Ohrenschmaus am PC: Wissenswertes zu Soundkarten und Marktübersicht

Special Antonio Funes
Ohrenschmaus am PC: Wissenswertes zu Soundkarten und Marktübersicht
Quelle: Edifier

Guter Sound am PC macht Spaß. Wir haben daher Tipps zur Kaufentscheidung sowie eine Marktübersicht mit Soundkarten und Lautsprechern vorbereitet.

Soundkarte oder Onboardsound?

Die Frage, ob man eine separate Soundkarte kaufen oder auf den Soundchip, den jedes moderne Mainboard bietet, setzen soll, kann man nicht eindeutig beantworten. Lediglich in einem Fall ist die Entscheidung klar: wenn die Lautsprecher oder ein Headset per USB verbunden sind oder ihr den Sound per HDMI beispielsweise zu einem AV-Receiver sendet, ist auf keinen Fall eine Soundkarte nötig.

Denn der Sound wird im Falle von USB durch einen im USB-Gerät eingebauten Chip übernommen, im Falle von HDMI wiederum ist der Audio-Chip der Grafikkarte zuständig. Ansonsten hängt die Wahl von folgenden Faktoren ab, an denen ihr sehen könnt, dass es keine allgemeine Empfehlung geben kann:

  • Qualität des Onboardsounds. Manche Mainboards bieten eine Soundqualität, die erst von sehr teuren Soundkarten ab 80 bis 90 Euro übertroffen wird - andere Mainboards haben wiederum eine schwache Qualität, so dass schon eine 20-Euro-Soundkarte besser klingt.
  • Qualität der Lautsprecher/Kopfhörer. Je besser der Sound der Lautsprecher oder Kopfhörer ist, desto eher lohnt sich auch eine separate Soundkarte.
  • Es macht folglich viel mehr Sinn, Lautsprecher für beispielsweise 100 Euro zu kaufen anstatt die 100 Euro in eine separate Soundkarte und nur mittelmäßige Lautsprecher zu investieren.
  • Übertragt ihr den Sound digital optisch? In diesem Falle beachtet das nächste Kapitel zum Thema Digitale Soundübertragung.

Digitale Soundübertragung

Bei der gängigen analogen Soundübertragung kann es vor allem bei längeren Kabelwegen, durch Störeinflüsse oder auch nicht besonders hochwertige beteiligte Hardware zu einem Qualitätsverlust kommen, denn die feinen Stromschwankungen, aus denen das Signal besteht, können durch Störeinflusse beeinflusst werden. Dieser Qualitätsverlust ist zwar nur selten so groß, dass man es eindeutig heraushören kann. Aber wird der Sound digital überträgen, gibt es auch über längere Kabelwege keinen Qualitätsverlust, da der Sound in Datenpaketen verpackt, versendet und erst vom Zielgerät entpackt und abgespielt wird. Ein solches Zielgerät kann beispielsweise ein AV-Receiver oder eine kleine Hifi-Anlage sein, aber auch einige Lautsprecher oder Soundbars haben digitale Eingänge. Diese Eingänge wiederum können HDMI, optisch (SPDIF) oder elektrisch (koaxial) sein. Letzteres ist nur noch sehr selten zu finden, so dass eigentlich nur HDMI und optisch relevant sind.

