80 Plus-Label Silver
Um Kunden einen leicht verständlichen Anhaltspunkt zu geben, gibt es das 80 Plus-Label, das verschiedene Effizienzklassen kennzeichnet. Netzteilhersteller können ihre Modelle mit diesem Label zertifizieren lassen, es ist jedoch keine Pflicht. Beim 80 Plus-Label geht es um einen Mix von Effizienzwerten, denn ein Netzteil hat keine konstante Effizienz. Vielmehr ist ein Netzteil bei einer höheren Auslastung oft effizienter als bei einer niedrigen Auslastung, so dass die durchschnittliche Effizienz trügerisch sein kann. Ein Beispiel: Ein bestimmtes 500-Watt-Netzteil hat bei wenig Last, zum Beispiel wenn der PC 100 Watt verbraucht, eine Effizienz von nur 80 Prozent, bei halber Last und voller Last aber 90 Prozent. Im Durchschnitt sind dies knapp 87 Prozent. Ein anderes Netzteil hat nun möglicherweise im Schnitt nur 86 Prozent, die dafür mit 85, 86 und 88 Prozent bei den drei Auslastungsbereichen ausgewogener verteilt sind, so dass man auch beim Surfen, Musikhören und so weiter eine deutlich bessere Effizienz als beim vorigen Beispielnetzteil hat.
Was die 80 Plus-Label betrifft, so wird bei jedem Bereich ein Mindestwert verlangt. Ein Netzteil mit überragenden Werten bei hoher Last, aber einem schwachen Wert bei geringer Last wird nur das schwächste Label, nämlich Bronze erhalten. Die weiteren Label sind (in aufsteigender Reihenfolge) Silver, Gold, Platinum und Titanium. Wir empfehlen Silver oder Gold. Die noch effizienteren Modelle haben oft einen Aufpreis, der sich nur für wenige Nutzer lohnt.
Mit Cybenetics gibt es übrigens inzwischen einen Konkurrenten zu 80 Plus, der ebenfalls Netzteile zertifiziert, wobei es bisher noch nicht besonders viele Modelle sind, die ein solches Label tragen. Bei der Effizienz gibt es von Cybenetics das ETA-Siegel mit den Einstufungen Standard, A-, A, A+ und A++, hinzu kommt das Lautstärkelabel Lambda mit den gleichen Bezeichnungen für Lautstärkelevel, wobei noch die Werte Standard+ und Standard++ hinzukommen. AA++ bekommen nur besonders leise Netzteile.
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