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Grafikkarten:Leistungsanalyse AMD RX 590

In unserem Grafikkarten-Special nehmen wir die neue AMD Radeon RX 590 unter die Lupe und bieten eine große Kaufberatung zu Gaming-Grafikkarten ab 150 Euro. Neben der Leistungsanalyse und expliziten Kauftipps erklären wir auch einiges rund um Grafikkarten, um euch bei der Wahl der richtigen Grafikkarte so gut wie möglich zu unterstützen.
Antonio Funes
MSI GTX 1080 Ti Lightning Z Quelle: MSI

AMD Radeon RX 590: Technik

Vor der Leistungsanalyse von AMDs Radeon RX 590 werfen einen kurzen Blick auf die Technik. AMDs neuer Bolide nutzt als GPU den Polaris 30 XT-Grafikchip. Dies ist ein Refresh des Polaris 20-Grafikchips, der in der AMD Radeon RX 570 und RX 580 bereits zum Einsatz kommt.

Die wichtigste Neuerung: AMD konnte das Fertigungsverfahren von 14 auf 12 Nanometer verringern. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass mehr Schaltungen auf der gleichen Fläche untergebracht werden können, was vor allem zu einer höheren Effizienz führt. Die neue AMD Raden RX 590 hat daher mit 1545 Megahertz einen deutlich höheren Boosttakt als ihr Vorgänger AMD Radeon RX 580 (1340 Megahertz), ohne dass dies zu Hitzeproblemen führt. Auch der Standardtakt ist beim Refreshmodell höher als beim Vorgänger (1469 vs. 1257 Megahertz). Wie sich dies auf die Gesamtleistung auswirkt, schildern wir in unserer Leistungsanalyse.

AMD Radeon RX 590: Leistungsanalyse und Strombedarf

Was den Takt angeht, setzt der Polaris 30-Grafikchip der AMD RX 590 etwa 15 bis 17 Prozent auf seinen Vorgänger Polaris 20 in der AMD Radeon RX 580 oben drauf.

Sapphire Radeon RX 590 Nitro Limiited Edition Quelle: PC Games Hardware Sapphire Radeon RX 590 Nitro Limiited Edition Bedeutet dies also auch ein Leistungsplus im gleichen Maße? Wir haben die Benchmarkwerte von mehreren Tests, die bei Games- und Hardwaremagazinen veröffentlicht wurden, in einer großen Analyse zusammengefasst, um die durchschnittlichen Leistungsunterschiede zu anderen Gaming-Grafikkarten zu ermitteln. Auch der Test unserer Kollegen der PC Games Hardware war freilich mit in der Analyse vertreten. Es kamen bei den Tests in der Summe mehrere Dutzend Spiele zum Einsatz, getestet wurde vor allem in Full-HD, aber auch in WQHD-Auflösung. Wir fassen unsere Erkenntnisse in Stichpunkten zusammen, wobei wir zur besseren Lesbarkeit auf die volle Schreibweise der Grafikkartenmodelle verzichten.

  • Im Vergleich zur AMD RX 580 kann die RX 590 ihren Taktvorsprung nicht ganz, aber zum größeren Teil auch in FPS ummünzen und bringt ein Leistungsplus von etwa 10 bis 12 Prozent.
  • Wer sich auskennt weiß, dass die AMD RX 580 in den meisten Spielen ein wenig langsamer als Nvidias GTX 1060 (6GB) ist. Die neue AMD RX 590 kann hingegen in so gut wie jedem der getesteten Spiel die GTX 1060 um etwa 5 bis 10 Prozent übertreffen.
  • Die RX 570 wird von der RX 590 um etwa 20 bis 25 Prozent übertroffen, die GTX 1050 Ti um gute 80 Prozent.
  • Nvidias GTX 1070 setzt sich um gut 25 Prozent von der AMD RX 590 ab.

Ein Wort zum Strombedarf: Die bisher erhältlichen AMD RX 590-Varianten benötigen einen 8-Pin-PCIe-Stecker, manche zusätzlich noch einen 6-Pin-PCIe-Stecker. Dies liegt an der Übertaktung der betreffenden Modelle, wobei der maximale Strombedarf gerade so an einer Grenze liegt, die den Zusatzstecker nötig macht - dies erkennt man daran, dass eben einige Modelle mit einem einzigen PCIe-Stecker auskommen. Je nach Modell sind etwa 210 bis 230 Watt Strombedarf zu erwarten - eine AMD Radeon RX 580 liegt 10 bis 20 Watt niedriger. Eine Nvidia GeForce GTX 1060 benötigt etwa 160 bis 170 Watt. Sofern man nicht im Durchschnitt jeden Tag etliche Stunden spielt, fallen die Mehrkosten aber selbst bei übertakteten Versionen nicht stark ins Gewicht.

Powercolor Radeon RX 590 Red Devil Quelle: PC Games Hardware Powercolor Radeon RX 590 Red Devil Beispiel: bei zwei Stunden Gaming jeden Tag, oder auch jeden zweiten Tag vier Stunden, sind es etwa 10 Euro pro Jahr.

AMD Radeon RX 590: Fazit

Der neue Bolide für die Mittelklasse enttäuscht nicht. Das Leistungsplus reißt freilich keine Bäume aus, aber für ein Refresh ist es ordentlich und auch höher als der prozentuale Leistungsgewinn, den die AMD RX 580 im Vergleich zur RX 480 schaffte. Auch dies war ja damals "nur" ein Refresh. AMD fehlt zwar noch immer eine Konkurrenzkarte im Bereich der Oberklasse sowie im High-End-Bereich. Aber wer nicht mehr als 300 bis 320 Euro ausgeben will, bekommt mit der AMD Radeon RX 590 die derzeit beste Grafikkarte in dem Preisbereich. Welche günstigeren und teureren Alternativen es aktuell gibt, und wie sich die AMD Radeon RX 590 dementsprechend beim Preis-Leistungs-Verhältnis einsortiert, klären wir in unserer abschließenden Grafikkarten-Kaufberatung.

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