Sechs PC-Konfigurationen zum selber bauen

Special Antonio Funes
Sechs PC-Konfigurationen zum selber bauen
Quelle: Mifcom

Mit einem selber zusammengestellten PC kann man meistens Geld sparen im Vergleich zu einem Fertig-PC, doch auch ein PC von der Stange kann akzeptabel sein.

Fertig-PCs: das sollte drin sein

Bevor wir euch sechs PC-Konfigurationen als Beispiel-Zusammenstellungen für einen Selbstbau-PC präsentieren, wollen wir euch im Vorfeld einige Eckdaten von PCs nennen, die ein Fertig-PC je nach Preisklasse bieten sollte. Zumindest dann, wenn der Preis des PCs auch fair ist.

Bei einem Fertig-PC könnt ihr nicht davon ausgehen, dass er genau so günstig ist, als würdet ihr ihn selber zusammenstellen. Aber mehr als 10 bis 15 Prozent Preisaufschlag müssen es nicht sein.

Eine Nvidia GTX 1050 Ti ist als Minimum für einen Spiele-PC zu empfehlen. Quelle: PNY Eine Nvidia GTX 1050 Ti ist als Minimum für einen Spiele-PC zu empfehlen. Durch die Vielfalt an möglichen Hardwarekombinationen können wir nicht alle denkbaren Fälle behandeln - aber folgende Eckdaten könnt ihr je nach Budget erwarten:

  • Einsteiger-PC: die Grafikkarte sollte mindestens eine Nvidia GTX 1050 Ti, GTX 950 oder GTX 960 sein. Eine AMD RX 460 (4GB) wäre auch noch akzeptabel. Als CPU sollte ein AMD der FX-8000er-Familie oder ein Intel Core i5 dabei sein. Arbeitsspeicher: acht Gigabyte sind für den Einstieg okay. Ein fairer Preis inklusive Windows: maximal 700 Euro inklusive Windows.
  • Mittelklasse-PC: hier sollte ein Core i5 von Intel Pflicht sein. Als Grafikkarte ist eine Nvidia GTX 970, GTX 980 oder GTX 1060 angebracht, auf Seiten von AMD eine RX 470 oder RX 480. Beim Arbeitsspeicher sind eher 16 Gigabyte passend, aber je nach Angebot sind auch nur acht Gigabyte in Ordnung. Eine SSD zusätzlich zu einer Festplatte ist ein gutes Ausstattungsmerkmal und darf 50 bis 100 Euro Aufpreis wert sein. Ein Annehmbar Kostenpunkt eines solchen PC: 800 bis 1000 Euro inklusive Windows.
  • Oberklasse/High-End-PC: mit einem Core i7 als Prozessor, 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Nvidia GTX 1070 oder GTX 1080 sind Preise über 1000 Euro für einen Fertig-PC zu erwarten. Sollte ein solcher PC inklusive Windows mehr als 1600 Euro kosten, müssen allerdings schon eine besondere Zusatzausstattung wie zum Beispiel ein gutes Übertakter-Mainboard und entsprechende Kühlung und eine SSD mit dabei sein.

Natürlich darf ein PC auch teurer sein als das, was wir als grobe Leitlinien nennen, wenn die Ausstattung entsprechend gut ist. Ein Einsteiger-PC mit einer großen SSD darf beispielsweise auch 100 Euro mehr kosten als ein solcher PC ganz ohne SSD. Auch besondere Services wie eine sehr lange Garantiezeit und ein Vor-Ort-Service können einen Aufpreis wert sein.

Sechs Beispielkonfigurationen zum Selbstbau ab 550 Euro

Wir haben in drei Tabellen je zwei Vorschläge mit PC-Konfigurationen für euch vorbereitet. Die Preisspannen reichen von 550 bis 1750 Euro. Die gewählten Komponenten dienen nur als Beispiele - entscheidend für die Leistung ist vor allem die Kombination aus CPU und Grafikkarte. Ihr könnt also viele der bei den PCs genannten Bauteile auch durch ähnlich teure Alternativen austauschen, oder auch innerhalb der PCs tauschen, denn bei den teureren PCs haben wir neben CPU und Grafikkarte auch andere Bauteile aus eher höheren Preisklasse gewählt. Ihr könnt aber zum Beispiel bei unserem 1750-Euro-PC auch zu einer kleineren Festplatte und SSD sowie einem günstigeren Mainboard, Gehäuse und Netzteil greifen und damit dann etwa 250 Euro einsparen. Lediglich bei Alternativen für die Kombinationen aus Mainboard, Prozessor und Arbeitsspeicher müsst ihr aufpassen, denn das neuere DDR4-RAM ist nur für die Sockel 1151-Mainboards geeignet, und zusätzlich muss der Sockel von Mainboard und Prozessor identisch sein - welchen Sockel die CPU und das Mainboard nutzen, könnt ihr in der Tabelle jeweils ablesen.

