Intel Kaby Lake - Kauftipps mit 60 passenden Mainboards bis 200 Euro sowie CPU-Kaufempfehlungen für den Sockel 1151
Special
Mit den neuen Kaby Lake-CPUs hat Intel auch neue Mainboardchipsätze herausgebracht. Wir bieten eine Marktübersicht mit 60 Mainboards, Tipps zum Kauf sowie auch eine Auswahl von passenden Sockel 1151-CPUs mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Mit der Kaby Lake-Familie hat Intel ein großes Refresh für den beliebten Sockel 1151 auf den Markt gebracht. Neben über 20 bereits erhältlichen Prozessoren - wir hatten hierzu in der letzten Woche entsprechendes Special veröffentlicht - sind aber auch neue Chipsätze und damit einhergehend viele neue Mainboards erschienen.
In diesem Artikel
Wir bieten euch aus diesem Anlass eine Marktübersicht mit 60 neuen Kaby Lake-Mainboards zwischen 80 und 200 Euro inklusive einigen allgemeinen Tipps zum Kauf, die zum Teil auch auf Mainboards anderer Sockel anwendbar sind. Wir starten aber zunächst mit einem kleinen Schwenk zu den neuen Kaby Lake-CPUs, denn vor dem Mainboardkauf ist ja in der Regel die wichtigere Frage: welche CPU sollte man nehmen? Diese Frage klären wir mit einer CPU-Kaufberatung, in der wir die für den Sockel 1151 empfehlenswertesten Kaby Lake- und Skylake-CPUs herauspicken.
CPU-Kaufberatung Sockel 1151
Mit Kaby Lake wurde kein echter Leistungssprung erreicht, aber es gibt nun mehr Auswahl bei den CPUs für den Sockel 1151. Da die Kaby Lake-Prozessoren mit höheren Taktraten als die älteren Skylake-Modelle angeboten werden, kann man durchaus mit dem Griff zu Kaby Lake auch ein kleines Leistungsplus erreichen. Wichtig ist natürlich, dass der Aufpreis nicht zu hoch ist.
Quelle: PC Games Hardware
Intel Core i7-7700K
Es macht keinen Sinn, wegen fünf Prozent mehr Takt gleich 20 Prozent mehr zu bezahlen. Doch wie genau sieht es hier aktuell aus? Wir haben für unsere Kauftipps 19 Prozessoren aus verschiedenen Preisklassen herausgesucht, und zwar sowohl neue Kaby Lake- als auch bereits länger erhältliche Skylake-Prozessoren. Die Core i3-Modelle bieten zwei Kerne mit je zwei Threads, arbeiten also bei Bedarf wie Vierkern-CPUs. Trotzdem sind die echten Vierkerner bei gleichem Takt schneller, so dass die Core i5-CPUs die bessere Wahl sind, da sie echte vier Kerne bieten. Die Core i3-Modelle sind aber für Einsteiger-PCs durchaus brauchbar. Wer besonders zukunftssicher unterwegs sein will, der setzt auf einen Core i7: je zwei Threads pro Kern machen aus den Vierkern-CPUs quasi Achtkern-Prozessoren. Dafür zahlt man aber auch ordentlich drauf. Einen Aufpreis zahlt ihr auch, wenn ihr die CPU übertakten wollt und eine der dafür nötigen K-CPUs anschafft. Wir haben unsere Kaufübersicht für den Sockel 1151 in der folgenden Tabelle zusammengefasst, in der ihr auch alle wichtigen Daten seht: Prozessor-Familie, Kern- und Threadanzahl (Spalte K/T), Standard- und Turbotakt sowie zum Einordnen von Preis und Leistung auch der Preis pro Gigahertz zusätzlich zum Gesamtpreis. Beachtet aber, dass der Preis pro Gigahertz nur innerhalb der gleichen CPU-Typen eine Rolle spielen sollte, also beim Core i3, i5 oder i7. Wir haben daher die drei CPU-Typen auch durch eine Leerzeile voneinander getrennt.