Ohrenschmaus am PC - Tipps und Marktübersicht zu Soundkarten und Lautsprechern (1) Quelle: Archiv Ohrenschmaus am PC - Tipps und Marktübersicht zu Soundkarten und Lautsprechern (1) Bei HDMI kümmert sich wie schon zuvor erwähnt der Soundchip der Grafikkarte um den Sound. Bei einer optischen Übertragung ist aber die Soundkarte oder das Mainboard zuständig. Viele Mainboards haben einen solchen optischen Ausgang, teilweise auch versteckt, da nicht der für optisch-SPDIF übliche Toslink-Anschluss (siehe Bild links) verwendet wird. Bei der digitalen Soundübertragung bringt eine separate Soundkarte keinen Vorteil im Vergleich zum Onboardsound des Mainboards, mit zwei Ausnahmen: zum einen können manche Soundkartenmodelle durch ihre Treibersoftware das Soundsignal vorher derart bearbeiten, dass es euch gegebenenfalls besser gefällt als wenn der Sound über den optischen Ausgang des Mainboards kommt - hier geht es aber nicht um die Qualität, sondern um den Charakter des Sounds. Die zweite Ausnahme betrifft den Fall, dass ihr Surroundsound von Spielen digital senden wollt, aber nicht den HDMI-Anschluss der Grafikkarte nutzen möchtet - dies erklären wir im nächsten Abschnitt genauer.

Digitaler Surroundsound bei Spielen

Wenn ihr den Sound von Computerspielen optisch digital übertragen wollt und gleichzeitig Surroundsound nutzen möchtet, dann ist beim Soundchip zwingend entweder DDL (Dolby Digital Live) oder DTS-C (DTS-Connect) erforderlich. Denn nur wenn der Mainboardsound oder eine Soundkarte eine dieser beiden Techniken bietet, wird der vom PC in Echtzeit berechnete Spielesound in ein digitales Surroundsignal eingepackt. Ohne DDL oder DTS-C wird lediglich ein Stereosignal erzeugt.

Edifier C6XD Quelle: Edifier Edifier C6XD Surroundboxenset mit optischem Eingang Für Filme mit Surroundsound ist DDL oder DTS-C hingegen nicht nötig, da das Surroundsignal schon im Datenstrom des Filmsounds integriert ist - die Soundkarte muss es also nicht selber einpacken, sondern sendet den bereits gepackten Sound-Datenstrom einfach Eins zu Eins über den optischen Digitalausgang zum Zielgerät. Wenn ihr also Gamessound in Surround und optisch zu eurem Zielgerät senden wollt, euer Onboardsound aber kein DDL oder DTS-C bietet, müsst euch eine Soundkarte anschaffen, die eine oder beide dieser Techniken beherrscht. Die digitale Übertragung auf optischem Wege für Surroundsound betrifft allerdings nur wenige Boxensets, die als Anschlussmöglichkeit für Surroundsound nur entweder analoge Buchsen oder einen optischen Eingang bieten, sowie manche ältere Decoderboxen oder AV-Receiver, die noch kein HDMI bieten. Beim analogen Übertragungsweg sind in aller Regel drei Kabel nötig, die jeweils Stereo bieten, so dass man auf die sechs Kanäle für 5.1-Sound kommt - daher ist die optische Übertragung ein Vorteil, denn ein einziges Kabel reicht für Surroundsound aus. Der Nachteil wiederum ist, dass eben - wie beschrieben - für Spiele DDL oder DTS-C nötig ist. Wenn möglich, sollte man für Surround über Lautsprecher aber am besten auf HDMI setzen, denn moderne Grafikkarten können den Spielesound per HDMI in Surround übertragen.

Marktübersicht Soundkarten

Da mehr und mehr Nutzer auf USB-Headsets setzen und für die meisten User, die ein gängiges Boxenset anschließen, die Qualität eines modernen Mainboard-Soundchips ausreicht, ist das Angebot an Soundkarten recht übersichtlich, zumindest was für die den Privat-Konsumenten gedachten Modelle ab 20 bis 30 Euro angeht. Für Profis aus dem Video- oder Musik-Sektor ist die Auswahl enorm, aber hier liegen die Schwerpunkte der Features bei Dingen, die für Multimedia und Gaming irrelevant sind - uns geht es daher ausschließlich um den Consumermarkt. Wir haben insgesamt 15 Soundkarten für euch herausgesucht. Einzelne Modelle sind besonders teuer, da sie einen herausragenden Klang versprechen - hierfür sind selbstverständlich dann auch entsprechend gute aktive Lautsprecher sinnvoll. In der Spalte Slot seht ihr, ob die Karte einen PCI- oder PCIe-Steckplatz benötigt.