PC selber bauen: Wir geben Tipps für den idealen Spiele-PC. Quelle: Gigabyte Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis: die AMR RX 470, hier ein Modell von Gigabyte. Übrigens: ein DVD-Laufwerk haben wir nicht mit eingerechnet, da man Windows auch per USB-Stick installieren kann und viele Nutzer ihre Spiele und Software nur noch aus dem Internet herunterladen. Wer einen DVD-Brenner in seinem PC haben möchte, plant etwa 15 Euro Mehrkosten ein. Zudem verstehen sich die Preise ohne Windows-Lizenz.

Einsteiger-PCs für 550 und 610 Euro

Die erste Tabelle zeigt euch zwei Beispiele für PCs aus dem Einsteigerbereich, wobei der Intel-PC eher in Richtung Oberklasse schielt - denn die verwendete AMD RX 470 ist merkbar stärker als die Nvidia GTX 1050 Ti im günstigeren PC und sogar ähnlich stark wie die beliebte Nvidia GTX 970, die vom Herbst 2014 bis zum Sommer dieses Jahres über 300 Euro kostete und alle Spiele auf hohen Details darstellen kann. Natürlich könnt ihr die AMD RX 470 auch in den AMD-PC einbauen, oder in den Intel-PC nur die Nvidia GTX 1050 Ti, wenn euer Budget unter 600 Euro liegt. Auf eine SSD haben wir bei den beiden PCs verzichtet - für 40 Euro wäre schon eine SSD mit 120 Gigabyte Speicherplatz drin, was für Windows und alle wichtigen Programme völlig ausreicht. Für Sparfüchse gilt wiederum: wem der mitgelieferte CPU-Kühler reicht und ein rudimentäres Einsteiger-Mainboard sowie ein allenfalls zweckmäßiges Gehäuse wählt, kommt mit etwa 60 bis 80 Euro weniger aus, ohne an Leistung zu verlieren. Hier nun unsere beiden Vorschläge für Einsteiger-PC-Zusammenstellungen.

Bauteil AMD Sockel AM3+ für 550 Euro Preis ab   Bauteil Intel Sockel 1151 für 610 Euro Preis ab
CPU AMD FX-8300 (8x 3,3 bis 4,2 GHz) 115 Euro   CPU Intel Core i3-6100 (2 x 3,7 GHz) 115 Euro
Mainboard Gigabyte GA-970A-DS3P 70 Euro   Mainboard ASRock B150M Pro4S 75 Euro
RAM Corsair XMS3 DDR3-1600 CL11 45 Euro   RAM Crucial 8GB-Kit DDR4-2133 CL 15 45 Euro
Grafikkarte Zotac GTX 1050 Ti OC Edition 165 Euro   Grafikkarte MSI RX 470 Gaming X 4G 200 Euro
Gehäuse Sharkoon T3-W 40 Euro   Gehäuse Fractal Design Core 2500 55 Euro
Netzteil Xilence Performance C 500W 40 Euro   Netzteil be quiet! Pure Power 9 400W 50 Euro
Festplatte Western Digital WD Blue 1000GB 50 Euro   Festplatte Toshiba DT01ACA 1000GB 50 Euro
SSD keine     SSD keine  
CPU-Kühler EKL Alpenföhn Ben Nevis 25 Euro   CPU-Kühler LC-Power Cosmo Cool LC-CC 120 20 Euro
  Gesamtpreis 550 Euro     Gesamtpreis 610 Euro

Mittelklasse-PCs für 950 und 1095 Euro

Wir machen mit den nächsten beiden PCs direkt einen großen Sprung von über 300 Euro. Dies hat aber nicht nur mit dem puren Leistungssprung zu tun, denn der Aufpreis für die Grafikkarte und die stärkere CPU im Vergleich zum 610-Euro-PC wäre nur etwa 150 Euro. Allerdings bieten die Mittelklasse-PCs mehr Arbeitsspeicher, größere Festplatten, eine SSD und auch etwas hochwertigere Gehäuse und Netzteile. Der teurere der beiden PCs ist übrigens zum Übertakten konzipiert, weswegen wir auf den Core i5-6600K und ein Z170-Mainboard setzen. Die Grafikkarten sind ähnlich stark: Nvidias GTX 1060 ist ein wenig schneller als AMDs RX 480, die dafür aber auch mehr Videospeicher bietet. Die genauen Konfigurationen der beiden Mittelklasse-PCs folgen nun in einer tabellarischen Übersicht.

