Wir stellen euch Nvidia GeForce Now vor und zeigen, warum andere Dienste wie Shadow und Amazon Luna es schwer haben.
Nvidia GeForce Now
Ein Cloudgamingdienst, der wieder mehr in Richtung Hardware-Miete geht, ist Nvidias GeForce Now. Hier bezahlt ihr per Abo dafür, dass ihr über Nvidia-Server zocken könnt, und je nach Abomodell habt ihr mehr Grafikpower zur Verfügung. Die meisten angebotenen Spiele sind bei Nvidia bereits alle auf den Servern vorinstalliert. Allerdings bietet GeForce Now keine eigenen Spiele an, außer ein paar ohnehin kostenlose Titel - vielmehr müsst ihr ein Spiel für einen der kompatiblen Dienste besitzen.
Mit im Boot sind Steam, Epic, GOG, EA, Xbox, Ubisoft Connect und Battle.net. Ihr verknüpft also das GeForce Now-Abo mit beispielsweise eurem Steam-Account und könnt dann bei GeForce Now alle Spiele starten und spielen, die ihr erstens besitzt und bei denen zweitens auch eine Vereinbarung zwischen Nvidia und dem Spielepublisher besteht, was derzeit mehr als 2200 Titel - siehe die Spieleliste bei Nvidia - betrifft. Kingdom Come: Deliverance II könnt ihr beispielsweise per GeForce Now spielen, wenn ihr es entweder über Steam, Epic oder Xbox besitzt, Anno 117: Pax Romana wiederum hat via GeForce Now eine Verbindung zu Steam und Ubisoft Connect.
Welche Titel welche Kaufplattform voraussetzen, müsst ihr in der oben verlinkten Spieleliste bei GeForce Now nachsehen. Zusätzlich bietet GeForce Now mit "Install-to-play" über weitere 2000 Games, die ihr virtuell auf bis zu 100GB Speicherplatz installieren könnt. GeForce Now bietet euch drei Preismodelle an: Eine Gratis-Version mit Werbung, bei der ihr maximal eine Stunde am Stück bei Full-HD und bis zu 60 FPS spielen könnt, wobei "Install-to-play" nicht verfügbar ist. Für 10,99 Euro pro Monat oder 109,99 Euro pro Jahr gibt es das Performance-Abo, das WQHD (2560x1440 Pixel) bei bis zu 60 FPS bietet.
Pro Gaming-Session sind sechs Stunden am Stück möglich. Für 21,99 Euro pro Monat oder 219,99 Euro pro Jahr gibt es das Ultimate-Abo mit bis zu 5K als Auflösung und acht Stunden pro Gaming-Session am Stück. Derzeit ist zudem das neue James Bond-Spiel "007 First Light" beim Abschluss des Abos als Geschenk mit dabei. 220 Euro pro Jahr sind freilich viel Geld - wenn man bedenkt, dass ihr dafür die Leistung erhaltet, die in etwa einer GeForce RTX 5080 entspricht, relativiert sich dies aber. Würdet ihr die etwas langsamere AMD Radeon RX 9070 XT kaufen, die ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die Nvidia-Konkurrenz hat, müsstet ihr etwa 650 Euro bezahlen - das entspricht fast drei Jahren für das GeForce Now Ultimate-Abo. Nvidia upgradet zudem die Grafikpower alle drei bis vier Jahre.
Quelle: Screenshot Nvidia-Website
Nvidia GeForce Now Spiele
Andere Dienste: Shadow und Luna
Andere Anbieter tun sich derzeit schwer, was unter anderem daran liegt, dass Microsoft, Sony und Nvidia dank ihrer Größe sowie Bekanntheit in Spielerkreisen natürlich einen riesigen Marketing-Vorteil haben. Selbst große Namen helfen nicht immer: Das von Google gestartete Cloudgaming-Projekt Stadia scheiterte krachend und war nur von November 2019 bis Januar 2023 auf dem Markt. Ein alternativer Anbieter, der euch quasi einen starken virtuellen PC vermietet, ist Shadow.
Die Preise zeigen aber die Probleme, die solche Dienste von Nicht-Großkonzernen wegen der aktuell horrenden Speicherpreise haben, die durch einen Boom bei der Nachfrage für KI-Serverhardware entstanden sind: Pro Monat kostet die Stufe Neo 32,99 Euro und bietet nur die GPU-Power einer Nvidia GeForce RTX 4060 sowie 16GB RAM. Die Power-Stufe entspricht einer GeForce RTX 3070 Ti und hat 28GB RAM, sie startet mit 39,99 Euro pro Monat für drei Monate, danach sind es 49,99 Euro pro Monat. In beiden Fällen sind 512GB Speicherplatz mit dabei, und pro Sitzung sind sechs Stunden am Stück möglich. Amazon ist ebenfalls beim Cloudgaming dabei, und zwar mit Luna. In der Premium-Variante sind mehr als 200 Games dabei, allerdings nur wenige aktuellere Blockbuster wie Alan Wake II.
