Grafikkarten-Kaufberatung: Raytracing

Special Antonio Funes
Grafikkarten-Kaufberatung: Raytracing
Quelle: MSI

In unserer Grafikkarten-Kaufberatung geht es um die Leistung, Länge, Raytracing und mehr sowie Kaufempfehlungen anhand des aktuellen Preis-Leistungs-Gefüges

Raytracing in Kürze erklärt

Raytracing ist ein besonderes Thema, welches schwierig in eine Kaufberatung zu integrieren ist, sofern man eine klare Empfehlung geben will. Seit Nvidia vor einigen Jahren mit den ersten RTX-Grafikkarten das Thema Raytracing für normale Spiele ins Leben rief, stattet der Hersteller seine RTX-GPUs hierfür mit speziellen Raytracing-Kernen aus und hat im Vergleich zu AMD einen technologischen Vorteil.

Doch was ist Raytracing, das wir ab hier der Einfachheit halber mit RT abkürzen wollen? RT ist eine schon sehr alte Berechnungsmethode für 3D-Grafik, bei der die virtuellen Lichtstrahlen einer 3D-Szene optisch-physikalisch exakt zurückverfolgt werden.

Dabei werden auch Reflexionen, Lichtbrechung durch transparente Materialien, Beschaffenheit und Farbe von Materialien, der Einfluss von aus der Kameraperspektive gar nicht sichtbaren Objekte und mehr physikalisch korrekt mit in die Berechnung einbezogen. Somit kann RT eine besonders fotorealistische Grafik bieten, frisst aber enorm viel Leistung.

Echtes RT für bewegte Bilder in einer guten Qualität findet sich wegen der enormen dafür nötigen Rechenressourcen nur in Filmen, Serien und so weiter, wo man die Bilder nicht in Echtzeit benötigt, sondern die später meist etwa 25 Bilder pro Sekunde über Stunden, Tage oder gar Wochen verteilt in Ruhe von einem PC oder Server erstellen lässt und dann in die Produktion einbaut.

Selbst mit Nvidias speziellen RT-Kernen ist eine komplette RT-Bildberechnung für Spiele in Echtzeit auf absehbare Zeit unmöglich - daher wird RT in Spielen nur punktuell eingesetzt, nämlich für die Berechnung von Spiegelungen und Reflexionen sowie Licht- und Schatteneffekten. Im Vergleich zum Spielemarkt sind es aber eher wenige Games, die RT bieten, vor allem AAA-Titel bieten, wenn überhaupt, RT-Effekte.

In einigen dieser Spiele sieht die Grafik mit RT in der Tat atmosphärisch besser und/oder realistischer aus. In vielen Games muss man aber zugeben, dass es mit RT zwar oft entweder keine Unterschiede oder nur eine zwar andere, aber nicht unbedingt bessere Optik gibt.

Raytracing bei Cyberpunk 2077 Quelle: Screenshot Antonio Funes Raytracing bei Cyberpunk 2077 - im oberen Bild mit Raytracing sieht man im Fenster Reflexionen aus dem Inneren des Raumes.

Mögliche Grafikunterschiede mit Raytracing

Wir möchten euch für einen Grafikvergleich neben dem hier direkt oben zu sehenden Screenshot-Vergleich auch auf zwei unserer Specials verweisen.

Zum einen geht es um Call of Duty: Black OPs Cold War, wo ihr zum Beispiel direkt beim ersten Slider-Vergleich sehen könnt, dass die Schatten an der Wand durch Strommast und Stromleitungen mit RT sehr weich und zart dargestellt werden, was offenbar physikalisch korrekt ist, aber manch einem vielleicht sogar weniger zusagt als der knackige und scharfe Schatten ohne RT.

Bei unserem zweiten Special, hier geht es um Cyberpunk 2077, seht ihr einen umgekehrten Effekt, siehe hierzu den zweiten Screenshot: Statt diffuser, matschiger Reflexion der Neonlichter ohne RT gibt es mit RT eine klare und scharfe Spiegelung in der Pfütze.

Insgesamt ist unsere Einschätzung, dass RT zwar ein gutes Feature ist, aber keinesfalls eure Kaufentscheidung für eine Grafikkarte zu sehr beeinflussen sollte, zumal RT selbst mit den speziellen Kernen der Nvidia-Grafikkarten dafür sorgt, dass die FPS-Werte im Vergleich zu deaktiviertem RT deutlich spürbar einbrechen. Nvidia ist AMD dabei in Relation gesehen klar überlegen, was das folgende Beispiel zeigt:

Die Nvidia GeForce RTX 4070, die ohne RT etwas langsamer als die AMD Radeon RX 7800 XT ist, zieht bei aktiviertem RT deutlich an der AMD-Grafikkarte vorbei. Dafür ist AMDs Grafikkarte trotz geringerem Preis bei nicht-aktiviertem RT und Spielen ohne RT im Durchschnitt etwas schneller und somit an sich der bessere Kauf. Welche Bedeutung ihr RT zumesst, müsst ihr aber am Ende des Tages selbst entscheiden.

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