Gaming mit 4K - weitere Tipps, Fazit und Kaufberatung

Special Antonio Funes
Gaming mit 4K - weitere Tipps, Fazit und Kaufberatung
Quelle: Asus

Sony brachte gerade dem 4K-Trend folgend die Playstation 4 Pro heraus. Doch was benötigt man, um auch am PC genug Leistung für 4k zu haben? Wir schauen dazu genauer auf 4K, die nötige Spiele-Leistung und bieten zudem auch passende Hardware als Kauftipps.

4k: bei 60 Hz ist Schluss

Vor allem ambitionierte Gamer setzen mehr und mehr auf Monitore, die nicht nur die üblichen 60 Hz (Hertz) Bildwiederholfrequenz bieten, sondern 75, 144 oder mehr. Je mehr Hz ein Monitor bietet, desto häufiger pro Sekunde kann er ein neues Bild darstellen, denn der Hz-Wert steht sozusagen für die Anzahl an Bild-Updates pro Sekunde. Bei 60 Hz prüft der Monitor 60 mal pro Sekunde, ob die Grafikkarte ein neues Bild anbietet, um es dann darzustellen.

Das heißt in der Praxis, dass ihr mit einem Monitor mit beispielsweise 144 Hz manch ein Bild früher sehen könnt als bei einem 60-Hz-Modell. Denn stellt euch folgende Situation vor: der Monitor hat gerade ein Bildupdate gemacht und noch kein neues Bild bei der Grafikkarte vorgefunden - daher stellt er weiterhin einfach das zuletzt berechnete Bild dar.

Eine Millisekunde später hat die Grafikkarte aber dann doch ein neues Bild parat - bei einem 60-Hz-Monitor dauert es nun bis zum nächsten Update beinahe 1/60-Sekunde (17 Millisekunden), bis endlich doch das neue Bild dargestellt wird. Bei 144 Hz hingehen ist schon nach knapp 7 Millisekunden das nächste Bildupdate da, und das neue Bild wird angezeigt. Ein zweiter Vorteil von hohen Hz-Werten: ihr seht im Zweifel auch mehr Bilder als mit 60 Hz. Denn stellt euch wiederum vor, dass die Grafikkarte 120 FPS berechnet kann - bei 60 Hz erfolgen aber nur 60 Updates, ihr seht also die Hälfte der eigentlich verfügbaren Bilder gar nicht.

Asus Dual GTX 1070 OC Quelle: Asus Asus Dual GTX 1070 OC Je mehr Hz der Monitor hat, desto mehr Bilder könnt ihr im Endeffekt sehen. Dies hat vor allem Vorteile für die Bildstabilität, denn je mehr Bilder ihr wirklich auch sehen könnt, desto ruhiger und flüssiger wirkt das Spiel. Übrigens: selbst bei Officetätigkeiten merken viele Nutzer, die mit 144 Hz arbeiten, dass es beim Umstieg auf nur noch 60 Hz etwas hakliger wirkt. Ein hoher Hz-Wert hilft also nicht nur bei schnellen Games. Doch wieso erklären wir dieses Thema so ausführlich? Die Antwort ist simpel: wer viel Geld für 4k ausgeben möchte der sollte wissen, dass er gerade von dem Vorteil, den hohe Hz-Werte bieten würden und den viele Gamer mehr und mehr schätzen, nicht profitieren kann. Denn rein technisch reicht die Übertragungsbandbreite der aktuellen Anschlussnormen wie Display Port 1.4 oder HDMI 2.0 für 4k nur aus, um maximal 60 Hz zu ermöglichen. Bei WQHD (2560 mal 1440 Pixel) wären wiederum 144 Hz möglich, unter Full-HD ohnehin. Wichtig zu wissen: bei TV-Geräten gibt es meist sehr hohe beworbenen Hz-Werte. Hierbei handelt es sich aber um nachträglich erzeugte Bilder - egal mit welchen Werten der LCD-TV also wirbt: er wird über seine Schnittstellen von einem PC oder auch einer Spielekonsole oder einem externen UHD-Player bei 4k maximal 60 Hertz annehmen.

Fazit: die Zeit ist noch nicht ganz reif

Wir haben 4K für den PC genau unter die Lupe genommen, und als Fazit müssen wir sagen: es lohnt sich bisher nur für wenige Nutzer, denen die 4K-Auflösung enorm wichtig ist und die sich der Nachteile bewusst sind.

