CPU-Kaufberatung: Sockel, Chipsätze und Besonderheiten

Special Antonio Funes
CPU-Kaufberatung: Sockel, Chipsätze und Besonderheiten
Quelle: PC Games Hardware

In wenigen Tagen erscheinen die neuen Intel-Prozessoren der 10. Core-Generation. Mit Modellen der Serien Core i3, i5, i7 und i9 könnte Intel AMD angreifen, was für Intel auch bitter nötig wäre. Denn aktuell, das erfahrt ihr neben zahlreichen Tipps rund um CPUs im Allgemeinen, führt in Sachen Preis-Leistung kein Weg an AMDs Ryzen-CPUs vorbei.

Prozessor-Sockel und Chipsätze

Prozessoren werden in den so genannten Sockel des Mainboards eingesetzt - dabei legt man einen Hebel am Sockel um, der nach Einsetzen der CPU dann zurückgelegt und arretiert wird. Dadurch wird auch die CPU in den Sockel gedrückt, damit sie optimalen Kontakt zum Sockel hat. Der Sockel wiederum hat die exakt passenden Maße und Kontaktstellen für alle CPUs, die den Sockel unterstützen, hinzu kommen kleine Aussparungen. Um den Sockel herum sind Löcher oder Kunststoff-Halterungen für den CPU-Kühler (ein großes Special zum Thema CPU-Kühlung mit einer Marktübersicht hatten wir erst kürzlich veröffentlicht).

Es ist bei modernen Prozessoren, ohne grundlegend etwas zu übersehen, kaum möglich, eine CPU in einen falschen Sockel einzusetzen. Man spricht auch davon, dass eine CPU oder ein Mainboard dann diesen Sockel "hat". Ein Ryzen 5 1600 oder Ryzen 7 2700X oder Ryzen 5 3600 hat beispielsweise den Sockel AM4. Um passende Mainboards zu finden, muss man also dann ebenfalls auf den Sockel AM4 achten. Zu Intels Sockel 1151 v2 passen beispielsweise CPUs wie der Core i3-8300 oder Core i7-9700K.

Den Sockel bei einem Mainboard kann man indirekt herleiten, denn Mainboards haben bestimmte Chipsätze, quasi eine Art Grundausstattung mit wichtigen Chips für die Kompatibilität für bestimmte CPUs und mehr. Am Chipsatz-Namen kann man erkennen, welchen Sockel das Mainboard hat - zumindest, wenn man sich auskennt oder eine Liste mit den Chipsätzen und deren Sockeln zur Verfügung hat, wie sie wir nun präsentieren. Wir haben dabei die Mainstream-Sockel seit dem Jahr 2011 in die Tabelle aufgenommenen:

Sockel Release Chipsätze
AMD AM3+ 2011 760G, 970, 980G, 990X, 990FX
Intel 1155 2011 mehr als 10, u.a. H67, Z77 und B75
Intel 1150 2013 B85, H81, H87, H97, Q85, Q87, Z87, Z97
Intel 1151 2015 u.a. B250, H170, H270, Z170, Z270
AMD AM4 2016 A320, B350, B450, X370, X470, X570
Intel 1151 v2 2017 B360, B365, H210, H370, Q370, Z370, Z390
Intel 1200 2020 B460, H470, Z490

Wer noch kein Mainboard mit dem Sockel AM4 oder 1151 v2 besitzt, muss also ein passendes Mainboard kaufen, wenn er eine CPU für den Sockel AM4 oder 1151 v2 einbauen möchte. Die Chipsätze deuten auch an, an welche Nutzergruppe sie sich richten. Beim Sockel AM4 sind die A-Chipsätze für den Einstiegsbereich gedacht, wenn man keine besonderen Features braucht. B-Chipsätze können schon mehr an Ausstattung bieten, und auch Übertakten ist je nach Modell möglich, und zwar zum Teil auch in durchaus höhere Übertakter-Sphären.

