Wir erklären zu mechanischen Tastaturen die Funktionsweise und Sorten der Switches sowie deren Historie. Außerdem haben wir 30 Modelle in einer Übersicht.
Funktionsweise eines mechanischen Switch
Am weitesten verbreitet sind klassische mechanische Switches, die aus fünf Komponenten plus der Tastenhaube, also dem beschrifteten "Deckel" für die Taste bestehen. Weiter unten haben wir hierzu Explosionsbilder mit drei wichtigen Switch-Arten des Herstellers Cherry eingebettet. Zuerst beschreiben wir das Konstrukt aber für euch, wobei es auch leicht abweichende Bauweisen geben kann: Das erste Bauteil ist das Gehäuseunterteil - es steckt später in einem der vielen kleinen Sockel über der Hauptplatine der Tastatur, wobei jeder Sockel für eine der Tasten gedacht ist.
Auf dem Gehäuseunterteil sitzt die Metallfeder, die die Taste wieder nach oben drückt, wenn man sie loslässt. Es folgt ein kleines Metallteil, dessen zwei Kontaktstellen von einem darüber gelegenen Kunststoffschlitten auseinandergehalten werden. Drückt man die Taste, dann gleitet der Schlitten nach unten und gibt nach einer bestimmten Distanz die beiden Kontaktstellen des Metallteiles frei - ein Stromkreis ist geschlossen, die Taste somit ausgelöst. Um die Konstruktion zu stabilisieren gibt es noch das Gehäuseoberteil welches die gesamte Taste verschließt, aber für den Schlitten oben eine Öffnung hat. Denn auf der Oberseite des Schlittens steckt am Ende die beschriftete Tastenhaube.
Quelle: Cherry
Cherry MX-Switches Red, Brown und Blue
Auslösewege und Tasten-Feedback
Es gibt bei den vielen verschiedenen erhältichen Switches kleine, aber nicht unwichtige Unterschiede. Ein Punkt ist der Hub- oder Auslöseweg, der beschreibt, nach wie vielen Millimetern die Taste ein Auslösen registriert. Bei einem sehr kurzen Auslöseweg würde man eventuell Tasten vorschnell auslösen - ist der Weg hingegen sehr lang, wäre ein Tippen ermüdender, und man würde vor allem bei schnellem Tippen Tasten manchmal nicht weit genug herunterdrücken, um sie auszulösen. Daher sind sich die Auslösewege der verschiedenen Switches seit vielen Jahren sehr ähnlich, aber es gibt für spezielle Anforderungen auch nachrüstbare Switches mit vergleichsweise langen oder kurzen Auslösewegen.
Man darf dabei nicht den Auslöseweg mit der Distanz verwechseln, die beim kompletten Herunterdrücken der Taste erreicht wird. Denn die Taste löst bereits früher aus. Damit man den Zeitpunkt des Auslösens mitbekommt, gibt es zwei besondere Eigenschaften, die mechanische Switches dafür als Feedback haben können: Taktilität und Klicken. Ist eine Taste taktil, dann spürt ihr einen minimalen Widerstand an der Stelle, an der der Auslösepunkt erreicht wird. Wenn die Taste dabei auch noch deutlich klickt, spricht man von einem clicky Switch. Gibt es kein Feedback, so dass der Switch weder clicky noch taktil ist, spricht man von einem linearen Switch. Viele Gamer bevorzugen lineare Switches, da zumindest in der Theorie der kleine Widerstand bei taktilen oder clicky Switches ein klein wenig Zeit kostet, außerdem ist der Kraftaufwand etwas kleiner. Der Nachteil dabei ist das Erlernen des Auslösepunktes. Drückt man die Taste zu weit oder sogar bis zum Anschlag, dann verliert man die Zeit, die man durch den Verzicht auf Switches mit Feedback zu gewinnen glaubte. Drückt man Tasten wiederum nicht weit genug herunter, dann wird der Tastendruck nicht registriert.
Neben dem Auslöseweg gibt es noch die Frage, wie viel Kraft man zum Drücken der Taste benötigt. Der Tastenwiderstand hängt von der Metallfeder ab. In der Praxis hat sich hier, wie auch beim Auslöseweg, ein bestimmter Widerstands-Bereich etabliert. Und auch hier kann man spezielle, separat nachrüstbare Switches erhalten, die für bestimmte Nutzer etwas mehr oder weniger Widerstand bieten. Desweiteres gibt es auch noch gedämpfte Switches, die für ein leiseres Tippen sorgen - denn der neben dem Preis wohl einzige Nachteil von mechanischen Tastaturen ist, dass sie in der Regel durch ihre Konstruktion deutlich lauter als Rubberdome-Modelle sind.
