RX 7900 XT und XTX: Raytracing und Strombedarf
Special
Wir blicken auf die Technik und analyiseren die Leistung und das Preis-Leistungs-Verhältnis der neuen AMD Radeon RX 7900 XT und RX 7900 XTX.
RX 7900 XT und XTX: Raytracing
Manch einem Gamer ist Raytracing wichtig, obgleich diese Art der Berechnung von 3D-Grafik nur für bestimmte Effekte und dies zudem nur in vergleichsweise wenigen Games zum Einsatz kommt. Je nach Spiel sieht man keinen oder zumindest keinen qualitativen Unterschied im Vergleich zum Verzicht auf Raytracing. Da Nvidia sich das Thema der physikalisch korrekteren, aber auch deutlich rechenintensiveren Berechnungsmethode zuerst auf die Fahne geschrieben und mit den RTX-Grafikkarten hardwareseitig eine direkte Unterstützung für Raytracing implementiert hat, liegt Nvidia in dem Bereich vorn.
Dabei geht es nicht um das spätere optische Ergebnis, sondern um die Frage, wie stark die Leistung bei aktiviertem Raytracing einbricht. Hier hat Nvidia noch immer einen Vorteil. Auch bei der AMD Radeon RX 7900 XT und XTX bleibt es dabei: AMD kann bei der Raytracing-Leistung nicht mithalten. Mit Raytracing rutscht die RX 7900 XT hinter die RTX 3080 Ti - ohne Raytracing liegt sie hingegen sogar vor der RTX 3090 Ti. Die RX 7900 XT wiederum liegt mit Raytracing nur noch auf dem Level einer RTX 3090 Ti, die ohne Raytracing eher 20 Prozent hinter AMDs Flaggschiff liegt.
Die ansonsten in etwa gleichstarke RTX 4080 setzt sich mit Raytracing um 17 bis 20 Prozent von der RX 7900 XTX ab (je nach Auflösung). Wem Raytracing also sehr wichtig ist, der sollte bei seiner Grafikkartenwahl diese Ergebnisse einbeziehen.
RX 7900 XT und XTX: Strombedarf
Vor allem im Bereich der Oberklasse und aufwärts spielt der Strombedarf von Grafikkarten eine große Rolle. Bei Verbrauchswerten von etwa 220 Watt schon für eine Nvidia GeForce RTX 3070 oder AMD Radeon RX 6700 XT sowie über 300 Watt für Modellreihen wie die RTX 3080 oder RX 6900 XT und sogar über 400 Watt für die RTX 4090 und RTX 3090 Ti können gerade für intensives Gaming nennenswerte Kosten anfallen - wobei diese Kosten natürlich auch Ansichtssache sein können.
Verbraucht eine Grafikkarte 50 Watt mehr und man spielt im Durchschnitt jeden Tag zwei Stunden, dann kommt bei 40 Cent pro KWh ein Aufpreis von 7,30 Euro pro Jahr zustande. Wer ohnehin 700, 900 oder über 1000 Euro für eine Grafikkarte ausgibt, wird sich darüber vermutlich wenig kümmern.
Manch einer achtet aber trotzdem, wenn er die Wahl zwischen zwei Grafikkarten hat, auch auf solche kleinen Beträge, die sich nach einigen Jahren summieren und somit den Kaufpreis einer Grafikkarte indirekt erhöhen.
Quelle: PowerColor
Die meisten erhältichen Modellvarianten sind im Referenz-Design von AMD gefertigt. Eines der wenigen schon erhältichen Custommodelle ist die PowerColor Radeon RX 7900 XT Hellhound.
Doch was sagen die von uns analysierten Tests zum Thema Strombedarf der AMD Radeon RX 7900 XT und XTX? Die anfangs genannte modulartige Bauweise hat AMD dazu bewegt, die Taktwerte recht hoch anzusetzen, was auch den Strombedarf betreffen kann.
Bei der Effizienz schneidet die RTX 4000er-Reihe, die ja schon gegenüber der 3000er-Serie einen großen Effizienzschritt gemacht hatte, besser als AMDs neue Grafikkarten ab. Bei Gaming-Last liegt die AMD Radeon RX 7900 XT nämlich bei gut 300 Watt, etwa 15 Watt mehr als die schnellere RTX 4080. Die RX 7900 XTX liegt bei etwa 360 Watt, also 75 Watt mehr als die etwa gleichstarke RTX 4080.
Aber, und das muss man AMD als Pluspunkt zuschreiben: Für die RX 7900 XT gilt, dass sie beim Stromhunger im Bereich der RX 6900 XT und unter der GeForce RTX 3080 liegt - beide schlägt die RX 7900 XT bei der Leistung aber klar um 15 respektive 25 Prozent. Die RX 7900 XTX verbraucht etwas weniger als die RTX 3080 Ti und ein klein wenig mehr als die RX 6950 XT, wobei die RX 7900 XTX aber über 30 beziehungsweise 25 Prozent mehr Leistung bietet.
Kurzum: Die Stromeffizienz der beiden neuen AMD-Grafikkarten ist im Vergleich zur RTX 3000- und RX 6000-Serie sehr gut, aber die Nvidia RTX 4080, die man als direkte Konkurrenz einordnen muss, schneidet noch besser ab. Je nach Kaufpreis sind die beiden neuen AMD-Grafikkarten aber trotzdem ein guter Kauf - darum geht es auf der nächsten Seite.
