Ryzen 7 7800X3D: Top-Spiele-CPU mit Sockel AM5-Kostennachteil in der Analyse
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Vor gut zwei Wochen hat AMD den neuen Ryzen 7 7800X3D veröffentlicht, seit letzter Woche ist er im Handel für etwa 490 Euro gut verfügbar. Wir haben uns die Technik und Leistung der Top-Spiele-CPU genauer angesehen sowie ausführlich das Preis-Leistungs-Verhältnis begutachtet. Denn dies hängt auch von den hohen Preisen für Sockel AM5-Mainboards und DDR5-RAM ab.
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Bereits in der ersten Aprilwoche hat AMD den neuen Ryzen 7 7800X3D vorgestellt - seit dem 14. April ist er auch verbreitet in deutschen Onlineshops zu haben, und zwar derzeit zu einem Preis von ab etwa 490 Euro. Es wird höchste Zeit für uns, euch zu dem neuen Prozessor ein Special anzubieten, das wir zuerst wegen der mangelnden Verfügbarkeit des Ryzen 7 7800X3D und danach wegen des Release der Nvidia GeForce RTX 4070 verschoben hatten. Das Special zur neuen Nvidia-Grafikkarte hatten wir am letzten Freitag veröffentlicht.
Doch nun ist es so weit: Wir haben die Leistung des Ryzen 7 7800X3D unter die Lupe genommen und auch das Thema der höheren Kosten rund um den Sockel AMD AM5 zusammengefasst, nicht zuletzt, da nun die ersten Mainboards mit dem relativ günstigen Chipsatz A620 eintrudeln. Natürlich bieten wir auch einen Vergleich zu anderen aktuellen CPUs und somit eine Kaufberatung, die das Preis-Leistungs-Verhältnis beachtet. Wir beginnen mit der Technik des neuen Prozessors und einem Vergleich zu den anderen zehn CPUs für den Sockel AMD AM5, die seit dem Release des Sockels im September 2022 erschienen sind.
Ryzen 7800X3D: Technik mit Blick auf 3D V-Cache
Es gibt die drei Standardmodelle Ryzen 5 7600, Ryzen 7 7700 und Ryzen 9 7900. Alle drei gibt es auch als X-Version mit höheren Taktwerten sowie dadurch bedingt auch höherer TDP - so hat etwa der Ryzen 7 7700X einen Basistakt von 4,5 GHz und einen Boost von 5,4 GHz. Der normale Ryzen 7 7700 hat Werte von 3,8 und 5,3 GHz. Hinzu kommt noch der Ryzen 9 7950X und drei CPUs mit der 3D V-Cache-Technik von AMD, nämlich der Ryzen 9 7900X3D und 7950X3D sowie der Protagonist unseres Specials: der neue Ryzen 7 7800X3D.
Quelle: AMD
Darstellung des 3D V-Cache-Prinzips
Die Besonderheit beim 3D V-Cache ist, dass es mehr Cache-Speicher als bei den normalen Versionen der 7000er-Modelle CPU gibt, wobei das Cache in Module aufgeteilt und nicht flach auf einer Ebene mit den anderen Bauteilen platziert ist, sondern aufliegt. Daten haben dadurch einen minimal kleineren Weg, da sie - vereinfacht gesagt - durch die Decke fließen können, anstatt quer durch das Zimmer zur Türe hinausgehen zu müssen. Ganz nebenbei sinkt der Strombedarf dabei stark - dafür ist die Leistung bei bestimmten Anwendungen schwächer. Vor allem für Spiele zahlt sich die Technik sich aber anscheinend aus: die erste 3D V-Cache-CPU auf dem Markt war der Ryzen 7 5800X3D, der aktuell für 300 Euro zu haben ist. Er ist in Spielen 25 Prozent schneller als der normale Ryzen 7 5800X (210 Euro) und fast so schnell wie die AM5-X-CPUs Ryzen 7 7700X und Ryzen 9 7900X respektive 7950X. Der etwa 420 Euro teurere Intel Core i5-13700K ist lediglich 10 Prozent schneller als der Ryzen 7 5800X3D. Dabei benötigt Letzerer im Spielebetrieb nur etwa 60 bis 65 Watt - die ähnlich schnelle oder etwas flottere Konkurrenz liegt bei 100 bis 160 Watt.
Ryzen 7 7800X3D: Technik im Vergleich
Doch wie sieht der Ryzen 7 7800X3D im Vergleich zu seinen Verwandten aus? Ein Vergleich mit Intel ergibt wenig Sinn, da die Architekturen zu unterschiedlich sind. Wir stellen nun alle 7000er-X3D-Modelle ihren Pendants ohne X3D gegenüber und haben auch den Ryzen 7 5800X3D mit in der Tabelle dabei:
| Modellname | Kerne (davon 3D) | Threads | Basistakt | Boosttakt | L3-Cache | Standardleistungsaufnahme | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 7 5800X3D | 8 (8) | 16 | 3,4 GHz | 4,5 GHZ | 96MB (64MB 3D V-Cache) | 105 Watt | 300 Euro |
| Ryzen 7 7700X | 8 (keine) | 16 | 4,5 GHz | 5,4 GHz | 32MB | 105 Watt | 340 Euro |
| Ryzen 7 7800X3D | 8 (8) | 16 | 4,2 GHz | 5,0 GHz | 96MB (64MB 3D V-Cache) | 120 Watt | 490 Euro |
| Ryzen 9 7900X | 12 (keine) | 24 | 4,7 GHz | 5,6 GHz | 64MB | 170 Watt | 440 Euro |
| Ryzen 9 7900X3D | 12 (6) | 24 | 4,4 GHz | 5,6 GHz | 128MB (64MB 3D V-Cache) | 120 Watt | 590 Euro |
| Ryzen 9 7950X | 16 (keine) | 32 | 4,5 GHz | 5,7 GHz | 64MB | 170 Watt | 600 Euro |
| Ryzen 9 7950X3D | 16 (8) | 32 | 4,2 GHz | 5,7 GHz | 128MB (64MB 3D V-Cache) | 120 Watt | 750 Euro |
Der größte klar sichtbare Unterschied vom 7900X3D und 7950X3D zu den X-Varianten ist neben dem V-Cache ist die geringere TDP - der 7800X3D hat aber eine höhere TDP als der 7700X. Im Vergleich zu den beiden anderen 7000er-X3D-Modellen ist beim neuen 7800X3D die geringere Anzahl an Kernen und somit den gleichzeitig verwaltbaren Threads der Hauptunterschied. Allerdings ist die Anzahl an Kernen, die auch mit 3D V-Cache angebunden sind genauso groß wie beim 7950X3D und höher als beim 7900X3D. Denn bei den großen Brüdern ist nur jeweils die Hälfte der Kerne via 3D V-Cache angebunden. Ein Plus an Kernen über acht Kerne hinaus macht zudem in Spielen ohnehin aller Erfahrung nach keinen großen Vorteil aus. Wie der Ryzen 7 7800X3D aber genau abschneidet, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.
