Mainboard-Kaufberatung: Sockel, Kompatibilität und Chipsätze

Special Antonio Funes
Mainboard-Kaufberatung: Sockel, Kompatibilität und Chipsätze
Quelle: MSI

In unserem Special haben wir je 25 Mainboards bis maximal 200 Euro für Sockel AMD AM5- und Intel 1700-Prozessoren gelistet und bieten allgemeine Kauftipps.

Sockel und Kompatibilität

Der Sockel ist die Vorrichtung auf dem Mainboard für die CPU. Unter der CPU sind zahlreiche Kontakt-Pins, die exakt zu den Aussparungen des Sockels passen. Je nach CPU-Hersteller und Generation verändern sich die Eigenschaften einer CPU aber so stark, sodass neue Sockel auf den Markt kommen.

Daher achtet unbedingt immer genau darauf, dass der Sockel des Mainboards zur CPU passt. Obwohl der Sockel Teil des Mainboards ist, spricht man trotzdem der Einfachheit halber davon, dass auch die CPU einen bestimmten Sockel "hat". Die Ryzen-Prozessoren mit 1000er- bis 5000er-Modellnummern wie der Ryzen 5 5600X haben beispielsweise den Sockel AM4, die neueren Ryzen 7000er- bis 9000er-Modelle hingegen den Sockel AM5. Bei Intel ist der Sockel 1700 der aktuelle Mainstream-Sockel mit Core-CPUs der 12000er bis 14000er-Modellreihen und löste den Sockel 1200 ab. Dank Bauformen und kleinen Aussparungen kann man rein physisch eine CPU weder falsch herum noch in einen falschen Sockel einbauen, außer mit extremer Gewalt.

Asus Prime B760M D4 Quelle: Asus Der Sockel ist bei Mainboards mittig im oberen Bereich, hier mit silberfarbenem Rahmen über dem mit M.2 gekennzeichneten Kühlkörper. Es kann allerdings passieren, dass eine CPU, obwohl sie denselben Sockel wie das Mainboard hat, nicht funktioniert. Einer der Gründe dafür kann sein, dass der Chipsatz eines Mainboards aus einer Zeit stammt, als es eure CPU noch gar nicht gab. In den meisten Fällen ist dann lediglich ein Update des BIOS oder UEFIs nötig - in manchen Fällen hilft dies aber nicht.

So gab es beim Intel Sockel 1151 nach einem Generationswechsel dermaßen große Inkompatibilitäten, dass die neueren CPUs und Mainboards mit "Sockel 1151v2" gekennzeichnet wurden. Er kann zudem bei AMDs Sockel AM4 vorkommen, dass eine neuere CPU von einem sehr alten Mainboard nicht erkannt wird, weil kein ausreichend neues BIOS mehr angeboten wird. Denn den AMD-Sockel gibt es schon seit über 7 Jahren.

Bei einem so alten Mainboard wäre ohnehin ein aktuelles B550-Modell anzuraten, da die alten AM4-Mainboards sowie auch der an sich als aktuell geltende Chipsatz A520 noch nicht einmal PCIe 4.0 bieten, was bei modernen Grafikkarten aber anzuraten ist.

Chipsätze

Der Chipsatz, dies haben wir vorher ja schon kurz angesprochen, gibt einige technische Features vor, die ein Mainboard mindestens bietet. Hinzu kommen Feinheiten wie zum Beispiel die Mindestanzahl an SATA-Ports, die aber für einen normalen Gaming-PC nebensächlich sind, oder die Frage, welcher PCIe-Standard nativ geboten wird.

Für einen Spiele-PC reicht es daher, ein Mainboard mit einem aktuellen Chipsatz zu wählen und das gleichzeitig unsere Empfehlungen (PCIe 4.0-Slot, M.2-Slot und genügend Lüfter-Anschlüsse) erfüllt. Die folgende Tabelle listet die Chipsätze für die Sockel AM4, AM5, 1200, 1700 sowie separat die Chipsätze, die aktuell jeweils empfehlen:

Sockel / Plattform Parallel veröffentlichte CPU-Familie Chipsätze Aktuelle Empfehlung
AMD AM4 Ryzen 1000 bis 3000 A320, B350, X370 und B450, X470 neue CPU kaufen
AMD AM4 Ryzen 5000 A520, B550, X570 B550 oder X570
       
AMD AM5 Ryzen 7000 A620, B650, B650E, X670, X670E B650/650E, X670/670E
AMD AM5 Ryzen 9000 X870, X870E B650/650E, X670/670E
       
Intel 1200 Core i-10000 B460, H410, H470, Q470, W480, Z490 B560 oder Z590
Intel 1200 Core i-11000 B560, H510, H570, Q570, Q580, Z590 B560 oder Z590
       
Intel 1700 Core i-12000 B660, H610, H670, Q670, W680, Z690 B760 oder Z790
Intel 1700 Core i-13000 B760, H770, Z790 B760 oder Z790
Intel 1700 Core i-14000 keine neuen Chipsätze B760 oder Z790

Die Chipsätze X870 und X870E sind erst jetzt, über einen Monat nach den Ryzen 9000-CPU, erstmals in Form von wenigen Modellen in den Händlerregalen zu finden. Interessant sind sie aber nur für Enthusiasten - allein wegen der Preise von über 300 Euro.

Ansonsten empfehlen für den Sockel AM5 bis 200 Euro den Chipsatz B650. Etwas teurer ist der Chipsatz B650E, der dann auch PCIe 5.0 für die Grafikkarte bietet, was aber nicht zwingend benötigt wird. Da manche AMD- und Intel-Chipsätze ähnliche Namen haben, zum Beispiel Intel B660 und AMD B650, solltet ihr bei der Suche nach einem neuen Mainboard bei Hersteller- oder Preisvergleich-Websites oder auch im Hardwareshop direkt nach dem passenden Sockel vorfiltern.

Für die Intel K-, KF- und KS-Prozessoren benötigt ihr, wie schon zuvor erwähnt, einen Z690- oder Z790-Chipsatz, falls ihr die CPU übertakten wollt. Bei AMD ist eine Übertaktung theoretisch mit jedem Mainboard möglich - nicht übertaktbar sind allerdings die für Gaming äußerst attraktiven X3D-CPUs von AMD.

  1. Seite 1 Mainboard-Kaufberatung: Checkliste zum Kauf
  2. Seite 2 Mainboard-Kaufberatung: Sockel, Kompatibilität und Chipsätze
  3. Seite 3 Mainboard-Kaufberatung: Passender Arbeitsspeicher und Marktübersicht
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