Nvidias RAM-Geiz: Warum die RAM-Menge wichtig ist

Kolumne Antonio Funes
Nvidias RAM-Geiz: Warum die RAM-Menge wichtig ist
Quelle: Asus

Die Nvidia GeForce RTX 5060 mit nur 8 GB Videospeicher, die an sich selbst für 4K geeignete RTX 5070 mit nur 12 GB vRAM - das ist meiner Meinung nach zu wenig

Nvidia hängt AMD hinterher

AMDs Einsteiger-Grafikkarte Radeon RX 7600 hat lediglich 8 GB Video-RAM - das ist allerdings auch noch in Ordnung, da sie vor zwei Jahren auf den Markt kam, als der zunehmende Video-RAM-Hunger von Spielen noch nicht absehbar war. Schon die RX 7600 XT bot aber 16 GB, die davor veröffentlichte RX 7700 XT wiederum 12 GB und alle stärkeren 7000er-Modelle, wie schon anfangs gesagt, 16 GB oder mehr.

Doch wie sieht es bei Nvidia aus? Die alten 4000er-Modelle spielen keine Rolle mehr, aber die erst vor wenigen Wochen veröffentlichte GeForce RTX 5060 rangiert von der Leistung her im Bereich der AMD Radeon RX 7600 XT, hat aber nur 8 GB RAM. Dies ist im Grunde genommen inakzeptabel. Denn die Grafikkarte ist eigentlich mehr als schnell genug, um moderne Spiele bei Full-HD und dabei auch hohen oder maximalen Details darzustellen zu können. "Dank" des kleinen Videospeichers wird es aber mehr und mehr Fälle wie bei Indiana Jones und der große Kreis geben, bei denen die Speichermenge für eine erzwungenermaßen unnötig schlechte Grafik sorgt, da man zum Beispiel bei den Texturen die schwächste Variante wählen muss.

Schon die davor veröffentlichte GeForce RTX 5070 sorgte für Unmut - sie bietet 12 GB Video-RAM. Dies kann ab WQHD (2560x1440 Pixel) bereits knapp werden, vor allem in der Zukunft. Dabei sorgt das Leistungspotenzial der RTX 5070 eigentlich dafür, dass viele Spiele selbst in 4K mit mehr als 50 FPS spielbar sind und die GeForce RTX 5070 damit in der Theorie eine Grafikkarte wäre, die für WQHD-Gaming über einige Jahre ausreichen würde. Bei nur 12 GB Video-RAM aber könnte es immer häufiger Engpässe geben. AMDs etwas schnellere Radeon RX 7900 XT hingegen bietet 20 GB Grafikspeicher, die neuere und ähnlich schnelle RX 9070 wiederum 16 GB. AMD hat also verstanden, dass die Speichermenge wichtig ist, vor allem wenn man eine Grafikkarte nicht nur für ein bis zwei Jahre verwenden will.

Gigabyte GeForce RTX 5060 Eagle Quelle: Gigabyte Gigabyte GeForce RTX 5060 Eagle mit nur 8GB RAM.

Hat es Nvidia vielleicht nicht nötig?

Besonders unverständlich ist dabei die Tatsache, dass Video-RAM keine horrenden Zusatzkosten verursacht. Dies sieht man gut an den Modellreihen Nvidia GeForce RTX 5060 Ti sowie AMD Radeon RX 9060 XT, die es nämlich beide jeweils in Varianten mit 8 GB und 16 GB Videospeicher gibt. Der Preisunterschied zwischen der kleineren und größeren Version beträgt dabei ungefähr 70 Euro. Das ist natürlich im Einsteiger- oder Mittelklassebereich nicht gerade wenig.

Aber zumindest 12 GB statt nur 8 GB zu spendieren, wäre bei der GeForce RXT 5060 mehr als angebracht. Zumal die Intel Arc B580, die mit der GeForce RTX 5060 konkurriert, eben diese 12 GB bietet und schon im letzten Jahr auf den Markt kam. Für die GeForce RTX 5070 wären 16 GB Videospeicher an sich ein Muss. Hier scheint Nvidia zumindest mit der Aussicht auf die GeForce RTX 5070 Super ein Einsehen zu haben und eine Ausstattung von 18 GB Grafikspeicher anzubieten.

Nvidia kann es sich aber all das offenbar leisten und verkauft trotzdem genügend Grafikkarten. Für mich bleibt es eine unverständliche Knausrigkeit, wie Nvidia bei einigen Modellreihen mit dem Video-RAM umgeht. Und das vor allem trotz recht hoher Preise. Seit langer Zeit bietet AMD stets, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, in den meisten Leistungsklassen den günstigeren Preis als die vergleichbar starken Nvidia-Modelle.

Und das, obwohl AMD den Grafikkarten im Zweifel mehr Videospeicher spendiert. Vermutlich funktioniert einfach das Marketing von Nvidia viel zu gut, sodass selbst DLSS eher zum Pro-Nvidia-Argument wird, obwohl der Zwang, für DLSS eine RTX-GPU zu nutzen, ja eher ein Nachteil ist. Das Team Green ist aber in Sachen Marketing alles andere als grün hinter den Ohren.

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