| Modellname | Familie | K / T | Standardtakt in GHz | Turbotakt in GHz | Preis ab | Preis pro GHz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i3-6100 | Skylake | 2 (4) | 3,7 | keiner | 110 Euro | 30 Euro |
| Core i3-7100 | Kaby Lake | 2 (4) | 3,9 | keiner | 125 Euro | 32 Euro |
| Core i3-6300 | Skylake | 2 (4) | 3,8 | keiner | 140 Euro | 37 Euro |
| Core i3-6320 | Skylake | 2 (4) | 3,9 | keiner | 155 Euro | 40 Euro |
| Core i3-7300 | Kaby Lake | 2 (4) | 4,0 | keiner | 160 Euro | 40 Euro |
| Core i3-7320 | Kaby Lake | 2 (4) | 4,1 | keiner | 170 Euro | 41 Euro |
| Core i3-7350K | Kaby Lake | 2 (4) | 4,2 | keiner | 200 Euro | 48 Euro |
| Core i5-6400 | Skylake | 4 (4) | 2,7 | 3,3 | 180 Euro | 67 Euro |
| Core i5-7400 | Kaby Lake | 4 (4) | 3,0 | 3,5 | 190 Euro | 63 Euro |
| Core i5-6500 | Skylake | 4 (4) | 3,2 | 3,6 | 210 Euro | 67 Euro |
| Core i5-7500 | Kaby Lake | 4 (4) | 3,4 | 3,8 | 215 Euro | 63 Euro |
| Core i5-6600 | Skylake | 4 (4) | 3,3 | 3,9 | 230 Euro | 70 Euro |
| Core i5-7600 | Kaby Lake | 4 (4) | 3,5 | 4,1 | 235 Euro | 67 Euro |
| Core i5-6600K | Skylake | 4 (4) | 3,5 | 3,9 | 245 Euro | 70 Euro |
| Core i5-7600K | Kaby Lake | 4 (4) | 3,8 | 4,2 | 250 Euro | 66 Euro |
| Core i7-6700 | Skylake | 4 (8) | 3,4 | 4,0 | 315 Euro | 93 Euro |
| Core i7-7700 | Kaby Lake | 4 (8) | 3,6 | 4,2 | 320 Euro | 89 Euro |
| Core i7-6700K | Skylake | 4 (8) | 4,0 | 4,2 | 345 Euro | 86 Euro |
| Core i7-7700K | Kaby Lake | 4 (8) | 4,2 | 4,5 | 360 Euro | 86 Euro |
Bei den aktuellen Preisen lauten unsere Kauftipps: wem ein Core i3 genügt, der nimmt am besten einen Core i3-6100 oder Core i3-7100. Beide kosten um die 30 Euro pro Gigabyte. Die anderen Core i3-CPUs sind deutlich teurer, vor allem (wegen seiner Übertaktbarkeit) der Core i3-7350K.
Quelle: MSI
MSI B250M Pro-VDH, ab 80 Euro
Bei den Core i5-Modellen zeigen zwei der neuen Kaby Lake-CPUs mit etwa 63 Euro pro Gigabyte ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: der Core i5-7400 und Core i5-7500 sind daher ein Kauftipp, wenn ihr nicht übertakten wollt. Alle anderen Core i5-Modelle kosten mehr als 65 Euro pro Gigabyte. Auch Übertakter greifen zu Kaby Lake: der Core i5-7600K kostet bei deutlich mehr Takt kaum mehr als der Skylake Core i5-6600K, so dass er pro Gigahertz vier Euro günstiger ist. Bei den Core i7-Modellen ist Kaby Lake mit dem Core i7-7700 und Core i7-7700K ebenfalls zu empfehlen, doch auch Skylake zeigt mit dem Core i7-6700K ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Lediglich der Core i7-6700 ist aktuell nicht zu empfehlen. Am Ende müsst ihr natürlich auf die aktuellen Tagespreise achten, denn hier kann sich die Situation natürlich schnell ändern, wenn die Preise um 10 oder 20 Euro abweichen.
