Soundkarten-Kaufberatung: Dolby Digital Live, DTS Connect, Dolby Headphone und CMSS 3D

Special Antonio Funes

In unserem Special geben wir euch Kauf- und Techniktipps rund um Soundkarten für Spieler. Wir klären, welche Soundkarten für welche Anforderungen sinnvoll sind, und welche Technik-Features ihr wirklich braucht und welche überflüssig sind.

Dolby Digital Live und DTS Connect

Spielesound kann standardmäßig nicht digital als Surroundsound übertragen werden. Denn Spielesound wird live beim Spielen erst berechnet - anders als bei einem DVD-Film, bei dem der Sound ja schon fertig in Surround vorliegt, und zwar als digitaler Datenstrom in Dolby Digital oder DTS. Bei einem Film leitet der PC diesen Datenstrom einfach weiter zum Boxenset oder AV-Receiver, bei einem Spiel aber entsteht standardmäßig digital kein Dolby Digital oder DTS, es wird daher nur Stereo übertragen. Für Surround muss der Sound erst in Echtzeit in ein Dolby Digital oder DTS-Signal eingepackt werden. Genau das erledigen Dolby Digital Live oder DTS Connect. Das Boxenset oder der AV-Receiver empfangen dann entsprechend ein Dolby Digital oder DTS-Signal wie von einem DVD-Film. Wir haben zuvor ja bereits erklärt, dass die Qualität der Soundkarte keine Rolle spielt, wenn man den Sound digital überträgt. Falls ihr also den Sound von Spielen ausschließlich digital übertragen und dabei aber Surroundsound haben wollt, dann greift einfach zur günstigsten Karte, die Dolby Digital Live oder DTS-Connect bietet.

Dolby Headphone und CMSS 3D

Durch geschicktes Umrechnen des im Spiel berechneten Surroundsounds ist es inzwischen möglich, den Sound auf Stereokopfhörern so auszugeben, dass man als Spieler die Geräusche korrekt orten kann. Ein Geräusch scheint also wirklich von "hinten rechts" zu kommen, ein anderes von "vorne rechts", obwohl Creative Soundblaster X-Fi Titanium Fatal1ty Professional Quelle: Archiv Creative Soundblaster X-Fi Titanium Fatal1ty Professional eure Kopfhörer nur Stereosound bieten. Dies funktioniert durch minimale Schwankungen und Verzögerungen der Soundfrequenzen, was einen räumlichen Klang erzeugt. Bei Creative nennt sich diese Technik CMSS 3D, andere Hersteller nutzen dafür Dolby Headphone. Mit normalen Stereoboxen ist dies kaum zu bewerkstelligen, jedenfalls nicht zuverlässig, da der Weg der Schallwellen unberechenbar ist: jedes Zimmer ist anders geschnitten, die Boxen haben andere Abstände zum Spieler, es stehen Gegenstände im Raum oder sogar im Weg der Schallwellen.

Die Schallwellen haben also unberechenbar Wege und reflektieren unterschiedlich, für die Surroundsimulation muss aber das Timing und der Klang aller Schallwellen möglichst perfekt sein. Das wiederum ist auf durch den kurzen Weg vom Kopfhörer zum Ohr und auch da ein Kopfhörer mit dem Ohr ein abgeschottetes System darstellt deutlich einfacher umzusetzen. Daher funktioniert das Prinzip einer Technik wie Dolby Headphone auf Kopfhörern meist sehr gut. Trotzdem ist jedes Ohr anders, das heißt: einige User haben leider keinen Vorteil durch Dolby Headphone oder CMSS 3D, zudem ist der Effekt bei guten Kopfhörern auch besser, da ein klarerer Sound die kleinen Unterschiede besser rüberbringt, die für die Ortung des Sounds wichtig sind.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Soundkarten-Kaufberatung: aktiv, passiv und Kosten
  2. Seite 2 Soundkarten-Kaufberatung: analog, digital und Surround
  3. Seite 3 Soundkarten-Kaufberatung: Dolby Digital Live, DTS Connect, Dolby Headphone und CMSS 3D
  4. Seite 4 Soundkarten-Kaufberatung: Kaufempfehlungen und Tabelle
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