Gaming-Tastaturen: Auslöseweg, Widerstand und Feedback

Special Antonio Funes
Gaming-Tastaturen: Auslöseweg, Widerstand und Feedback
Quelle: Razer

In unserem Tastatur-Special geht es unter anderem um NKRO, Switches, Rubberdome- und mechanische Tastaturen sowie eine Marktübersicht mit 50 Modellen.

Switches: Auslöseweg

Noch vor wenigen Jahren waren beleuchtete, mechanische Tastaturen sehr teuer. Doch nach vielen Jahren der Entwicklung sind die Switches inzwischen weitestgehend normiert und haben in ihrem Inneren nicht nur eine filigrane Konstruktion für das Schließen und Öffnen des Stromkreises, sondern dank des Massenphänomens RGB-LEDs für geringe Aufpreise eine ansteuerbare RGB-Beleuchtung. Viel wichtiger ist aber die Druckeigenschaft eines Switches. Denn ein Switch kann mehr bieten als einfach nur einen konstanten Widerstand beim Herunterdrücken.

Es haben sich zwar für die meisten Tastaturen bestimmte Switch-Eigenschaften durchgesetzt, die für die weite Mehrheit der Nutzer und Gamer als angenehm empfunden werden. Es gibt aber auch für besonders sensible Menschen, die ein wenig mehr Feintuning wünschen, einige Sonderarten bei Switches. Doch von welchen Eigenschaften reden wir überhaupt? Es geht dabei um vier wichtige Dinge: Auslöseweg, Widerstand, Feedback und Klicken. Am einfachsten ist der Auslöseweg zu erklären: wenn ihr die Taste bei einer mechanischen Tastatur herunterdrückt, gilt sie nicht erst dann als gedrückt, wenn ihr sie bis zum Anschlag heruntergedrückt habt.

Vielmehr wird der Punkt, bei dem der Tastendruck registriert wird, früher erreicht. Die Distanz hierfür ist der Auslöseweg - natürlich darf der Auslöseweg nicht zu kurz sein, da ihr ansonsten auch bei leichtem, vielleicht auch unbewusstem Druck auf die Taste (zum Beispiel da manche euerer Finger auf den Tasten ruhen) die Taste bereits auslöst.

Es gibt aber Nutzer, die einen besonders kurzen Auslöseweg wünschen, damit ein Befehl noch früher registriert wird - für diese Nutzer gibt es entsprechende Switches, die aber im Handel selten vertreten sind.

Der Auslöseweg darf freilich auf der anderen Seite nicht zu lang sein, da zum einen die Finger auf Dauer schneller ermüden würden, zum anderen wollen gerade Spieler auch nicht, dass erst - wie übertreiben hier nun plakativ - nach mehreren Zehntelsekunden der Befehl registriert wird, weil es so lange dauert, bis man den kompletten Auslöseweg zurückgelegt hat. Bei den Unterschieden vom Auslöseweg bewegen sich die Switches in der Praxis in Bereichen von 0,1 bis 0,5 Millimetern.

Switches: Widerstand und Feedback

Ein weiterer Faktor ist der Widerstand, den die Taste hat. Theoretisch könnte man eine Konstruktion benutzen, bei der Drücken der Taste viel Kraft benötigt, um ein versehentliches Drücken zu erschweren. Dies wäre aber für schnelles Tippen kontraproduktiv - ein extrem niedriger Widerstand wäre aber auch nicht gut, da dann bereits eine kleine Berührung ausreichen würde, um die Taste zu drücken.

Für die Widerstände, mit den die klare Mehrheit der Nutzer klarkommt, gibt es natürlich schon längst viele Erfahrungswerte, so dass es kaum noch Unterschiede gibt. Nur für Nutzer mit speziellen Wünschen gibt es, ähnlich wie beim Auslöseweg, Switches mit leicht abweichenden Werten.

Cherry MX Clear Quelle: Cherry MX Der Aufbau eines Cherry MX Clear-Switches mit taktilem Charakter Für die große Mehrheit unter euch werden die folgenden beiden Features entscheidend sein: Klicken und Feedback. Switches können so produziert werden, dass sie sich komplett linear verhalten - das heißt, dass ihr die Taste drückt und bis zum Anschlag keinerlei Hinweis spürt oder hört, ob ihr bereits den Auslösepunkt überschritten habt - dies sind "lineare" Switches.

Es gibt aber auch Switches, die am Auslösepunkt einen etwas höheren Widerstand aufweisen, was man auch spüren kann, und deutlich hörbar klicken, wenn man die Taste ausgelöst hat.

Hier spricht man von "clicky"-Switches. Switches, die beim Auslösen einen spürbaren Widerstand bieten, aber nicht laut klicken, umschreibt man wiederum mit dem Wort "taktil". Auf der nächsten Seite bieten wir euch übrigens vor der Marktübersicht noch einen Überblick mit einigen gängigen Switch-Arten und deren Bezeichnungen.

  1. Seite 1 Gaming-Tastaturen: Ergonomie, Beleuchtung, NKRO
  2. Seite 2 Gaming-Tastaturen: Rubberdome und Mechanische Tastaturen
  3. Seite 3 Gaming-Tastaturen: Auslöseweg, Widerstand und Feedback
  4. Seite 4 Gaming-Tastaturen:Switch-Arten und Marktübersicht
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