Bauteil Intel Sockel 1151 für 950 Euro Preis ab   Bauteil Intel Sockel 1151 für 1090 Euro Preis ab
CPU Intel Core i5-6500 (4 x2,7 bis 3,3 GHz) 200 Euro   CPU Intel Core i5-6600K (4x 3,5 bis 3,9 GHz) 250 Euro
Mainboard MSI B150 PC-Mate 85 Euro   Mainboard ASRock Fatal1ty Z170 Gaming K4 120 Euro
RAM 2x 8GB Crucial DDR4-2133 CL15 90 Euro   RAM 2x8GB G.Skill RipJaws V DDR4-3200 CL16 105 Euro
Grafikkarte Sapphire Nitro+ RX 480 8G D5 270 Euro   Grafikkarte Gigabyte GTX 1060 G1 Gaming 6G 300 Euro
Gehäuse Corsair Graphite Series 230T 65 Euro   Gehäuse Cooltek Skall 65 Euro
Netzteil Corsair Vengeance 550M 65 Euro   Netzteil be quiet! Pure Power 9 CM 500W 70 Euro
Festplatte Seagate Desktop 2000GB 70 Euro   Festplatte Toshiba DT01ACA 2000GB 70 Euro
SSD SanDisk Plus 240GB 70 Euro   SSD Crucial BX200 240GB 70 Euro
CPU-Kühler Scythe Kotetsu 35 Euro   CPU-Kühler Thermalright HR-02 Macho Revision B 45 Euro
  Gesamtpreis 950 Euro     Gesamtpreis 1090 Euro

Sockel 1151 Übertakter-Mainboard für 150 Euro: Asus Z170-A Quelle: Asus Sockel 1151 Übertakter-Mainboard für 150 Euro: Asus Z170-A

Oberklasse/High-End-PCs für 1300 und 1750 Euro

Der günstigere PC bietet die sehr starke Nvidia GTX 1070 (etwas stärker als die Ex-High-End-Grafikkarte GTX 980 Ti) und als CPU einen Xeon E3-1231 v3 für den alten Sockel 1150. Wir setzen auf dieses Auslaufmodell, da dieses Xeon-Modell in der Spieleleistung einem neuen Intel Core i7-6700 in Nichts nachsteht, aber etwa 50 Euro weniger kostet. Wer trotzdem lieber auf den neueren Sockel 1151 setzen will, der nimmt den Core i7-6700 und kann sich bei passendem RAM und Mainboard an unserem Mittelklasse-PC für 950 Euro orientieren. Für Übertakter ist unser 1750-Euro-PC gedacht - auch der Rest des PCs ist eher üppig ausgestattet, vor allem natürlich mit der Top-Grafikkarte Nvidia GTX 1080. Allerdings ist ihr Aufpreis im Vergleich zur Nvidia GTX 1070 eigentlich ein wenig zu hoch - ihr könnt aber natürlich selber entscheiden, welche Grafikkarte ihr am Ende verwenden wollt. Selbst wenn ihr zunächst nur eine Nvidia GTX 1060 einbaut, hättet ihr mit dem Grundgerüst des teuersten PCs eine hervorragende Grundlage inklusive guter Übertaktungsmöglichkeiten für viele Jahre. In der folgenden Tabelle seht ihr nun unsere Vorschläge für zwei Oberklasse- beziehungsweise High-End-PCs.

Bauteil Intel Sockel 1150 für 1300 Euro Preis ab   Bauteil Intel Sockel 1151 für 1745 Euro Preis ab
CPU Intel Xeon E3-1231 v3 270 Euro   CPU Intel Core i7-6700K (4 x 4,0 bis 4,2 GHz) 350 Euro
Mainboard Gigabyte GA-Z97-HD3 80 Euro   Mainboard Asus Z170-A 150 Euro
RAM 2x8GB Crucial Ballistix Sport DDR3-1600 90 Euro   RAM 2x8GB Corsair Vengeance LPX DDR4-3200 105 Euro
Grafikkarte Palit GTX 1070 Gamerock 450 Euro   Grafikkarte Gainward GTX 1080 Phoenix Golden Sample 670 Euro
Gehäuse anidées AI6BW 70 Euro   Gehäuse AeroCool Mechatron 80 Euro
Netzteil Cougar GX600 v3 600W 90 Euro   Netzteil be quiet! Straight Power 10 CM 500W 95 Euro
Festplatte Intenso 3000GB 85 Euro   Festplatte Seagate Desktop 3000GB 95 Euro
SSD ADATA Premier SP550 480GB 125 Euro   SSD Samsung SSD 750 EVO 500GB 130 Euro
CPU-Kühler Raijintek EroBoss 40 Euro   CPU-Kühler Noctua NH-U15S 70 Euro
  Gesamtpreis 1300 Euro     Gesamtpreis 1745 Euro
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