Soundkarten-Kaufberatung: analog, digital und Surround

Special Antonio Funes

In unserem Special geben wir euch Kauf- und Techniktipps rund um Soundkarten für Spieler. Wir klären, welche Soundkarten für welche Anforderungen sinnvoll sind, und welche Technik-Features ihr wirklich braucht und welche überflüssig sind.

Analog, digital und Surround

Der Sound wird zunächst vom PC berechnet oder bei bereits vorhandenen Soundinformationen (zum Beispiel MP3) aus der Datei ausgelesen - diese Daten sind noch digital und werden dann vom sogenannten D/A-Wandler (Digital/Analog-Wandler) in Stromschwankungen "übersetzt", welche von der Soundkarte über ein Kabel zum Boxenset wandern. Dort werden die Stromschwankungen verstärkt und lassen die Membranen in den Lautsprechern vibrieren, um Schallwellen zu erzeugen. Ein möglicher Nachteil dabei ist, dass bei langen Kabelwegen oder auch durch schlechte Kabel ein Rauschen oder Störungen auftreten kann. Für Surroundsound benötigt man zudem gleich drei Kabel: jedes Standardkabel mit einem 3,5mm-Klinkenstecker überträgt Stereosound, also zwei Soundkanäle.

Surroundsound besteht bei 5.1-Sound aus 6 Kanälen, folglich sind drei Kabel nötig, an die man ein entsprechendes aktives Surround-Boxenset anschließt. Viele Soundkarten bieten (wie auch die meisten DVD- und BluRay-Player) aber auch einen digitalen Ausgang. Das heißt: der D/A-Wandler der Soundkarte greift nicht ein, sondern die Sounddaten wandern unbearbeitet als Datenstrom aus der Soundkarte heraus zu einem geeigneten Boxenset oder AV-Receiver. Der Anschluss kann "optisch" sein (meistens Toslink als Steckerform), aber auch "koaxial", was technisch gesehen im Grunde einfach nur ein analoges Kabel mit Mono-Sound ist.

Der Vorteil einer digitalen Übertragung: auf dem Weg verliert das Signal keine Qualität, zudem lässt sich mit nur einem einzigen Kabel Surroundsound übertragen. Der Nachteil: es ist im Boxenset ein Decoder und auch ein D/A-Wandler nötig, der das digitale Signal entschlüsselt und dann selber in Toslink-Stecker Quelle: Archiv Toslink-Stecker Stromschwankungen für die Boxenmembranen umwandelt. Das macht ein Boxenset mit digitalem Eingang natürlich teurer als ein "normales" Boxenset, welches man nur analog ansteuert. Dies führt auch direkt zu einem wichtigen Tipp: falls ihr plant, den Sound digital zu übertragen, dann nutzt euch eine teure Soundkarte nichts. Denn der D/A-Wandler ist das wichtigste beim Klang, aber beim digitalen Übertragungsweg greift der D/A-Wandler der Soundkarte gar nicht ein, sondern die Soundkarte winkt die Daten im Grunde genommen einfach durch. Zudem solltet ihr das Problem mit dem eventuell schlechteren Sound bei analoger Übertragung nicht überbewerten, denn mit einer guten Soundkarte und einem dazu passenden Boxenset sind hörbare Nachteile in aller Regel nicht zu merken. Wer Spielesound trotzdem in Surround auf digitalem Wege übertragen will oder muss, sollte nun aufmerksam das folgende Kapitel lesen.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Soundkarten-Kaufberatung: aktiv, passiv und Kosten
  2. Seite 2 Soundkarten-Kaufberatung: analog, digital und Surround
  3. Seite 3 Soundkarten-Kaufberatung: Dolby Digital Live, DTS Connect, Dolby Headphone und CMSS 3D
  4. Seite 4 Soundkarten-Kaufberatung: Kaufempfehlungen und Tabelle
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