Soundkarte Slot Preis ab
Asus Xonar DG PCI 30 Euro
Sound Blaster Audigy FX PCIe 30 Euro
Asus Xonar DGX PCIe 35 Euro
Asus Xonar DS 7.1 PCI 40 Euro
Asus Xonar DSX 7.1 PCIe 50 Euro
TerraTec Aureon 7.1 PCIe 50 Euro
Sound Blaster Audigy RX PCIe 55 Euro
Sound Blaster Z PCIe 65 Euro
Asus Strix Soar PCIe 85 Euro
PowerColor Devil HDX PCIe 105 Euro
Asus ROG Xonar Phoebus PCIe 110 Euro
Sound Blaster Zx PCIe 120 Euro
Asus Strix Raid Pro PCIe 130 Euro
Sound Blaster ZxR PCIe 190 Euro
Asus Xobar Essence STX II PCIe 200 Euro

Marktübersicht Lautsprecher

Bei den PC-Boxensets konzentrieren wir uns auf Stereo-Boxensets. Denn im Surroundbereich gibt es nur noch wenig Auswahl, vor allem bei Sets mit einem annehmbaren Sound. Zu nennen sind hier aktuell zum Beispiel das Edifier C6XD (180 Euro), das Logitech Z906 (240 Euro) und das Genius SW-HF5.1 6000 (170 Euro), auch beim Audio-Hersteller Teufel könnt ihr noch fündig werden, Wer Surroundsound nutzen will und dabei nicht auf Kopfhörer zurückgreifen möchte, der sollte sich eher überlegen, langfristig in eine richtige Soundanlage mit AV-Receiver zu investieren. Bei den Stereoboxensets haben wir wiederum viel Auswahl und 40 Lautsprechersysteme mit und ohne Subwoofer herausgepickt. Die Sets ohne Subwoofer sind teilweise eher in Shops vertreten, in denen sie als Nahfeldmonitore vermarktet werden - zu diesem Thema haben wir ja ebenfalls einige Infos für euch bereitgestellt.

LautsprechersetPrinzipPreis ab
Genius SW-G2.1 12502.145 Euro
Edifier M13802.145 Euro
Microlab M-200 2.12.150 Euro
Edifier P30602.160 Euro
Logitech Z5332.165 Euro
Trust GXT 38 Ultimate Bass2.165 Euro
Speedlink Wave X2.165 Euro
Behringer MS162.070 Euro
Microlab B 772.070 Euro
Genius SW-G2.1 30002.175 Euro
Trust GXT 628 Illuminated2.180 Euro
Trust GXT 638 Digital2.185 Euro
Alesis Elevate 32.090 Euro
Edifier C2X 2.12.190 Euro
Speedlink Eufonia2.190 Euro
M-Audio AV322.0100 Euro
Hercules XPS 2.0 802.0100 Euro
Logitech Z6232.1100 Euro
Microlab FC 502.1100 Euro
Microlab FC 530U2.1100 Euro
Creative GigaWorks T40 Series II2.0105 Euro
Samson MediaOne BT42.0110 Euro
Behringer MS202.0115 Euro
Mackie CR32.0120 Euro
Microlab SOLO 6C2.0125 Euro
Akai RPM32.0130 Euro
Edifier S330D 2.1135 Euro
Behringer MS402.0140 Euro
M-Audio AV422.0140 Euro
Mackie CR42.0145 Euro
Edifier C3X2.1150 Euro
Presonus Eris E4.52.0165 Euro
Marantz StudioScope 42.0170 Euro
M-Audio BX2 D22.0220 Euro
AVerMedia Ballista Trinity GS3152.1225 Euro
Mackie CR5 BT2.0230 Euro
Creative E-MU XM72.0230 Euro
Edifier Studio R2730DB2.0230 Euro
Edifier S530D2.1230 Euro
Alesis M1 Aktive 520 USB2.0240 Euro
   
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