Ein im Sockel fixierter AMD Ryzen-Prozessor auf einem Gigabyte-Mainboard. Quelle: Gigabyte Ein im Sockel fixierter AMD Ryzen-Prozessor auf einem Gigabyte-Mainboard. Besonders gut ausgestattet und mit einem klaren Blick auch auf Übertakter sind Mainboards mit einem X-Chipsatz. Bei Intel seht es ähnlich aus, nur dass die Rangfolge der Chipsatz-Buchstaben wie folgt lautet: B, H sowie Z. Wichtig: Bei Intel sind nur Z-Chipsätze zum Übertakten geeignet, zudem muss die CPU ein K im Namen tragen wie der Core i5-9600KF oder Core i7-8700K.

Sonderfälle bei Sockeln und Chipsätzen

Bei AMD und Intel gibt es zwei Besonderheiten zu beachten, wegen der CPUs trotz (scheinbar) korrektem Sockel nicht auf Mainboards funktionieren. Zuerst kommen wir zu Intel, da diese Besonderheit die ältere ist. Denn Es gibt sowohl den Sockel 1151 als auch den Sockel 1151 v2. Zum Release der ersten Core i-8000er CPUs wurde dies namentlich noch nicht unterschieden - man musste genau auf den Chipsatz achten. Denn Die Core i-CPUs der 6000er und 7000er-Familien laufen auf Intels Sockel 1151, aber nur bei Chipsätzen mit 100er- und 200er-Namen wie dem H170 oder Z270. Die 8000er-CPUs aber brauchten bei Release einen 300er-Chipsatz wie den Z370. Da dies zu Verwirrungen führte, ging man schnell zu der Unterscheidung zwischen 1151 und 1151 v2 über. Mittlerweile gibt es auch 9000er-CPU-Modelle für den Sockel 1151 v2.

Definitiv fit für alle Ryzen 3000er-CPUs ist ein Mainboard mit X570-Chipsatz, hier ein MSI X570 Ace. Quelle: MSI Definitiv fit für alle Ryzen 3000er-CPUs ist ein Mainboard mit X570-Chipsatz, hier ein MSI X570 Ace. Nun zu AMD, genauer gesagt zu den aktuellen Ryzen 3000er-Prozessoren. Hier ist nur der X570-Chipsatz ist unabhängig von seiner BIOS-Version kompatibel zu Ryzen 3000er-CPUs. Andere Chipsätze sind zwar kompatibel, aber erst mit einem ausreichend neuen BIOS in der Lage, einen der neuen Ryzen-Prozessoren zu erkennen - andernfalls droht ein schwarzes Bild, mit dem sich das BIOS freilich nicht aktualisieren lässt. Allerdings muss man beim Mainboard einen wahren Ladenhüter erwischen, wenn man heute noch ein ordentliches Sockel AM4-Mainboard ohne X570-Chipsatz kauft, dessen Produktionsdatum so lange zurückliegt, dass das BIOS zu alt für die Ryzen 3000er-CPUs ist. Wer auf Nummer Sicher gehen will, nimmt aber trotzdem ein X570-Modell, oder er fragt beim Händler nach, ob das BIOS des Wunsch-Mainboards neu genug ist. Eine andere Option ist: man sucht ein Mainboard, dass erst ab Juli 2019 auf den Markt kam, als auch die Ryzen 3000er-Modelle erschienen. Dies ist beispielsweise bei allen MSI-Mainboards für den Sockel AM4 mit dem Namenszusatz Max der Fall. Als letzte Möglichkeit gibt es noch Hilfe direkt von AMD, denn ihr könnt kostenlos eine Leih-CPU anfordern, die ein Update ermöglicht.

  1. Seite 1 CPU-Kaufberatung: Takt, Kerne und Threads
  2. Seite 2 CPU-Kaufberatung: Alte CPUs nicht unterschätzen
  3. Seite 3 CPU-Kaufberatung: Sockel, Chipsätze und Besonderheiten
  4. Seite 4 CPU-Kaufberatung: AMD oder Intel? Mainstream- oder Profi-Segment?
  5. Seite 5 CPU-Kaufberatung: Vorschau Sockel 1200 und aktuelle Kaufempfehlungen
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