AMD Ryzen 7000: AM5-Mainboards und DDR5-RAM

Special Antonio Funes
AMD Ryzen 7000: AM5-Mainboards und DDR5-RAM
Quelle: AMD

Wir analysieren Leistung und Preis-Leistung der vier neuen Ryzen 7000-CPUs sowie der gesamten neuen Plattform AMD AM5 - der Preis kann zum Problem werden.

Sockel AM5 und Zen 4: Passende Mainboards

Zum Release des Sockel AM5 gibt es Mainboards mit zwei Chipsätzen: X670 und X670E, wobei das E für "Extreme" steht. Den wichtigen Unterschied beschreiben wir weiter unten. Neben X670 und X670E wird der Chipsatz B650 bald noch folgen und soll günstigere Mainboards ermöglichen. Da allerdings die bisher erhältlichen Mainboards mit den beiden X670-Chipsätzen deutlich teurer als die Modelle für den Sockel AM4 mit dem X570-Chipsatz sind, befürchten wir, dass der Einstieg auch mit dem Chipsatz B650 nicht günstig wird.

Die billigsten X670-Modelle für den Sockel AM5 kosten derzeit 320 Euro - das ist mehr als das Doppelte im Vergleich zu den X570-Platinen für den Sockel AM4, die es ab 140 Euro gibt. Ein Preis von über 300 Euro bedeutet beim Sockel AM4 eher, dass man als Nutzer in absoluten Enthusiasten-Sphären mit starken Übertaktungswünschen unterwegs sein will. Der B550-Chipsatz für den Sockel AM4 ist ab gut 70 Euro auf Mainboards verbaut - sofern es auch hier doppelt so hohe Preise geben wird, wären 140 Euro oder mehr für ein B650-Modell also leider keine Überraschung.

Insgesamt sind bereits über 25 Mainboard-Modelle für den Sockel AM5 im Handel verfügbar (siehe auch im PC Games Hardware-Preisvergleich), davon die Mehrzahl mit dem Chipsatz X670E. Von den verfügbaren Mainboards kostet etwa die Hälfte zwischen 320 und 500 Euro, die andere Hälfte 500 bis 1150 Euro.

Bei den Bauformaten gibt es nur zwei Modelle, die kleiner als ATX sind: je eines im Mini-ITX und µATX-Format, beide bieten zwei RAM-Slots. Alle anderen Mainboards haben den ATX oder sogar den überdurchschnittlich große Gehäuse verlangenden E-ATX Formfaktor sowie vier RAM-Slots.

Aktuell der günstigste Einstieg für den Sockel AM5: Das ASRock X670E PG Lightning für einen Preis ab knapp 320 Euro. Quelle: ASRock Aktuell der günstigste Einstieg für den Sockel AM5: Das ASRock X670E PG Lightning für einen Preis ab knapp 320 Euro. Doch was sind die genauen Unterschiede zwischen X670 und X670E? Entscheidend ist: Beim X670E-Chipsatz gibt es einen nativen für Support, um parallel zwei PCIe 5.0-Slots im x16-Format für Grafikkarten plus einmal PCIe 5.0 für die entsprechenden noch nicht erhältlichen M.2-SSDs zu nutzen.

Der X670-Chipsatz wiederum bietet PCIe 5.0 nur für den M.2-Slot sowie wahlweise auch für einen x16-PCIe-Slot, wobei die Hersteller die Wahl im Grunde genommen bereits getroffen haben. Denn bis auf ein Modell haben alle bisher erhältlichen X670-Mainboards keinen PCIe 5.0 x16-Slot, sondern nur einen oder mehrere PCIe 4.0-x16-Slots.

Die X670E-Modelle wiederum haben allesamt mindestens einen 5.0-Slot für Grafikkarten. Ob 5.0 bei Grafikkarten einen nennenswerten Vorteil zu 4.0 hat, wird sich erst in der Zukunft zeigen. Denn die erste 5.0-Grafikkarte kommt erst noch, und zwar in Form der GeForce RTX 4090 am 12. Oktober. Bei 4.0 zu 3.0 war der Vorteil minimal.

Arbeitsspeicher: DDR5 ist Pflicht

Der Sockel AM4 nutzt noch DDR4-RAM, und bei Intels Sockel 1700 gibt es zwar von der Architektur her einen Support für DDR5-RAM mit entsprechenden Mainboards. Die meisten 1700er-Mainboard-Modelle sind aber auch als Version für DDR4-RAM erhältlich, was wegen der Preisunterschiede zwischen DDR4- und DDR5-RAM ein Vorteil ist.

Denn 2x8GB DDR4-RAM mit dem für moderne CPUs passenden Takt von 3200 MHz kosten etwa 55 Euro, die doppelte Menge etwa 110 Euro. Bei DDR5-RAM bezahlt ihr hingegen 100 respektive 170 Euro für den bei AM5 vorgesehenen Takt (5200 MHz). Ihr bekommt dafür zwar auch einen deutlich höheren Takt - dafür steigen die Latenzen.

Erfahrungsgemäß frisst dies den Taktvorteil auf. Beim Sockel 1700 gibt es in Spielen durch DDR5-RAM mit hohem Takt nur geringe Vorteile im Vergleich zu DDR4-RAM mit 3200 MHz. Man kann also nicht argumentieren, dass der höhere Preis von DDR5-RAM auch einen Leistungsgewinn bringt, der den Aufpreis wert ist.

Wer auf den neuen Sockel AM5 setzt, hat aber keine andere Wahl als zum zumindest aktuell noch sehr teuren DDR5-RAM zu greifen. Wie sehr sich die Preise auf das Preis-Leistungs-Verhältnis auswirken, sehen wir am Ende des Specials - zuerst kommen wir aber auf der nächsten Seite zur Leistungsbetrachtung der vier neuen Ryzen 7000-CPUs.

  1. Seite 1 AMD Ryzen 7000: Einleitung und Technik der CPUs
  2. Seite 2 AMD Ryzen 7000: AM5-Mainboards und DDR5-RAM
  3. Seite 3 AMD Ryzen 7000: Leistungsanalyse und Strombedarf
  4. Seite 4 AMD Ryzen 7000: Preis-Leistung und Fazit
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