Intel Core Ultra: Anwendungen, Spieleproblematik und Stromverbrauch

Special Antonio Funes
Intel Core Ultra: Anwendungen, Spieleproblematik und Stromverbrauch
Quelle: Intel

Wir schauen uns die Spieleleistung und mehr der drei neuen Intel Core Ultra CPUs 245K, 265K und 285K genau an und bieten eine aktuelle CPU-Kaufberatung.

Blick auf Anwendungen

Die Anwendungsleistung kann für Nutzer wichtig sein, die bestimmte Programme häufig nutzen, bei denen eine starke Anwendungsleistung nicht nur mal hier, mal paar Zehntelsekunden Zeitersparnis einbringt, sondern im Laufe eines Arbeitstages dank geringerer Rechenzeiten bare Münze einsparen kann.

Hierbei schneiden die neuen Intel Core Ultra-CPUs sehr gut ab - der Core Ultra 9 285K liegt bei Multicore-Anwendungen sogar oft vor dem Ryzen 9 9950X, der Core Ultra 265K wiederum ist auf Höhe des Core i9-14900K(F), und der Core Ultra 245F platziert sich deutlich vor dem Core i5-14600K(F).

Und dies alles, obwohl die Core Ultra-CPUs ja kein SMT mehr bieten und somit deutlich weniger Threads verwalten können als die Konkurrenz. Bei der Singlecore-Leistung liegt der Core Ultra 9 285K allerdings unterhalb des Ryzen 9 9950 und nur auf dem Level des Ryzen 5 9600X, der Core Ultra 7 265K(F) ordnet sich aber über dem Core i9-14900KF ein, der Core Ultra 5 245K(F) knapp darunter.

Wenn wir nur von der Anwendungsleistung ausgehen, können sich die neuen Core-Ultra-CPUs also durchaus lohnen. Es hängt allerdings sehr davon ab, welche Art von Anwendung(en) man verwenden will. Der Core Ultra 9 285K kann nämlich beispielsweise einerseits die stärkste aktuelle CPU sein und wäre somit seine 630 Euro wert, er kann aber auch hinter einem Core i9-14900KF oder Ryzen 9 7950X landen, die beide fast 200 Euro weniger kosten. Hier gilt es, sich nach der Leistung in den für euch wichtigen Anwendungen im Detail zu informieren.

Gigabyte Z890M GAMING X Quelle: Gigabyte Ab gut 200 Euro zu haben ist das Gigabyte Z890M GAMING X

Mangelnde Spieleleistung - warum?

In Anwendungen stehen die neuen Core-Ultra-CPUs sehr gut da - in Spielen aber verlieren sie im Vergleich zu ihren Vorgängern vom Sockel 1700. Das heißt, dass das Potenzial vorhanden ist, aber bei Spielen aus irgendwelchen Gründen nicht so ausgeschöpft wird wie bei Anwendungen. Unsere Kollegen der PC Games Hardware haben hierzu auch keine Erklärung gefunden, außer dass Intel noch softwareseitig nachbessern muss.

Der Grund kann man also mutmaßlich an der noch fehlenden Optimierung festmachen. Dass es s#Soft- und nicht Hardware-seitigen Optimierungsbedarf gibt, zeigt auch ein Leistungsvergleich mit verschiedenen Windows-Versionen. Denn bei der neueren Windows 11-Version 24H2 lag im Test der PC Games Hardware die Spieleleistung um 5 bis 9 Prozent niedriger als bei der älteren 23H3-Version.

Die Software spielt also eine wichtige Rolle. Auch durch Spiele-Patches kann sich einiges bewegen. Unsere noch folgende Preis-Leistungs-Einschätzung für Gaming ist daher nur unter Vorbehalt zu sehen. Zuerst schauen wir uns noch kurz den Strombedarf an.

Ultra effizient

Der Ryzen 7 7800X3D benötigt bei Spielen nur etwas mehr als 60 Watt - dies hat er auch dem 3D V-Cache zu verdanken. Dass dies erstaunlich wenig ist, zeigt der Vergleich mit dem Intel Core i5-14600K, der in Spielen etwa 18 Prozent schwächer ist und fast das Doppelte verbraucht. Die Core i7- und i9-Modelle liegen bei 160 bis 180 Watt, und sind ja ebenfalls langsamer als der Ryzen 7 7800X3D.

Doch wie viel Strom verbrauchen die neuen Core-Ultra-Modelle? Kurz zusammengefasst <,sind es etwa 65 Watt beim Core Ultra 245K(F), etwas weniger als 80 Watt beim Core Ultra 7 265K(F) sowie etwa 90 Watt für den Core Ultra 9 285, also mehr als AMDs Spiele-Ryzen, aber deutlich weniger als der Core i5-14600K(F).

Dieser vergleichsweise niedrige Strombedarf kann sich bei der Kaufentscheidung durchaus auswirken, sofern ihr zwischen einem Core Ultra und einem Core i-Prozessor schwankt und die CPU-Preise passen - wir werden darauf bei der Preis-Leistungs-Betrachtung noch eingehen. In jedem Falle haben die neuen Core-Ultra-CPUs zumindest bei der Stromeffizienz einen enormen positiven Sprung im Vergleich zur Sockel-1700-Plattform gemacht.

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