DVD-Review: Happy Feet

Test Patrick Köllner

Mit tanzenden Pinguinen sicherte sich George Miller den "Oscar" für den besten animierten Spielfilm 2006

ANIMATION Erfolgreiche Trends erleiden in Hollywood fast immer das gleiche Schicksal: Die Studios bedienen sie zu Tode. Während Modeerscheinungen der 70er (Katastrophenfilme), 80er (Tanzfilme, Body-Mind-Switcher) und 90er (TV-Serien-Adaptionen) ziemlich schnell wieder verschwanden, halten sich Comic-Verfilmungen und Computeranimationen schon ziemlich lange.

Problemkind

Der junge Kaiserpinguin Mumble hat ein Problem: Er kann gut tanzen, aber überhaupt nicht singen. Der junge Kaiserpinguin Mumble hat ein Problem: Er kann gut tanzen, aber überhaupt nicht singen. Der Grad der Übersättigung scheint jedoch näher zu rücken. Pixar- und DreamWorks-Produktionen füllen zwar weiterhin die Kassen, inhaltlich durchschnittliche Werke wie "Himmel und Huhn" oder "Jagdfieber" erreichen einen Blockbuster-Status aber zunehmend mühsamer. Mit "Happy Feet" begab sich auch George Miller unter die CGI-Filmer. Miller, der als treibende Kraft hinter den "Schweinchen Babe"-Folgen sein Gespür für Familienunterhaltung bewies, entschied sich bei der Wahl der Protagonisten wie die meisten seiner Kollegen für niedliche Tiere. Diesmal sind es Kaiserpinguine.

Die Geburt ihres Sohnes Mumble bringt für Memphis und Norma Jean Ärger mit sich. Im Unterschied zu all seinen Artgenossen kann Mumble nämlich nicht singen. Trotzdem hat er den Rhythmus im Blut. Mumble ist ein begnadeter Stepptänzer. Den Pinguin-Ältesten ist der Kleine jedoch ein Dorn im Auge. Sie geben ihm die Schuld am Verschwinden der Fischschwärme und verbannen ihn in die Einsamkeit. Der Tänzer macht sich auf eine abenteuerliche Suche nach dem wahren Grund für das fehlende Futter: die als Aliens bekannten Zweibeiner ...

Auswahlverfahren

Papa Memphis ermahnt seinen Nachwuchs. Papa Memphis ermahnt seinen Nachwuchs. Bei der DVD-Auswertung fährt Warner zweigleisig. Neben einer extrafreien Single-Disc gibt es auch einen Doppeldecker mit zusätzlichen Szenen und einigen Featurettes, in denen man sich von Choreograf Savion Glover erklären lassen kann, wie die Musicaleinlagen zustande kamen.

Mit an Bord sind natürlich auch die Musikvideos von Gia, Prince und Brittany Murphy sowie (PR-lastige) Einblicke in die Produktion mit einigen Statements des Regisseurs und der prominenten Original-Sprecher wie Nicole Kidman, Elijah Wood und Hugh Jackman.

Fazit

Film-Check: "Happy Feet" ist zweifellos der schönste Pinguinfilm aller Zeiten und bringt das Zeug zum Evergreen mit. George Miller erzählt eine klassische Heldengeschichte vor dem malerischen Hintergrund des ewigen Eises und meistert dabei jenen schwierigen Spagat zwischen kinematografischer Verspieltheit und dramaturgischer Glaubwürdigkeit, der sich als "kindgerechte Erwachsenenunterhaltung" bezeichnen lässt.
Die Musikeinlagen sind einfach mitreißend. Wenn Mumble und seine Frackträger-Freunde in ausschweifenden Musical-Nummern Rock- und Pop-Klassiker interpretieren, kommt man aus dem Staunen kaum heraus. DVD-Fazit: Vom Fehlen eines Audiokommentars abgesehen, lässt sich die 2-Disc Special Edition als rundum gelungen bezeichnen und verdient eine Kaufempfehlung. Kurzweilige Extras, ein kristall- klares Bild und ein angemessener Ton.

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