In unserem Special findet ihr wissenswertes rund um das Thema Kopfhörer und Headsets, dazu findet ihr auch einige komfortable Kopfhörer und Headsets als Kauftipps.
Surroundsound per Kopfhörer/Headset
Vor einiger Zeit gab es noch eine größere Auswahl an Kopfhörern beziehungsweise Headsets, die "echtes" Surround boten. Das heißt: in den Hörmuscheln sind vereinfacht gesagt mehrere kleine Lautsprecher eingebaut, die wie bei einem echten Boxenset den Ton für hinten links, vorne rechts und so weiter übernehmen. Da hier mehr Bauteile nötig sind als bei einem Stereo-Kopfhörer, sind die Surroundkopfhörer klanglich natürlich bei gleichem Preis ihrer Stereo-Konkurrenz unterlegen. Dies ist einer der Gründe, warum Kopfhörer mit echtem Surroundsound heute fast ausgestorben sind. Der andere und wohl wichtigere Grund ist, dass es inzwischen softwarebasierte Technologien gibt, mit denen man selbst auf Stereokopfhörern einen Surroundsound derart simulieren kann, dann eine Ortung der Geräusche sehr gut funktioniert. Die bekannteste dieser Technologien ist Dolby Headphone, Creative-Soundkarten nutzen oftmals CMSS-3D. Folgendermaßen funktionieren diese Simulationen: in Spielen wird der Sound zunächst in Surround berechnet, es entstehen also für 5.1-Sound sechs Ton-Spuren: vorne rechts und links, hinten rechts und links, vorne mittig (Center) und Bass.
Bei Filmen mit Surroundsound muss dies nicht erst berechnet werden, sondern die sechs Tonkanäle sind bereits in den Film-Daten vorhanden. Bei einem Surround-Boxenset werden diese sechs Tonkanäle danach korrekt auf die jeweiligen Boxen verteilt. Mit einer Technik wie Dolby Headphone werden die sechs Tonkanäle nun aber durch ausgefeilte Algorithmen derart zu einem neuen Stereosignal (also nur noch zwei Tonkanäle) umgerechnet, dass beim Hörer der Eindruck von Surroundsound entsteht.
Vereinfacht gesagt: es werden die einzelnen Tonspuren mit minimalen Zeitunterschieden und mit leicht abgeändertem Klang abgespielt, so dass das eine Geräusch von "hinten" zu kommen scheint, das andere "von vorne", obwohl die Schallwellen eigentlich aus den Hörmuscheln, also genau von links und rechts kommen. Hilfreich ist dabei, dass die Schallwellen in den Hörmuscheln des Kopfhörers nur sehr kurze Wege haben und auch unbeeinflusst von äußeren Umständen sind. Das heißt: der Sound ist sehr gut "vorhersehbar" und somit
Quelle: Plantronics
Plantronics Gamecom 380
besser berechenbar, was bei einem Stereo-Boxenset. das im Zimmer steht, viel schwieriger ist: dort fängt schon damit an, dass man meist nicht wirklich genau in der Mitte zwischen den Boxen sitzt, dazu kommen Schallwellen-Reflexionen durch Möbel, Wände und andere Gegenstände.Nach all der Theorie stellt sich nun sicher die Frage: was benötigt man für eine Surroundsoundsimulation auf Stereokopfhörern? Es gibt zwei Möglichkeiten:
- ihr könnt eine Soundkarte nehmen, die Dolby Headphone oder CMSS-3D bietet, und dort einen Kopfhörer oder ein Headset mit dem üblichem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker anschließen.
- ihr nehmt ein USB-Headset, welches eine der Techniken für die Simulation von Surroundsound selber bietet
Klanglich ist die Variante mit einer separaten Soundkarte zu empfehlen, wer jedoch wirklich wenig Budget hat, bekommt mit einem USB-Headset für um die 30 bis 50 Euro eine - für diesen Preis - annehmbare Surroundsoundsimulation. Übrigens: immer mehr Spiele bauen eine solche Surroundsoundsimulation in ihre eigene Audio-Engine ein, das heißt: auch ohne spezielle Soundkarte oder USB-Headset erlebt ihr bei der Nutzung von Stereokopfhörern den Sound so, als sei es Surroundsound.
