Zur Auswahl einer geeigneten Gaming-Maus geben wir euch Tipps zu Themen wie Ergonomie, dpi-Wert und mehr. Zudem gibt es eine Marktübersicht mit 50 Mäusen.
Dpi-Wert
Um die Relevanz des sogenannten dpi-Wertes bei Mäusen zu verstehen, muss man zuerst erklären, was dahintersteckt. Viele halten den Wert für eine Art Präzisionsangabe für den Sensor, was aber nur bedingt stimmt. Dpi steht für "Dots per inch" und beschreibt ursprünglich die Auflösung von gedruckten Medien. Der Wert sagt aus, wie viele Punkte (dots) beim Drucken auf eine Fläche mit 2,54 × 2,54 Zentimetern (1 Quadratinch) gedruckt werden.
Bei Mäusen beschreibt der dpi-Wert, wie viele Informationen pro Quadrat-Inch der Sensor wahrnimmt. Indirekt gesehen hat dies etwas mit Präzision zu tun, da der Sensor das Mauspad bei einem hohen dpi-Wert viel genauer abtastet als bei einem kleinen dpi-Wert. Schnelle Bewegungen lassen sich mit einem hohen dpi-Wert durchaus präziser umsetzen, als wenn ihr einfach nur die Kamerabewegungsgeschwindigkeit im Spiel hochstellt.
Quelle: Asus
Asus ROG Gladius III mit 19.000 dpi
In der Praxis ist der dpi-Wert allerdings kein Qualitätsmerkmal für eine besonders präzise Maus, sondern er gibt ihre Empfindlichkeit an. Genauer gesagt geht es bei der Herstellerangabe um die maximale Empfindlichkeit, denn ihr könnt den Wert bei so gut wie allen Gaming-Mäusen per Software auch nach unten anpassen und dabei in der Regel drei oder mehr dpi-Profile speichern, zwischen denen ihr über einen Mausbutton wechseln könnt. Manche Modelle haben auch drei oder mehr nicht veränderbare dpi-Werte, zwischen denen ihr ebenfalls wechseln könnt.
Der Haupteffekt bei einem höheren dpi-Wert ist, dass sich der Mauszeiger bei identischer Handbewegung weiter beziehungsweise schneller bewegt als mit einem kleineren dpi-Wert. Gaming-Mäuse haben in aller Regel mindestens 6.000 dpi oder mehr - je nach Modell auch über 30.000. Wir empfehlen einen Wert ab 8.000 dpi. Zwar dürften viele Gamer auch mit einem niedrigeren Wert auskommen, aber es schadet nicht, ein Modell mit besonders hohem dpi-Wert zu wählen, da man sich dann über das Erstellen von Profilen an seinen Wohlfühlwert gut herantasten kann und mehr Spielraum dafür hat.
Ein Profil mit einem relativ hohen dpi-Wert macht zum Beispiel bei einem schnellen Shooter Sinn: Damit könnt ihr eure virtuelle Waffe sehr schnell bewegen, während sie sich bei einem kleinen dpi-Wert geradezu über den Bildschirm schleichen würde. Mit einem Sniper-Gewehr im selben Shooter wollt ihr aber vielleicht ein Visier, das sich nicht wegen eines kleinen Handzuckers direkt gefühlt zehn Meter vom Ziel wegbewegt - und wählt dafür das Profil mit einem niedrigen dpi-Wert.
Makros
Einige Mausmodelle bieten eine Software, mit der ihr Makros erstellen könnt. Dabei löst ihr über den Druck auf eine der Zusatztasten eine Befehlskette oder den Start eines oft genutzten Programmes aus. Je nach Software könnt ihr auch eine zuvor abgespeicherte Maus- oder Gamepadbewegung über die Zusatztaste auslösen. Allerdings kann es passieren, dass die Verwendung solcher Makros in Online-Spielen nicht erlaubt ist, und ihr Probleme bekommt, wenn ihr diese trotzdem nutzt. Wir empfehlen euch daher eher den Einsatz von Makros für Anwendungen oder Singleplayer-Spiele, wenn es dort einen sinnvollen Einsatz für ein Makro gibt. Ein Beispiel wäre, dass ihr bei einem Echtzeitstrategiespiel ein Makro erstellt, das mit nur einem Tastendruck das Kasernenmenü öffnet und die Produktion von fünf Standardeinheiten in Auftrag gibt.
RGB-Features
Viele Mäuse haben beleuchtete Logos und/oder Muster. Manche Modelle bieten dabei nur eine einzige Farbe oder auch die Wahl aus einer kleinen Auswahl an Farben. Die meisten beleuchteten Gaming-Mäuse bieten aber eine RGB-Beleuchtung - also die Wahl aus 16,8 Millionen Farben - und sind dabei oftmals auch kompatibel zu Standards, die eine Synchronisierung mit anderen RGB-Komponenten wie Tastaturen, Lüftern, Mainboard und RGB-Leisten erlauben. Auch wer keinen Wert auf RGB-Features legt, sollte wissen, dass sie die Maus nicht nennenswert verteuern.
