Grafikkarten-Preise: Taktwerte und der Händler als Preis-Einfluss
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Zwischen Modellen derselben Grafikkarten-Reihe gibt es oft große Preisunterschiede - wir erklären diese und bieten nennen aktuelle Preis-Leistungs-Kauftipps
Taktwerte und Kosten des Herstellers
Die Unterschiede zwischen einem Modell mit Standardtakt und einer OC-Version sind meist sehr gering, da die Übertaktung in aller Regel nur bei 2 bis 4 Prozent liegt und man somit auch maximal ein Leistungsplus auf diesem prozentualen Niveau haben wird. In der Regel sind wie gesagt, sofern es sich um zwei bis auf den Takt identische Modelle handelt, die Varianten mit höherem Takt teurer. Auch die Kühllösung sowie Design-Entscheidungen können den Preis beeinflussen. Es gibt dabei aber auch kuriose Fälle.
Asus bietet beispielsweise aktuell 7 Modelle der GeForce RTX 4070 in Deutschland an, verteilt auf vier unterschiedliche Kühlerlösungen. Eine davon ist die Dual-Serie, die (wie der Name schon vermuten lässt) zwei Lüfter bietet. Die Asus Dual GeForce RTX 4070 hat einen maximalen Takt von 2505 MHz, die Asus Dual GeForce RTX 4070 OC hingegen bietet 2550 MHz, ein Plus von 1,7 Prozent. Beide Modelle sind, bis auf den Takt, absolut identisch. Trotzdem ist aktuell die langsamere der beiden Varianten die teurere. Wir haben also nun vier Punkte, die den Preis auf Seiten des Partner-Herstellers beeinflussen: Takt, Kühlerqualität, Größe und Lüfter.
Hinzu kommt aber auch noch die Frage, welche allgemeinen Kosten der Grafikkarten-Hersteller hat: Personal, Miete, Marketing, Vertrieb, Support, Investitionen, Management-Qualität und so weiter - ein schlecht geführtes Unternehmen oder auch eine Firma, die einen besonders guten Support bietet, wird seine UVP für eine Grafikkarte vielleicht um 20 Euro höher ansetzen als ein Konkurrent, obwohl beide Grafikkarten rein sachlich gesehen gleichgut sind. Wichtig bei all dem ist, dass diese Dinge den Preis erhöhen können, aber nicht müssen. Daran seht ihr, dass nicht zwingend das teurere Modell das bessere sein muss.
Quelle: Asus
Diese vergleichsweise große ASUS GeForce RTX 4060 kostet 80 Euro mehr als das günstigste Asus-Modell der RTX 4060 und sogar gut 100 Euro mehr als die drei billigsten RTX 4060-Modelle von Gainward, INNO3D und KFA².
Kosten des Händlers
Denn am Ende kommen auch noch beim Händler weitere Faktoren dazu: Einkaufspreis, die laufenden Kosten für Lager, Personal und eventuell Verkaufsräume, die Art der Preisgestaltung eines Händlers sowie Angebot und Nachfrage. Es kann zum Beispiel in unserem zuvor genannten Beispiel mit den beiden Asus Dual-Modellen passiert sein, dass der Zeitpunkt des Einkaufs die Ursache ist: Die aktuell angebotenen, schnelleren Modelle wurden vielleicht im August eingekauft und waren günstiger als die Einkaufspreise der erst im September eingekauften langsamerem Versionen. Nicht vergessen sollte man: Viele Dinge in Shops sind automatisiert, Preise werden zum Teil per Software auf Basis von Faktoren wie zum Beispiel Einkaufspreis, Lieferbarkeit, Nachfrage und Preis bei der Konkurrenz automatisiert angepasst. Der Händler merkt eventuell gar nicht, dass die Preise zum Teil unlogisch erscheinen können.
Manchmal versagen die Preisanpassungen auch - so hat manch ein Shop noch immer Preise für Grafikkarten aus der Phase der Preiskrise verzeichnet, die von Herbst 2020 bis Anfang 2022 andauerte. In solchen Fällen ist denkbar, dass der Shop den Preis "stur" auf dem veralteten Einkaufspreis basiert und nicht erneut geprüft hat, und auch die automatisierte Preisanpassungen versagte, da kein Konkurrenz-Händler dieses Modell mehr anbietet. Oder aber der Händler wartet bewusst sehnsüchtig auf einen uninformierten Käufer, der die Karte zu dem teuren Preis kauft. Insgesamt sind allerdings die Kosten beim Händler ein eher indirekter Einfluss, um Unterschiede zwischen einzelnen Modellen zu erklären. Denn sie erklären nur, warum Händler A mehr als Händler B für dasselbe Modell verlangt. Für die Differenzen innerhalb der Modelle einzelner Grafikkarten-Reihen bei ein und demselben Händler sind aber eher die Faktoren Einkaufspreis und Preispolitik inklusive eventueller automatisierter Preisanpassung verantwortlich.
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