MSI GTX 1080 Gaming X 8G Quelle: MSI MSI GTX 1080 Gaming X 8G Denn selbst mit einer Nvidia GTX 1080 muss man bei modernen halbwegs aufwendigen Games die Details herunterschrauben, um mehr als 40 FPS zu erreichen. Hier stellt sich dann die Frage, ob man nicht mit einem Full-HD- oder WQHD-Monitor besser bedient ist und die kleinere Auflösung durch höhere Details ausgleicht - zumal ohnehin je nach Sitzabstand der qualitative Vorteil einer 4K-Auflösung kaum wahrzunehmen ist. Was hinzukommt: die bei Spielern beliebten hohen Bildwiederholfrequenzen oberhalb von 60 Hz sind bei 4K derzeit nicht drin. Und auch für die Zukunft sind wir noch skeptisch, denn die Entwickler von Spielen werden sich eher an Full-HD orientieren, da die überwältigende Mehrheit der Zielgruppe lediglich mit Full-HD-Monitoren, maximal WQHD-Modellen unterwegs ist. Das bedeutet: würden die Publisher dafür sorgen, dass ein Spiel selbst mit hohen Details und einer beispielsweise Nvidia GTX 1070 unter 4K mit 60 FPS läuft, würde man bei Full-HD mit mindestens 150 FPS rechnen - die Hardware wäre also für Full-HD bei weitem nicht ausgereizt und könnte deutlich schöner sein, um immer noch mit 60 bis 70 FPS zu rennen. Dies wäre ein kleiner Schlag in das Gesicht der vielen Nutzer, die starke Hardware haben, aber beim Monitor auf Full-HD oder maximal WQHD setzen, und den möglichen Unmut dieser großen Kundenschicht wird kein Publisher riskieren.

Für die, die trotz unseres eher von Bedenken geprägten Fazits auf 4K setzen wollen, bieten wir aber zum Abschluss noch eine kleine Kaufberatung mit empfehlenswerten Grafikkarten und einer Beispielrechnung für einige Upgradepakete (CPU, Mainboard, RAM und Grafikkarte).

Kaufberatung: 4K-geeignete Hardware

Gerade bei 4k ist der Prozessor im Vergleich zur Grafikkarte der kleinere Faktor. Trotzdem bieten moderne Prozessoren ab etwa 170 Euro einen Vorteil, nicht nur für 4k, so dass ihr durchaus auch den Prozessor erneuern könnt, wenn eure CPU älter als etwa vier oder fünf Jahre ist. Zuerst solltet ihr es aber mit einer neuen Grafikkarte versuchen, sofern ihr zumindest einen AMD FX der 8000er-Serie oder einen Intel Core i5 ab der 3000er-Generation habt, und auch ein Core i5-2500 kann je nach Anspruch noch ausreichen. Bezüglich der Grafikkarte empfehlen wir eine Nvidia GTX 1070 oder 1080, so dass ihr allein hier mit 400 Euro und mehr rechnen müsst. Beim Prozessor ist ein Core i5-6500 oder Core i7-6700 angebracht, wobei ihr mit zwei Modellen für den älteren Sockel 1150 - zumindest für Spiele - sogar das etwas bessere Preis-Leistungs-Verhältnis haben könnt.

EVGA GTX 1080 SC Gaming ACX 3.0 Quelle: EVGA EVGA GTX 1080 SC Gaming ACX 3.0 Denn der Intel Core i5-4460 bietet eine ähnliche Power wie der Core i5-6500 bei einer Ersparnis von 30 Euro, und der Xeon E3-1231 v3 kommt bei der Spieleleistung sehr nahe an den 50 Euro teureren Core i7-670 heran, bietet dabei ebenfalls acht Threads (Core i5: vier Threads). Mainboard und Arbeitsspeicher kosten bei beiden Sockeln ähnlich viel und sind daher kein Pro- oder Contra-Faktor. Wer übertakten möchte, der greift hingehen in jedem Falle zum Sockel 1151, und zwar zum Core i5-6600K oder dem Core i7-6700K - ein Übertaktermainboard mit Z170-Chipsatz für 100 bis 140 Euro ist dabei angebracht, und bedenkt auch, dass mindestens 30 Euro für einen CPU-Kühler fällig werden, wenn ihr übertakten möchtet. Wir haben nun für euch zunächst eine Tabelle vorbereitet, in der wir keine genauen Mainboard- und Grafikkarten-Modelle empfehlen, aber die euch einen Überblick verschafft, wie teuer ein komplettes Aufrüstpaket in etwa ist. Je nach dem, welches in der linken Spalte der Tabelle eingetragenes CPU-Paket ihr mit welcher Grafikkartenserie (obere Zeile) verbindet, ergeben sich dementsprechend verschiedene Gesamtpreise. Das CPU-Paket besteht neben der namensgebenden CPU aus 16 Gigabyte RAM (80 Euro) und einem Mainboard, für das wir bei den K-CPUs 120 Euro einrechnen, bei den anderen CPUs 80 Euro. Nach der Upgradetabelle haben wir auch noch eine Übersicht mit einigen starken Grafikkarten für 4K.