Allgemeine Tipps zum Mainboardkauf
Die folgenden Tipps gelten nicht nur für den Sockel 1151, außer wir erwähnen es explizit. Speziell bei Intel müsst ihr seit einigen Generationen darauf achten, ein Mainboard mit einem Z-Chipsatz zu nehmen, falls ihr den Prozessor auch übertakten wollt.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte GA-Z270-Gaming K3, ab 140 Euro
Beim Sockel 2011-3 gibt es ausschließlich den X99-Chipsatz, der generell zum Übertakten geeignet ist. Als CPU muss bei Intel seit vielen Jahren zudem ein Modell mit einem K nach der Modellnummer gewählt werden, wenn man übertakten will, denn nur hier ist dank eines frei wählbaren Multiplikators das Übertakten auch sinnvoll möglich. Beim Sockel 1150 gibt es neben den K-CPUs auch zwei Modelle mit einem C, die ebenfalls einen frei wählbaren Multiplikator besitzen. Übertakter-CPUs für den Sockel 2011-3 haben entweder ein K oder ein X nach der Modellnummer. Was die Steckplätze angeht: auch wenn PCIe 3.0 für moderne Grafikkarten inzwischen der Standard ist, gibt es vereinzelt Mainboards, die keinen solchen Steckplatz bieten. Achtet also beim Kauf darauf. AMDs Sockel AM3+ bietet ohnehin nur 2.0-Support, da die Prozessoren kein 3.0 unterstützen. Der bald kommende AMD-Sockel AM4 wird aber PCIe3.0 bieten. Bei den externen USB-Anschlüssen gibt es so gut wie kein Mainboardmodell, das weniger als vier Stück bietet. Die Mehrzahl verfügt über sechs oder mehr externe USB-Ports. Mindestens vier SATA-Anschlüsse sind bei modernen Mainboards ebenfalls als üblich anzusehen, viele neuere Modelle haben sechs SATA-Ports mit dem schnelleren SATA3 (6GB)-Standard, so dass man selbst dann, wenn man sechs SSDs einbauen, keine Nachteile zu befürchten hat.
Auch die moderne Schnittstelle M.2. bieten inzwischen sehr viele Mainboards - hier ist potentiell mehr Datenspeed drin als über SATA, allerdings sind die schnelleren Varianten der M.2-SSDs auch deutlich teurer und bieten in der Praxis keine nennenswerten Vorteile, außer man arbeitet sehr oft mit großen Datenmengen oder kopiert oft von eine SSD auf eine andere. Generell gilt aber, dass für einen typischen Gaming-PC fast jedes Mainboard ab 50 bis 60 Euro völlig ausreicht, sofern nicht irgendein Detail fehlt, auf das ihr persönlich großen Wert legt. Übertakter nehmen ein Modell mit geeignetem Chipsatz, sollten aber eher ab 120 Euro ausgeben, um beim Übertakten auch üppige Auswahlmöglichkeiten zu haben und dank hochwertigerer Bauteile im Zweifel stabiler übertakten zu können als mit einem sehr günstigen Modell.
Quelle: MSI
µATX-Mainboard für Übertakter: MSI Z270M Mortar, ab 140 Euro
Einen Aufpreis müsst ihr aber - egal ob Übertakten gewünscht ist oder nicht - gegebenenfalls in Kauf nehmen, wenn das Mainboard Multi-GPU-fähig sein soll, also mehr als eine Grafikkarte gleichzeitig genutzt werden kann. AMDs Crossfire ist hierbei häufiger vertreten, wer Nvidias SLI nutzen will, hat weniger Auswahl. Eine Ausnahme bei der Ausstattung ganz allgemein sind übrigens die sehr kleinen Mini-ITX-Mainboards, dazu erfahrt ihr im nächsten Kapitel mehr.
Welcher Formfaktor?
