Gaming-Prozessoren: Allgemeine Kauf- und Wissenstipps plus 10 aktuelle Kaufempfehlungen
Special
In unserem Special zu Prozessoren geht es um die Themen Flaschenhals, Sockel, Mainboards, Kerne und Preis-Leistung mit 10 aktuellen CPU-Kaufempfehlungen.
Auch modernste Games brauchen keine Top-CPU, um mit ordentlichen FPS-Werten zu laufen. Denn die Grafikkarte spielt die größere Rolle bei der Frage, wie viele Bilder pro Sekunde der PC liefern kann. Allerdings kann eine stärkere CPU durchaus für einen Schub sorgen oder verhindern, dass wegen eines CPU-Limits die Grafikkarte nicht gut ausgereizt wird. Ein CPU-Upgrade oder Aufrüstpaket mit Mainboard und gegebenenfalls auch RAM kann also ähnlich sinnvoll sein wie eine neue Grafikkarte. Wir erklären euch, wie und warum eine CPU in Spielen limitieren kann, und geben euch Tipps rund um die Fragen nach den derzeit empfehlenswerten Sockeln und CPUs für einen Gaming-PC und mehr.
Schon unter 100 Euro gibt es CPUs für einen Einsteiger-PC. Die zweitbeste aktuelle Spiele-CPU überhaupt gibt es wiederum für 490 Euro - sie ist kaum schwächer als die beste Spiele-CPU, die wiederum fast 700 Euro kostet. Um welche Modelle es geht, erfahrt ihr später im Artikel. Wir starten aber zuerst mit dem CPU-Limit. Denn es kommt zwar für die FPS, also Bilder pro Sekunde, ihr in einem Spiel zur Verfügung hat, auf das Gesamtsystem an. Allerdings kann die CPU oder Grafikkarte auch unnötig limitieren.
Flaschenhälse im PC
Bei einem FPS-Limit, das nicht an einem im Spiel festgelegten Limit, sondern an der CPU oder Grafikkarte liegt und für vergleichsweise niedrige FPS-Werte sorgt, spricht man umgangssprachlich auch von Flaschenhals.
Es kann zum Beispiel passieren, dass eine schwächere Grafikkarte in neuen Games nur 40 FPS liefert, obwohl eure CPU 80 FPS zulassen würde. Eine noch stärkere CPU hilft hier nicht weiter. Umgekehrt kann aber auch eine CPU das System bremsen: Schafft die aktuelle CPU, wie im Beispiel, maximal 80 FPS, dann wird eine Grafikkarte, die 120 FPS schaffen könnte, ausgebremst und liefert nur etwa 80 FPS.
Hier limitiert also dann die CPU. Optimal ist es natürlich, wenn ihr eine CPU-Grafikkarten-Kombination habt, die auch bei modernen Games hohe FPS-Werte liefern kann, die für euch akzeptabel sind.
Dabei gilt, dass bei Spielen in aller Regel auch eine Einsteiger-CPU ausreicht, um mit einer guten Grafikkarte problemlos auf mehr als 60 FPS zu kommen, was für viele eine Art magische Zielgrenze ist. Im Kern sind Spiele für CPUs eher moderat anspruchsvoll, da sie meist abseits der Grafik auf die Konsolen-CPUs ausgelegt sind.
Quelle: MSI
Eine starke Grafikkarte wie diese MSI GeForce RTX 4080 Gaming X Trio sollte man mindestens mit einer modernen 8-Kern-CPU koppeln.
Budget auf CPU und Grafikkarte verteilen
Nehmen wir an, ihr habt für Grafikkarte und CPU 1000 Euro zur Verfügung. Eine 100 Euro-CPU mit einer 900 Euro-Grafikkarte zu koppeln ist dabei eine nicht so gute Idee.
Aber 200 bis 300 Euro für die CPU und 700 bis 800 Euro für die Grafikkarte ergeben ein enorm starkes Duo. Wer es sich leisten kann, kann natürlich auch mit einer Top-CPU die Basis für viele Jahre legen, in denen man nur gelegentlich eine neue Grafikkarte braucht, um die dann jeweils neuesten Games bei hohen FPS-Werten spielen zu können.
Es ist aber bei vielen PCs schwer zu beurteilen, welche der beiden Komponenten man zuerst aufrüsten sollte. Da neue Games größtenteils mit verschiedenen Grafikkarten, aber einer aktuellen Top-CPU getestet werden, könnt ihr recht gut abschätzen, wie es um eure Grafikkarte bestellt ist.
Schafft sie in einem neuen Game laut Test problemlos mehr als 60 FPS, aber bei euch sind es vielleicht nur 40 FPS, riecht es geradezu danach, dass eine neue CPU fällig wird. Falls ihr euren PC mit Tools analysiert, ist es wichtig zu wissen ist, dass die Auslastung von CPU oder Grafikkarte in Spielen täuschen kann.
Denn es kann sein, dass die CPU oder die Grafikkarte in ihrer Summe bei Weitem nicht ausgelastet sind, aber ein Bestandteil der CPU oder Grafikkarte sehr wohl bei Volllast ist. So kann etwa ein einziger überlasteter Kern einer älteren 4-Kern-CPU die FPS bremsen, obwohl die CPU insgesamt nur bei 40 Prozent Last ist.
