Hitzefrei für den PC: Gehäuselüfter, CPU-, Grafikkarten- und Wasserkühlung
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Vor allem im Sommer sorgen sich einige Gamer um die Temperaturen ihrer Hardware. Wir geben euch allgemeine Tipps, wie ihr die Kühlung des PCs überwachen und optimieren könnt, auch was die Lautstärke angeht.
Gehäuselüfter
Wenn es das Gehäuse erlaubt, dann empfehlen wir für den vorderen Bereich einen Lüfter mit einer Rahmenbreite von 140 Millimetern anstelle der als Standard geltenden 120 Millimeter. Denn durch die größeren Rotorblätter reichen kleinere Drehzahlen aus, um die gleiche Luftmenge zu befördern wie ein kleinerer Lüfter - der Luftstrom kann also leiser erzeugt werden.
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Gerade für den vorderen Lüfter ist dies natürlich ein Vorteil, da dieser zu euren Ohren ja den geringsten Abstand hat. Hinten könnt ihr aber problemlos einen Lüfter mit 120 Millimeter Rahmenbreite verwenden, der auch etwas schneller drehen darf, ohne euch zu stören. Grundsätzlich gilt aber: achtet auf die Mischung aus Rahmenbreite und Drehzahl sowie der Herstellerangabe des Luftdurchsatzes in m³/h, also Kubikmeter pro Stunde.
Quelle: Be Quiet
Gehäuselüfter von be quiet
Ein eher billiger 140er-Lüfter ist am Ende nämlich vielleicht zwar nicht lauter als ein teurer Silent-Lüfter mit 120 Millimeter Rahmenbreite, befördert aber weniger Luft - in dem Falle ist der kleinere Lüfter die bessere Wahl, auch wenn er ein wenig mehr kostet. Um einen ungefähren Preisbereich zu nennen: ab etwa sieben bis acht Euro bekommt ihr auch leise, aber trotzdem effektive Lüfter mit 120 Millimeter Rahmenbreite, für die 140er-Größe sind es etwa zwei bis drei Euro mehr, dafür aber auch mit leiserem Betrieb bei gleichem Luftumsatz. Für vorne im Gehäuse empfehlen wir 600 bis 800 Umdrehungen pro Minute, für hinten 1000 bis 1200 Umdrehungen pro Minute. Dies sind nur Richtwerte, denn es hängt natürlich auch von euch ab, ob ihr vielleicht lieber mehr Drehzahl haben möchtet und euch der lautere Betrieb nichts ausmacht, oder ob ihr vielleicht auch einen sehr teuren Lüfter anschafft, der mit hoher Drehzahl leise ist und viel Luft bewegen kann.
CPU-Kühler
Manch einer unterschätzt die Wichtigkeit eines CPU-Kühlers. Natürlich reicht auch der Boxed-Kühler, also der bei den CPUs mitgelieferte Kühler, oder ein günstiger Kühler für unter 15 Euro aus, um die Temperaturen der CPU nicht gefährlich zu überschreiten. Aber ein solcher Kühler kühlt weitaus weniger effizient als ein Kühler für 25 bis 40 Euro. Die Folge: der Lüfter des Kühlers muss schneller und somit auch lauter drehen, damit der Kühlkörper nicht zu heiß wird.
Quelle: Alpenföhn / EKL
Beliebter Allround-Kühler: EKL Alpenföhn Brocken ECO
Zudem kann es im Gehäuse insgesamt wärmer werden, auch da günstige Kühler häufig nur kleine Lüfter besitzen - diese schaffen nicht so viel warme Luft weg und sind nebenbei auch noch lauter als größere Lüfter. Unser Tipp: gebt lieber 20, besser 25 bis 40 Euro für einen ordentlichen Kühler aus. Wenn möglich, dann sollte der mitgelieferte Lüfter mindestens 92 Millimeter Rahmenbreite haben, besser 120 Millimeter. Ein solcher Kühler sorgt nicht nur für einen leiseren Betrieb, sondern er unterstützt das gesamte Kühlkonzept des PCs. Unsere Community wird euch gerne bei der Wahl eines passenden Kühlers beraten.
Grafikkartenkühler
Nvidia und AMD bringen regelmäßig neue Grafikkartenserien auf den Markt wie beispielsweise die AMD R9 380 oder die Nvidia GTX 970. Für diese Grafikkartenserien geben die beiden Chiphersteller so genannte Referenzdesigns vor, sozusagen Baupläne heraus. Die Partner-Hersteller wie beispielsweise Asus, Gigabyte oder Sapphire, die später die in den Läden erhältlichen Grafikkarten produzieren, bringen so gut wie immer Modelle mit einer eigenen Kühllösung auf den Markt, die leiser als die Referenzkühlung von AMD und Nvidia ist. Man spricht auch von Custom-Kühlern. Bei für Gaming gut geeigneten Grafikkarten sind zudem zwei oder gar drei Lüfter im Einsatz - in der Summe ist dies dann noch leiser, da die Lüfter gemeinsam bei wenig Drehzahl die gleiche Luft befördern, für die ein einzelner Lüfter sehr schnell drehen müsste.