Unsere Hinweise zum Formfaktor gelten natürlich für alle Sockel und nicht nur für die neuen Sockel 1151-Mainboards. Mit dem Formfaktor ist die Baugröße eines Mainboards gemeint, beziehungsweise genauer gesagt: die maximalen Ausmaße eines Mainboards. Von klein nach groß geordnet sind die wichtigsten vier Formate Mini-ITX, µATX (auch mATX oder Mikro-ATX), ATX und E-ATX. Auch Gehäuse werden mit den gleichen Formfaktor-Kürzeln beschrieben - wichtig ist hierbei, dass ein Mainboard mit einem Formfaktor, der größer als der des Gehäuses ist, nicht eingebaut werden kann. Umgekehrt ist es aber kein Problem, so dass für ein ATX-Gehäuse selbstverständlich auch ein Mini-ITX oder µATX-Mainboard genutzt werden kann. Da ATX-Gehäuse problemlos Platz für Gaminghardware bieten und dabei trotzdem kompakt gebaut sein können, ist das Preis-Preisleistungs-Verhältnis sowie die Auswahl bei ATX-Gehäusen hervorragend, denn diese Baugröße ist sehr beliebt und wird massenhaft produziert.
Quelle: ASRock
Edles Übertaktermainboard für kleine ITX-Gehäuse: ASRock Fatal1ty Z270 Gaming-ITX/ac, ab 200 Euro
Auch bei Nutzung eines ATX-Gehäuses könnt ihr bedenkenlos ein µATX-Mainboard auswählen. Denn diese bieten sowohl vom Platzangebot her als auch von der Ausstattung fast das gleiche wie die ATX-Version der Modellserie, sind aber oft ein paar Euro günstiger. µATX-Mainboards sind lediglich etwas kürzer, so dass insgesamt weniger Slots vorhanden sind als bei ATX-Baugröße. Für eine Grafikkarte plus beispielsweise eine Soundkarte sind aber bei jedem modernen µATX-Mainboard trotzdem genug Slots verfügbar. Anders sieht es bei Mini-ITX aus, was nur für sehr kleine PCs gewählt werden sollte. Denn hier ist auch um die CPU herum häufig etwas weniger Platz, manch ein CPU-Kühler kann daher in Konflikt mit Kondensatoren oder der Grafikkarte kommen. Es sind auch maximal zwei RAM-Slots vorhanden, und außer einer Grafikkarte ist keine Nutzung einer weiteren Zusatzkarte möglich. Zudem sind Mini-ITX-Mainboards teurer als vergleichbare µATX- und ATX-Modelle. E-ATX wiederum wird nur selten für einen normalen Gaming-PC genutzt, denn alles Wichtige passt problemlos auch beim µATX- oder ATX-Formfaktor auf die Platine. E-ATX hat seine Berechtigung eher für Mainboards, die ungewöhnlich viele SATA-Steckplätze bieten oder auch mehr als vier RAM-Slots, was bei einigen Server-Mainboards der Fall sein kann. Hierzu muss das Gehäuse dann aber auch sehr groß sein. Wir raten daher für einen Spiele-PC definitiv zu µATX oder ATX, wenn es um die Mainboardgröße ist, und dazu passend ein Midi-Gehäuse mit ATX-Baugröße. Wenn ihr bereits ein Gehäuse besitzt und nur ein neues Mainboard anschaffen wollt, nicht sicher seid, welche Baugröße das Mainboard hat, dann nehmt am besten ein µATX-Modell oder messt beim alten Mainboard nach. Bei der Breite messen sowohl ATX als auch µATX maximal 24,4 Zentimeter, bei der Länge (beziehungsweise wenn ihr seitlich in den PC schaut die Höhe) sind es bei µATX ebenfalls maximal 24,4 Zentimeter, bei ATX darf es bis zu 30,5 Zentimeter lang sein. Auf der nächsten Seite kümmern wir uns um Kaby Lake-Chipsätze und haben 60 neue Mainboards in einer Marktübersicht zusammengefasst.
