Grafikkarten: Länge, Takt und Strombedarf

Special Antonio Funes
MSI GTX 1080 Ti Lightning Z
Quelle: MSI

In unserem Grafikkarten-Special nehmen wir die neue AMD Radeon RX 590 unter die Lupe und bieten eine große Kaufberatung zu Gaming-Grafikkarten ab 150 Euro. Neben der Leistungsanalyse und expliziten Kauftipps erklären wir auch einiges rund um Grafikkarten, um euch bei der Wahl der richtigen Grafikkarte so gut wie möglich zu unterstützen.

Eine Frage der Länge

Vor allem wenn man bei einer Grafikkarte ein Schnäppchen macht kann es enorm ärgerlich sein, wenn man erst beim Einbau merkt, dass die Grafikkarte gar nicht ins PC-Gehäuse passt und man die Karte umtauschen oder ein neues Gehäuse kaufen muss.

Häufig passiert dies Nutzern, die einen Komplett-PC mit einer eher schwachen Grafikkarte haben und erstmals eine stärkere Grafikkarte einbauen wollen. Daher solltet Ihr vor dem Kauf prüfen, wie viel Raum für eine Grafikkarte im Inneren des PCs vorhanden ist. Die Breite einer Grafikkarte ist dabei nicht das Problem, sondern nur die Länge sowie für den Fall, dass unterhalb der Grafikkarte irgendeine weitere Zusatzsteckkarte im PC verwendet wird, auch die Höhe.

Für Mini-Gehäuse gibt es einige besonders kurze Grafikkarte, hier eine Gigabyte GTX 1070 Mini ITX OC Quelle: PC Games Hardware Für Mini-Gehäuse gibt es einige besonders kurze Grafikkarte, hier eine Gigabyte GTX 1070 Mini ITX OC Wenn Ihr wisst, wie Euer Gehäuse-Modell heißt, könnt ihr beim Hersteller oder häufig auch bei Preisvergleichseiten wie der unserer Kollegen der PC Games Hardware die Informationen dazu finden. Dort könnt ihr auch für einen Gehäuseneukauf filtern - wir haben uns mal als Beispiel erlaubt, diesen Link zu Gehäusen für ATX-Mainboards und mit einer Eignung für alle Grafikkarten bis 30 Zentimeter Länge als Beispiel zu platzieren. Länger als 30 Zentimeter sind nur wenige aktuelle Grafikkarten - ein paar Dutzend Modelle unter den derzeit gut 500 für Gaming relevanten erhältlichen Grafikkartenmodellen gibt es aber, also haltet die Augen auf. Wer die Daten zu seinem aktuellen Gehäuse nicht findet, muss selbst nachmessen - der Knackpunkt ist in aller Regel der Käfig für die Festplatten im vorderen Bereich des Gehäuses. Sollte die gewünschte Grafikkarte um wenige Millimeter passen oder auch nicht passen, dann messt lieber erneut nach. Auf der sicheren Seite seid ihr, wenn mehr als 5 Millimeter Abstand vorhanden sind. Bei manchen Gehäusen lässt sich der Festplattenkäfig übrigens abnehmen, um mehr Platz zu haben.

Taktwerte

Der Takt Je höher der Takt, desto schneller ist ein Chip - oder nicht? Genau hier unterliegen viele einem Irrtum, denn der pure Takt ist nicht alles. Lediglich dann, wenn zwei Chips, zum Beispiel zwei GPUs (Grafikchips), zur gleichen Familie gehören, kann man anhand des Taktes etwas zu den Leistungsunterschieden sagen. Aber selbst dann können andere Eckdaten diese Denkweise zunichtemachen. Beispiel: Zwei GPUs gehören zur gleichen Chip-Familie. Die GPU A hat einen höheren Takt als die GPU B. Allerdings hat die GPU A ein deutlich langsameres RAM als Partner - das Ergebnis: Die GPU mit dem höheren Takt ist langsamer. Daher solltet ihr nur dann auf den Takt schauen, wenn zwei Grafikkartenserien sich wirklich enorm ähnlich sind, am besten sogar nur dann, wenn es um die gleiche Grafikkartenserie geht, ihr also beispielweise ein Custommodell der AMD RX 580 von Asus mit einem von MSI vergleicht.

Strombedarf

Moderne Grafikkarten treiben den Strombedarf eines PCs im Vergleich zum Officebetrieb deutlich nach oben - allerdings nur dann, wenn sie auch einiges zu tun haben. Da der Strom, der direkt aus dem PCIe-Slot (vor allem älteren als PCIe 3.0) garantiert werden kann, für Gaminggrafikkarten nicht ausreicht, haben bis auf einige Einsteigergrafikkarten alle Modelle eine oder zwei Buchsen für die so genannten PCIe-Stromstecker eines Netzteils. Diese Buchsen können einen Stecker mit 6 oder 8 Pins verlangen. Sofern Euer Netzteil also zwei PCIe-Stecker mit je 8 Pins bietet (die man bei Bedarf zu 6-Pin-Steckern machen kann), braucht ihr Euch keine Sorgen zu machen. Als grobe Regel gilt: für einen halbwegs modernen Gaming-PC reicht ein Netzteil immer aus, so lange es die nötigen PCIe-Stecker bietet. Es kann aber so oder so nur in wenigen Fällen mit einer Kombination aus enorm stromhungriger CPU und Grafikkarte passieren, dass es trotzdem Probleme gibt und man noch auf den Watt-Nennwert des Netzteils schauen muss.

Be Quiet! Pure Power 10 Netzteil Quelle: Be quiet Be Quiet! Pure Power 10 Netzteil Dieser Nennwert wird übrigens wiederum seitens der Grafikkartenhersteller gerne übertrieben: Wenn für eine Grafikkarte beispielsweise ein 600-Watt-Netzteil empfohlen wird, dann soll diese Aussage auch die Fälle abdecken, in denen Nutzer sehr billige Netzteile haben, die zwar mit 600 Watt werben, aber effektiv sogar schwächer als ein Markennetzteil mit 400 Watt Nennwert sind. Mit einem ordentlichen, aktuellen Markenmodell und 450 bis 500 Watt Nennwert, ab etwa 45 Euro zu haben, wird es aber keine Probleme geben. 600 Watt und mehr sind nur in absoluten Ausnahmefällen nötig. Denn selbst ein starker Spiele-PC verbraucht selten mehr als 350 Watt bei Last. Ein kurzer Hinweis zum Schluss des Themas Strombedarf: Da übertaktete Versionen einer Grafikkarte mehr Strom verbrauchen, kommt es vor, dass innerhalb der gleichen Grafikkartenserie die nötigen Stecker je nach Modell voneinander abweichen. Achtet darauf, falls Eurer Netzteil nicht ohnehin zwei PCIe-8-Pin-Stecker bietet.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Einleitung, Custom- und Partnergrafikkarten
  2. Seite 2 Grafikkarten: Länge, Takt und Strombedarf
  3. Seite 3 Grafikkarten: Treiber; Welche Grafikkartenklasse aussuchen?
  4. Seite 4 Grafikkarten:Leistungsanalyse AMD RX 590
  5. Seite 5 Grafikkarten: Kaufberatung ab 150 Euro
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