In unserer Grafikkarten-Kaufberatung nennen wir euch die aktuell empfehlenswerten Grafikkarten-Reihen von 200 bis 900 Euro und geben allgemeine Kauftipps.
Custom-Modelle von Grafikkarten
Leistungsunterschiede durch höhere Taktwerte im Vergleich zum Standardtakt können auch innerhalb des gleichen Herstellers vorkommen - so hat beispielsweise Gainward derzeit vier Modellvarianten der GeForce RTX 5070 im Portfolio. Zwei sind aus der Python III-Serie, zwei mit einer anderen Kühllösung aus der Phoenix-Serie.
In beiden Fällen gibt es pro Serie ein Modell mit dem von Nvidia vorgesehenen Standard-Boost-Takt (2512 MHz) sowie ein Modell mit übertakteter CPU, bei der Python III auf 2542 MHZ, bei der Phoenix auf 2572 MHz.
Selbst die höhere Übertaktung entspricht aber weniger als 2,5 Prozent - erwartet also nicht ein Leistungsplus von 5 oder gar 10 Prozent, nur weil ihr ein übertaktetes Modell kauft. Viel interessanter sind die vielen Custom-Modelle.
Frei übersetzt bedeutet Custom so viel "maßgeschneidert" - der Begriff wurde unter anderem durch individuell getunte oder optisch angepasste Motorräder und Autos bekannt, meint aber bei Grafikkarten trotzdem eine Massenproduktion.
Bei den vielen Custom-Modellen der einzelnen Partnerhersteller innerhalb einer Grafikkarten-Reihe sind Kühlleistung und Lautstärke mittlerweile sehr ähnlich, sodass meist eher Preis oder Optik entscheidend sind. Ihr habt dank mehrerer Custom-Modelle pro Grafikkarten-Reihe die Wahl aus einem Mix aus Preis, Grafikkarten-Länge und Kühlleistung.
Nicht immer ist eine teurere Modellvariante ihren Aufpreis wert, aber eines ist klar: Wird ein besonderer Kühler verwendet, zum Beispiel für eine sehr leise Kühlung oder auch um eine vergleichsweise kleine Grafikkarte anbieten zu können, dann ist das Modell teurer als eine Variante mit Standardkühlung.
Quelle: Zotac
Weißes Custommodell mit großer Kühlung: Die ZOTAC GAMING GeForce RTX 5070 Ti SOLID CORE OC White Edition
Drei Faktoren für die Grafikkarten-Wahl
Für die Auswahl einer passenden Grafikkarte sind für euch am Ende drei Faktoren entscheidend. Allen voran geht es um die Frage, welche Grafikkarten-Reihe mit eurem Budget überhaupt möglich und sinnvoll ist. Die derzeit beim Preis-Leistungs-Verhältnis empfehlenswerten Grafikkarten-Reihen besprechen wir auf der nächsten Seite noch genauer.
Hier kann es im Einzelfall durchaus passieren, dass zu einem sehr ähnlichen Preis zwei Grafikkarten-Reihen infrage kommen, die auch leistungsmäßig nicht weit auseinander sind. Nehmen wir an, ihr könnt aktuell bis zu 700 Euro ausgeben. Dabei kommt derzeit die AMD Radeon RX 9070 mit Preisen ab 650 Euro infrage.
Die AMD Radeon RX 7900 XT gibt es für 20 bis 30 Euro mehr und ist einen Tick schneller, hat aber wegen der älteren Architektur die schwächere Effizienz sowie auch die schlechtere Leistung in Spielen, bei denen ihr Raytracing-Effekte nutzt.
Schaut man auf Nvidia, bietet sich bis 700 Euro nur die GeForce RTX 5070 an, deren günstigste Varianten es ab 590 Euro im Handel gibt. Sie ist aber gut 10 Prozent langsamer als die AMD Radeon RX 9070, was recht nah an der Preisdifferenz und daher in Ordnung ist.
Ihr habt in dem Fall also die Wahl: Reicht euch die Nvidia-GPU aus, dann spart ihr 50 bis 60 Euro und nehmt einen kleinen Leistungsnachteil hin. Ihr könnt aber euer Budget auch ausreizen und die AMD Radeon RX 9070 nehmen
In beiden Fällen könnt ihr entweder das günstigste aktuelle Modell nehmen, wenn euch Länge, Kühlleistung (gut genug sind alle Modelle gekühlt), Optik und eine Übertaktung egal sind.
Ihr könnt euch aber auch bewusst für ein teureres Modell entscheiden. Wer beispielsweise für sein gut einsehbares, weißes Gehäuse gerne eine weiße Grafikkarte haben will, könnte für die MSI GeForce RTX 5070 12G Ventus 2X OC White 640 Euro ausgeben, anstatt für nur 590 Euro die derzeit günstigste GeForce RTX 5070 zu nehmen. Auch besonders gute Bewertungen beim Thema Lautstärke könnten für euch ein Grund sein, mehr auszugeben.
