Grafikkarten: Preisentwicklung, Preis-Leistung und Kaufberatung mit AMD- und Nvidia-Grafikkarten

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Preisentwicklung, Preis-Leistung und Kaufberatung mit AMD- und Nvidia-Grafikkarten
Quelle: PC Games Hardware

In unserem Special schauen wir auf die Preisentwicklung vom Herbst 2020 bis heute - denn seit dem Höhepunkt der Preisspirale gegen Ende 2021 sind Grafikkarten inzwischen etwa 50 Prozent günstiger geworden. Wir geben euch auch eine Kaufberatung, indem wir das Preis-Leistungs-Verhältnis aktueller Grafikkarten-Reihen unter die Lupe nehmen. Außerdem: eine kleine Übersicht mit 20 preislich attraktiven Grafikkarten-Modellen.

Mit einer guten Grafikkarte sind PC-Spiele bei hohen Details flüssig spielbar. Doch welche Grafikkarten-Reihen sind aktuell zu empfehlen, wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht? Dies wollen wir in unserem Special klären, in dem es auch um die Preisentwicklung der letzten 14 Monate und die dabei immer weiter sinkenden Preise von Grafikkarten geht. Den Sinkflug - 50 Prozent Nachlass seit letztem Dezember - haben wir allerdings auch einer über eineinhalb Jahre andauernden Lieferkrise zu verdanken, durch den die Preise vom Herbst 2020 an bis zum Jahreswechsel 2021/22 auf ein horrendes Niveau gestiegen waren.

Für eine Grafikkarten-Kaufberatung werden wir zudem die Leistung und das Preis-Leistungs-Verhältnis aller AMD Radeon RX 6000er- und Nvidia GeForce RTX 3000er-Grafikkarten-Serien unter die Lupe nehmen und haben 20 Beispiel-Modelle in einer kleinen Marktübersicht vorbereitet. Doch welche Leistung bekommt man heute im Vergleich zu einem Grafikkartenkauf im Juni 2020? Auch das schauen wir uns an und werden das Preis-Leistungs-Verhältnis aktueller mit der damaligen in Sachen Preis-Leistung besten Grafikkarte vergleichen.

Die Gründe für die Preis-Krise

Die Hauptursache des Preisanstiegs, der im Herbst 2020 begann und mit dem Release der ersten Nvidia GeForce RTX 3000er-Grafikkarten einherging, war im Kern die Covid-19-Pandemie. Wegen immer mehr Homeoffice und Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung (geschlossene Clubs, Restaurants, Sportanlagen und so weiter) sowie Kontaktvermeidung stieg die Nachfrage nach (Unterhaltungs-)Elektronik im Jahr 2020 stark an.
Viele entdeckten PC-Gaming als Hobby neu oder stiegen nach einer Pause wieder ein, und auch einige, die vorher Gamer waren, wollten im Herbst 2020 sowieso eine neue Grafikkarte kaufen, da sie bewusst auf die neue Nvidia 3000er-Serie gewartet hatten - Grafikkarten waren also stärker gefragt als zuvor.

Hier arbeiten mehrere Grafikkarten mutmaßlich für Mining-Dienste. Quelle: Twitter Hier arbeiten mehrere Grafikkarten mutmaßlich für Mining-Dienste. Dazu kam, dass Krypto-Währungen in den unsicheren Zeiten als Investitionsoption einen rasanten Aufstieg erfuhren. Mit Grafikkarten kann man primär bei der Währung Ethereum helfen, die nötigen Algorithmen zu berechnen. Wer seine Grafikkarte dafür nutzt, bekommt dafür als Lohn einen Anteil der Krypto-Währung - man spricht vom "Schürfen" der Währung, auf Englisch "Mining".

Dabei entstanden vorrangig in Asien ganze Parks aus jeweils dutzenden PCs mit Grafikkarten, die nur dem Zweck Mining dienten und Grafikkarten aus dem normalen Markt herauszogen. Wegen der hohen Kurse lohnte sich der Kauf für Miner selbst dann noch, als die Preise mehr als doppelt so hoch wie im Sommer 2020 waren.

Nun zur Angebotsseite: Viele Fabriken für Chips und Hardware sowie auch Firmen, die an den Lieferketten beteiligt sind, mussten wegen Sicherheitsmaßnahmen deutlich langsamer arbeiten oder sogar zeitweise ihre Arbeit einstellen. Firmen, die sich nicht frühzeitig Produktions-Kapazitäten eingekauft hatten, schauten in die Röhre.

Das heißt: Anstatt die Produktion wegen der größeren Nachfrage nach Elektronikprodukten hochzufahren, musste die Produktion oftmals sogar verringert werden. Die Preise für viele Produkte und eben auch Grafikkarten stiegen signifikant an, vorrangig Basisprodukte aus dem Halbleitersektor waren Mangelware, hinzu kamen Rohstoffprobleme.

Sogenannte Scalper erhöhten die Problematik sogar noch. Scalper kaufen Produkte, von denen sie ahnen oder wissen, dass sie knapp sind oder knapp sein werden, vergleichsweise günstig und oft mithilfe von Bots, sodass sie einen Vorteil zu normalen Konsumenten haben, vor allem wenn es um terminierte Verkaufs-Starts geht.

Scalper horten diese Produkte dann und warten, verkaufen die Ware erst zu inzwischen deutlich höheren Preisen. Dies war hauptsächlich bei den im November 2020 neu veröffentlichten Spielekonsolen Playstation 5 und Xbox Series X zu beobachten, aber auch Grafikkarten waren betroffen. Welche der einzelnen Gründe für den Preisanstieg eine mehr oder weniger große Rolle spielten, lässt sich allerdings selbst im Nachhinein nicht genau beurteilen.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Gründe für den Preisanstieg seit Herbst 2020
  2. Seite 2 Grafikkarten: Preisentwicklung seit Herbst 2020
  3. Seite 3 Grafikkarten: Preis-Leistung und Kaufberatung
  4. Seite 4 Grafikkarten: Preis-Leistung heute und 2020 sowie 20 Grafikkarten als Kauftipps
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