Mini-Gaming-PCs: Grafikkarten und kabellose PC-Steuerung

Special Antonio Funes
Mini-Gaming-PCs: Grafikkarten und kabellose PC-Steuerung
Quelle: Fractal Design

Wer sich einen besonders kompakten PC zusammenstellen will, nutzt ein Gehäuse mit dem Mini-ITX-Formfaktor. Doch dabei gibt es neben der Mainboard-Auswahl einiges zu beachten. Wir haben Tipps zur Auswahl und Kauf, zudem bieten wir kleine Marktübersichten mit Mini-ITX-Gehäusen und -Mainboards sowie zwei Beispiel-Gaming-PCs mit Mini-ITX-Gehäusen für gut 900 sowie knapp 1460 Euro.

Passende Grafikkarten

Viele Mini-ITX-Gehäuse bieten genug Platz für Gaminggrafikkarten mit ihren typischen Längen zwischen 24 und 30 Zentimetern. Doch manche Gehäuse verlangen kürzere Grafikkarten. Dabei gibt es auf Seiten von Nvidia mehr Auswahl, was zum einen mit der Modellvielfalt, zum anderen aber auch damit zu tun hat, dass seitens AMD die Grafikkarten, die vor den beiden aktuellen Boliden RX 5700 und RX 5700 XT herauskamen, relativ stromhungrig waren und daher recht warm werden, wenn sie keinen ausreichend großen und somit auch langen Kühler haben.

Die Gigabyte GeForce RTX 2070 Mini ITX misst nur 17 Zentimeter in der Länge Quelle: Gigabyte Die Gigabyte GeForce RTX 2070 Mini ITX misst nur 17 Zentimeter in der Länge Sucht ihr eine maximal 22 Zentimeter lange Grafikkarte, so gibt es von AMD aktuell nur drei Modelle der Radeon RX 570 - das war's dann auch schon. Bei Nvidia gibt es zahlreiche Modelle der GTX 1660, GTX 1660 Ti und RTX 2060 mit einer Länge von maximal 22 Zentimetern, und von den RTX-Modellen 2060 Super, 2070 sowie 2070 Super gibt es insgesamt auch eine gute Handvoll Grafikkarten bis 22 Zentimeter Länge zur Auswahl. Bei der Vielfalt geht es am Ende aber auch nur um wenige Zentimeter - gestattet man statt 22 Zentimeter eine Länge von 24 Zentimetern, so finden sich auch Modelle mit entsprechenden Längen bei den AMD-Grafikkartenserien RX 580, RX 590, RX 5700 und RX 5700 XT. Die stärkste Grafikkarte unter 18 Zentimetern ist übrigens die Gigabyte GeForce RTX 2070 Mini ITX (ab 520 Euro). - sie misst nur 17 Zentimeter. Ein großes Problem sind aber Low-Profile-Grafikkarten, oder besser gesagt: Gehäuse, die dies verlangen. Low-Profile-Grafikkarten sind besonders schmal, das hintere Slotblech ist kürzer als für normale PCIe-Slots vorgesehen. Derzeit ist das höchste der Gefühle im Low-Profile-Bereich eine Nvidia GTX 1650 (drei Varianten von Asus, MSI und Zotac) - diese Karte würden wir auf aktuellem Stand aber nur für eher anspruchslosere Gamer empfehlen, allein schon wegen der nicht mehr zeitgemäßen Video-RAM-Menge von nur 4GB.

Steuerung vom Sofa aus

Falls ihr den Mini-PC beispielsweise im Wohnzimmer im Stile einer Spielekonsole verwenden wollt, bietet sich natürlich eine Steuerung mit kabelloser Peripherie an. Kabellose Mäuse und Tastaturen sind in Sachen Gaming heutzutage problemlos geeignet, sofern man keine Billigware wählt. Eine Ausnahme sind Gamer, die spezielle Features erwarten, die es bei kabellosen Modellen nicht oder nur selten gibt, sowie Gamer, die auf einem so hohen Niveau spielen, dass sie bei manchen kabellosen Mäusen oder Tastaturen möglicherweise doch eine winzige Latenz bemerken. Diese Latenz, also eine Verzögerung zwischen einem Tastendruck und der Ausführung des Befehls durch die Spielfigur, ist in vielen Fällen allerdings rein psychologisch bedingt. So bemerkt manch einer die winzige Latenz, die durch den Monitor oder Fernseher entsteht, und schreibt sie der kabellosen Steuerung zu, da er von vornherein nicht daran glauben will, dass die kabellose Variante keine Nachteile hat. Aber selbst dann, wenn man keine sehr teuren kabellose Maus- und Tastatur-Sets verwendet, hat eine Schwankung des Pings, also der Latenz bei einem Onlinegame, die durch die Internetleitung entsteht, deutlich größere Auswirkungen als die kabellose Steuerung eines Games.

Die kabellose Logitech G305 Lightspeed gibt es ab etwa 40 Euro. Quelle: Logitech Die kabellose Logitech G305 Lightspeed gibt es ab etwa 40 Euro. Neben kabellosen Mäusen und Tastaturen gibt es freilich auch kabellose Gamepads. Etliche Games erscheinen ja ohnehin auch für Spielekonsolen, so dass eine Steuerung per Gamepad nur bei wenigen Games eine schlechte Wahl ist. Spieleclients wie Steam lassen sich inzwischen zudem auch komplett per Gamepad steuern. In unserem Special vom 13. Oktober zu Eingabegeräten hatten wir zu Gamepads Infos und eine Marktübersicht für euch zusammengestellt. Dort findet ihr auch Lenkräder und Joysticks - diese beiden Produktarten gibt es allerdings leider nicht kabellos (Ausnahme: das Hori Wireless Racing Wheel für 120 Euro). Als Gamepad ist der Xbox One Controller Wireless von Microsoft zu empfehlen. Bei der Version mit dem Zusatz "für Windows" ist der nötige USB-Empfänger mit im Lieferumfang - alternativ funktioniert aber auch ein Bluetooth-Stick oder das Bluetooth bei einem Mainboard, sofern es dies bietet. Der Vorteil dabei ist unter anderem, dass es häufig Sonderangebote des Xbox One Wireless Controller in den Versionen ohne Empfangs-Stick gibt, zudem habt ihr beim Design eine große Auswahl, da Microsoft für die Xbox immer wieder Sonderdesigns bietet. Trotzdem solltet ihr euch aber vorher informieren, ob der Stick respektive das Onboard-Bluetooth kompatibel zu den Wireless Controllern von Microsoft für die Xbox One ist. Fazit: PC-Gaming kabellos vom Sofa aus ist mittlerweile kein Problem, und wer im Wohnzimmer oder auch an einem Schreibtisch einen kleinen, unauffälligen PC nutzen will, für den haben wir nun noch abschließend einige Zusammenstellungs-Vorschläge parat.

  1. Seite 1 Mini-Gaming-PCs: Einleitung und ITX-Mainboards
  2. Seite 2 Mini-Gaming-PCs: Probleme und ITX-Gehäuse
  3. Seite 3 Mini-Gaming-PCs: Grafikkarten und kabellose PC-Steuerung
  4. Seite 4 Mini-Gaming-PCs: Zwei Mini-PCs für 920 und 1460 Euro
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