Nicht nur für Intel bricht ein neues Zeitalter an: AMDs Athlon 64, jahrelang unumschränkter Herrscher aller Spiele-PCs, macht gegen den Core 2 Duo keinen müden Stich!
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Angenehm entspannt konnten in den letzten Jahren Spieler das Thema Prozessor angehen. Für einen reinen Spiele-PC kamen sie zuerst um einen Athlon XP und später dann um einen Athlon 64 nicht herum. Dabei hatte Intel nicht allein beim Thema Leistung wenig entgegen zu setzen: Die bisherige Pentium 4-Generation war teurer, verbrauchte mehr Leistung und wurde dementsprechend auch sehr heiß. Punkten konnte der P4 dank Hyperthreading lediglich bei Anwendern, die viel mit Videoschnitt-Software und ähnlichen Programmen arbeiten.
Vorbild Notebook
Dass sie dennoch sehr gute und vor allem effiziente Prozessoren bauen können, bewies Intel in Notebook-Bereich. Die Pentium M-Familie ist trotz relativ niedriger Taktung sehr schnell und dabei sehr genügsam, was den Stromhunger angeht. Kein Wunder, dass Intels neue Desktop-Prozessorgeneration Core 2 Duo technisch auf den Notebook-CPUs basiert. Das gegenüber dem Pentium 4 völlig neue Design verspricht damit einen ungleich besseren Wirkungsgrad, sprich mehr Leistung pro Megahertz.
Auch sonst machte sich Intel viel Gedanken um die Technik: Was hinter beeindruckend klingenden Begriffen wie »Advanced Smart Cache« oder »Intelligent Power Capability« steckt und was das Ganze bringt, erläutern wir im weiteren Verlauf des Artikels.
Durchdachtes Namenswirrwarr
Mit der Einführung des Core 2 Duo wird nicht nur die Pentium-Technik, sondern auch der immerhin 13 Jahre alte Markenname langsam verschwinden. Intel führt gleich eine komplett neue Produktbezeichnungs-Logik ein. Neben den Markennamen Core 2 Duo bzw. Core 2 Extreme für die Topversion bekommt jedes einzelne Modell ein fünfstelliges Kürzel verpasst. Dabei gibt der Buchstabe die Leistungsaufnahme an: Die Desktop-CPUs verbrauchen zwischen 50 und 74 Watt und bekommen dafür ein E verpasst, ab 75 Watt gibt?s ein X, worunter der Extreme fällt.
Für sparsame CPUs von 25 bis 49 Watt ist das T reserviert -- was in der Praxis die Notebook-Prozessoren sind. Und für supersparsame Exemplare gibt es schließlich noch L und U. Die erste Ziffer gibt den Einsatzzweck an: Die 4000er und 6000er Reihen deuten auf Desktop-Modelle hin, die Bezeichnungen 5000 und 7000 auf CPUs für den Mobilbereich. Hier gilt außerdem, wie auch für die restlichen Ziffern: Je höher, desto tendenziell schneller ist ein Prozessor.
Alter Sockel, neues Mainboard
Trotz der technischen Revolution führt Intel ausnahmsweise keine neue Plattform ein. Zwar gibt?s zum Core 2 Duo einen neuen Chipsatz (P965) dazu. Ansonsten vertraut man aber weiterhin auf den bekannten Sockel 775. Neben dem P965 sind etliche weitere Chipsätze Core 2 Duo-tauglich, zum Beispiel der i975X, einige Nforce-Varianten von Nvidia und der ein oder andere Chipsatz von Via.
Aufkommende Freude ob eines eventuell überflüssigen Boardwechsels müssen wir leider sofort wieder trüben: Durch die neue Architektur ist eine andere Stromversorgung vonnöten. Bereits länger käufliche Platinen mit dem i975X-Chipsatz etwa sind deshalb Core 2 Duo-un tauglich. Das bedeutet, dass zum neuen Prozessor aller Regel nach doch wieder ein neues Board fällig wird.
Auf zwei Core 2-Prozessoren konnten wir einen ersten Blick werfen: Für Otto Normalspieler den E6400, der mit gut 200 Euro zu Buche schlägt. Und schließlich noch das Topmodell Core 2 Extreme X6800, für den ein schlapper Tausender zu berappen ist. Interessant wird nicht nur zu beobachten sein, wie sich Intel damit auf Dauer gegen AMD schlägt. Sondern auch, wie stark sich immer schnellere Prozessoren samt Dualcore-Technologie in modernen Spielen überhaupt bemerkbar machen.
Mikkl Galuschka