Quelle: Zotac
Zotac Nvidia GTX 980 mit großem Customkühler und drei Lüftern
Es gibt auch einige separat im Handel erhältliche Grafikkartenkühler, wenn man eine Grafikkarte mit lauter Referenzkühlung besitzt oder mit der Customkühlung unfrieden ist und einen noch leiseren Betrieb haben möchte - man muss aber dann mit einer Investition von mindestens 40 Euro rechnen, für Kühler, die in eine Wasserkühlung integriert werden sollen, sogar noch mehr. Zudem muss man sich genau informieren, welcher Kühler auf die Grafikkarte überhaupt passend aufmontiert werden kann. Wichtig zu wissen: die Grafikkarten arbeiten mit einer individuellen Lüfterkurve, also einer Art Tabelle, anhand der die Grafikkarte die Lüfterdrehzahl in Abhängigkeit von der aktuellen Temperatur steuert. Manche Hersteller haben diese Lüfterkurve sehr extrem auf das Ziel eingestellt, eine möglichst kühle Temperatur zu erreichen, auch wenn die Lüfter dafür lauter drehen müssen. Andere Hersteller lassen die Karte wärmer werden, aber immer noch weit entfernt von einer gefährlichen Hitze, so dass die Lüfter dafür langsamer und somit auch leiser drehen können. In beiden Fällen könnt ihr aber auch selber per Software die Lüfterkurve nach euren Wünschen ändern. Ein bereits auf Seite 1 genanntes passendes Tool ist der MSI-Afterburner.
Wasserkühlung
Vor einigen Jahren war eine Wasserkühlung noch das Non-Plus-Ultra, wenn man seinen PC leise kühlen wollte. Vor allem für Übertakter war dies beinahe ein Muss. Doch inzwischen sind Luftkühlungen, also ein Kühlkörper mit direkt aufmontiertem Lüfter, so effizient, dass auch per Luftkühlung ein sehr leiser Betrieb möglich ist. Und zwar selbst bei Übertaktung der Komponenten sowie zu deutlich geringeren Kosten als mit einer Wasserkühlung. Letztere spielen daher eher für extreme Übertaktungsexperimente oder zur optischen Aufwertung des PCs eine Rolle. Das Prinzip: eine Pumpe sorgt dafür, dass in Schläuchen ein Wasserkreislauf entsteht. Die Schläuche wiederum verbinden einen oder mehrere Kühlkörper mit dem so genannten Radiator. Das Wasser fließt zu den Kühlkörpern, nimmt die Wärme auf, gelangt zum Radiator, der die Wärme an die Luft abgibt.
Quelle: Caseking/NZXT
Kompakter CPU-Wasserkühler, hier ein NZXT Kraken X31. Rechts die Radiatoreinheit mit Lüfter
Zu diesem Zweck sitzt der Radiator meist hinten im Gehäuse oder sogar außerhalb des PCs. Mit langsam und somit leise drehenden Lüftern unterstützt man den Radiator, damit die Wärme sich nicht um den Radiator herum staut. Das inzwischen abgekühlte Wasser wird weitergepumpt, und das Spiel beginnt von vorne. In eine richtige Wasserkühlung kann man also neben einem Kühlkörper für die CPU auch weitere Kühler integrieren, zum Beispiel auch für die Grafikkarte oder den Arbeitsspeicher. Mit allem drum und dran muss man aber, da sich viele Einzelkomponenten summieren, mit 200 Euro oder mehr rechnen, selbst wenn man nur die CPU kühlen will. Eine günstige Alternative sind kompakte, geschlossene CPU-Wasserkühlungen. Diese bestehen aus einem in sich geschlossenen System aus Kühler und Radiator mit kleiner eingebauter Pumpe. Sie haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu einer richtigen Wasserkühlung günstiger sind. Dafür sind sie aber nicht erweiterbar, und teurer als eine Luftkühlung sind sie trotzdem. Im PC sieht es allerdings etwas aufgeräumter aus, da der Kühlkörper auf der CPU bei Wasserkühlungen deutlich kleiner ausfällt. Denn das Abgeben der Wärme an die Luft, was bei der Luftkühlung der Kühlkörper übernimmt, erledigt bei der Wasserkühlung der entfernter angebrachte Radiator. Unser Tipp: eigentlich könnt ihr mit einer Luftkühlung für 30 bis 50 Euro die CPU flüsterleiste kühlen - eine kompakte Wasserkühlung unter 100 Euro kann aber trotzdem für manch einen User eine attraktive Anschaffung sein. Eine nicht-geschlossene ausgewachsene Wasserkühlung ist aber in jedem Falle nur etwas für echte Hardwarefans mit lockerem Geldbeutel. Ein Special, in dem wir Luft- und Wasserkühlung näher miteinander vergleichen und in dem ihr auch 40 Luft- und Wasser-Kühler für die CPU findet, haben wir übrigens Anfang Mai veröffentlicht.