Paket/Grafikkarte AMD RX 480 (8GB) ab 250 Euro Nvidia GTX 1060 (6GB) ab 260 Euro Nvidia GTX 1070 ab 400 Euro Nvidia GTX 1080 (ab 630 Euro)
Core i5-4460 580 Euro 590 Euro 730 Euro 960 Euro
Core i5-6500 610 Euro 620 Euro 760 Euro 990 Euro
Xeon E3-1231 665 Euro 675 Euro 815 Euro 1045 Euro
Core i7-6700 720 Euro 730 Euro 870 Euro 1100 Euro
Core i5-6600K 685 Euro 695 Euro 835 Euro 1065 Euro
Core i7-6700K 790 Euro 800 Euro 940 Euro 1170 Euro

Wichtig: die beiden günstigeren Grafikkarten in der Upgradeübersicht sind wirklich nur zum Einstieg gedacht und können bei einigen Spielen selbst auf niedrigen Detailstufen schon an Grenzen kommen, wenn ihr in 4K spielt. Daher findet ihr in unserer nun folgenden Grafikkartenübersicht ausschließlich Modellvarianten der Nvidia GTX 1070 und 1080, denn unterhalb einer Nvidia GTX 1070 solltet ihr den Einstieg in die 4K-Gamingwelt eher nicht wagen. Wie bei der Leistungsanalyse schon beschrieben: speziell bei 4K liegt die Nvidia GTX 1080 gute 25 Prozent vor der GTX 1070, so dass der Aufpreis von guten 200 Euro sich deutlich eher lohnt als wenn es nur um Full-HD geht. In unserer Übersicht haben wir nun je 10 Modelle der Nvidia GTX 1070 und 1080 herausgesucht, die derzeit in vielen Shops problemlos erhältlich sind und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten, also auch einen bezogen auf den Preis ordentlichen Takt. Die Tabelle ist interaktiv, die GTX 1080-Modelle findet ihr auf Seite 2 der Tabelle.

Modellvariante GTX 1050Takt (Boost)LüfterStromLängePreis ab
KFA² GTX 1070 EX1518 (1709) MHz26- und 8-Pin28,2 cm400 Euro
Inno3D iChill GTX 1070 X41620 (1822) MHz31x 8-Pin30,2 cm440 Euro
EVGA GTX 1070 FTW Gaming ACX 3.01607 (1797) MHz22x 8-Pin26,7 cm440 Euro
Gigabyte GTX 1070 G1 Gaming1620 (1822) MHz31x 8-Pin28,6 cm445 Euro
MSI GTX 1070 Armor 8G OC1556 (1746) MHz21x 8-Pin27,9 cm445 Euro
Zotac GTX 1070 AMP!1607 (1797) MHz22x 8-Pin30,0 cm450 Euro
Palit GTX 1070 Super JetStream1632 (1835) MHz21x 8-Pin28,5 cm450 Euro
Asus Dual GTX 1070 OC1582 (1771) MHz21x 8-Pin24,2 cm450 Euro
Gainward GTX 1070 Phoenix Golden Sample1632 (1835) MHz21x 8-Pin28,5 cm455 Euro
PNY GTX 1070 XLR8 OC Gaming1607 (1797) MHz31x 8-Pin30,0 cm480 Euro
PNY GTX 1080 XLR8 OC Gaming1700 (1848) MHz31x 8-Pin30,0 cm650 Euro
Palit GTX 1080 Super JetStream1708 (1847) MHz26- und 8-Pin28,5 cm660 Euro
Gainward GTX 1080 Phoenix Golden Sample1708 (1847) MHz26- und 8-Pin28,5 cm670 Euro
Zotac GTX 1080 AMP!1683 (1822) MHz22x 8-Pin30,0 cm670 Euro
Inno3D iChill GTX 1080 X41759 (1898) MHz36- und 8-Pin30,2 cm680 Euro
EVGA GTX 1080 SC Gaming ACX 3.01708 (1847) MHz21x 8-Pin26,7 cm680 Euro
Gigabyte GTX 1080 G1 Gaming1721 (1860) MHz31x 8-Pin28,0 cm680 Euro
KFA² GTX 1080 Hall of Fame1733 (1873) MHz32x 8-Pin31,7 cm700 Euro
MSI GTX 1080 Gaming X 8G1708 (1847) MHz26- und 8-Pin27,9 cm700 Euro
Asus ROG Strix GTX 1080 Advanced1695 (1835) MHz31x 8-Pin29,8 cm710 Euro
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