Grafikkarten: Taktwerte; Kühler und Lüfter von Custommodellen

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Taktwerte; Kühler und Lüfter von Custommodellen
Quelle: PCGH

In unserer Grafikkarten-Kaufberatung geht es um Themen, die euch bei der Kaufentscheidung helfen, aber vor allem um aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnisse.a

Grafikkarten: Taktwerte

Eine Grafikkarte hat in der Regel einen Standard- sowie einen Boosttakt, der je nach Bedarf aktiviert wird. Wie wir schon auf der vorigen Seite erklärten, gibt es zudem den Referenztakt, den AMD und Nvidia für ihre Grafikkarten-Reihen vorsehen. Es gibt also einen Referenz-Standardtakt sowie einen Referenz-Boosttakt. Wenn ein Partnerhersteller sein Modell übertaktet, kann sich dies auf den Standard- oder Boosttakt beziehen, oder auch auf beides. Dies macht die genaue Auswahl einer Grafikkarte dem Anschein nach sehr schwer - doch besonders stark sind Grafikkarten in aller Regel nicht übertaktet, so dass man sich zuerst einige Modelle passend zum Budget heraussuchen und erst dann auch die Taktwerte für seine Entscheidung einbeziehen sollte.

Übrigens: Man kann die Taktwerte von unterschiedlichen GPUs nicht miteinander vergleichen. Lediglich innerhalb derselben Grafikkarten-Reihe mit identischen GPUs kann man die Taktwerte als Leistungsindiz einbeziehen. Die AMD Radeon RX 6600 arbeitet zum Beispiel mit einem Standardtakt von 1625 MHz, die RX 6500 XT mit über 2000 MHz. Trotzdem ist die RX 6600 etwa 90 Prozent schneller als die RX 6500 XT.

Custom-Modelle: Kühler und Lüfter

Wie schon erwähnt, verwenden die Partnerhersteller von AMD und Nvidia, zum Beispiel Asus, MSI, Gigabyte, EVGA, Palit, Sapphire, XFX und so weiter, oftmals eigene Kühlerlösungen für ihre Modelle. Grob gesagt gilt: Je stärker die GPU ist, desto größer muss der Kühler sein. Für besonders leise Modelle ist der Kühler abermals größer, da somit die Wärme leichter abgeführt werden kann, ohne dass die Lüfter sehr schnell drehen müssen.

Drei langsam drehende Lüfter sind dabei meist leiser als zwei oder gar nur ein einziger Lüfter, die mit schneller Drehzahl dieselbe Luftmenge versuchen zu bewegen. Trotzdem kann ein guter Kühler mit zwei Lüftern leiser sein als eine durchschnittliche Kühllösung mit drei Lüftern.

Das 'OC' im Namen sowie auf der Verpackung zeigt an, dass es sich um eine übertaktete Version einer Grafikkarte handelt. Im Bild eine übertaktete AMD Radeon RX 6800 von ASRock. Quelle: Asrock Das "OC" im Namen sowie auf der Verpackung zeigt an, dass es sich um eine übertaktete Version einer Grafikkarte handelt. Im Bild eine übertaktete AMD Radeon RX 6800 von ASRock. Aber selbst bei Grafikkarten mit identischer GPU und Takt sowie gleichstarken Kühlern kann es sein, dass das eine Grafikkarten-Modell deutlich lauter als das andere arbeitet. Dies kann wiederum damit zusammenhängen, dass der Hersteller bewusst eine höhere Drehzahl der Lüfter ab Werk eingestellt hat, um mit guten Temperaturwerten werben zu können.

Hier ist es mit Tools wie dem MSI Afterburner meist möglich, eigene Werte für die Lüfterkurve einzustellen. Wenn ein Hersteller beispielsweise versucht, seine Grafikkarte respektive deren GPU auf 70 Grad zu halten und dafür dann die Lüfter selbst bei Temperaturen von nur 60 Grad bereits bei 80 Prozent Drehzahl laufen müssen, ist die Grafikkarte sicherlich nicht gerade leise. Dabei wäre es überhaupt kein Problem, die GPU zugunsten einer geringeren Lüfter-Drehzahl 80, 85 oder auch 90 Grad heiß werden zu lassen.

Ein Szenario: Es kann bei einem guten Kühler sein, dass eine Drehzahl von zum Beispiel 60 Prozent ausreicht, um selbst bei 2-3 Stunden Gaming die Temperatur in aller Regel bei maximal 80 Grad zu halten.

Dann könnt ihr die Lüfterkurve langsam bis 80 Grad auf 60 Prozent ansteigen lassen und erst dann eine steile Kurve einstellen, damit bei 90 Grad 100 Prozent Drehzahl verwendet werden. Aber: Ihr müsst unbedingt testen, ob die 60 Prozent Drehzahl wirklich dauerhaft ausreichen. Nehmen wir an, dass es ganz knapp nicht reicht und die Grafikkarte nach 1-2 Stunden Gaming ständig die 80 Grad knapp überschreitet.

Die Lüfter werden dann für kurze Zeit deutlich hörbar aufdrehen, um dann wieder einen Gang zurückzuschalten, da die Temperatur wieder unter 80 Grad sinkt. Dieses Hin-und-Her kann sehr nerven - in dem Fall ist es besser, bei 80 Grad dauerhaft 65 bis 70 Prozent Drehzahl zu akzeptieren, anstatt das ständige Aufdrehen in Kauf zu nehmen.

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