Halo - Reach: Steamversion des Xbox-Shooter-Klassikers von Bungie im Test

Test Subota Jurij
Halo - Reach: Steamversion des Xbox-Shooter-Klassikers von Bungie im Test
Quelle: 343 Industries

Lange Zeit war die gesamte Halo-Reihe nur Xbox-Spielern zugänglich. Die Master Chief Collection ist seit dem 4. Dezember auch auf Steam und im Microsoft Store erhältlich. Die Kollektion soll mit der Zeit alle Titel der legendären Reihe beinhalten und so PC-Spieler in den Genuss der Abenteuer rund um John-117 bringen. Mit Halo: Reach hat die Sammlung ihre erste überarbeitete Version erhalten und wir verraten euch in unserem Test, wie gut sich das Halo-Prequel auf dem PC spielt.

Das Studio 343 Industries hat mit Halo Reach als Anfangstitel der Master Chief Collection eine gelungene Portierung geschaffen - das können wir sogleich zu Beginn unseres Tests trotz einiger Kritikpunkte festhalten. Es ist hier aber wichtig klarzustellen, dass nicht die gesamte Master Chief Collection auf einen Schlag veröffentlicht wurde, sondern die dazugehörigen Titel nach und nach ins Sammelsurium hinzugefügt werden. Dieses Missverständnis hat bei manchen bereits für einige Verwirrung gesorgt. Bei Reach selbst handelt es sich um den letzten Ableger der Serie, der von den ursprünglichen Entwicklern, sprich Bungie, gemacht wurde. Als das Prequel zur Hauptreihe ist der eigentlich fünfte Teil übrigens ein sehr passender Beginn, um mit der legendären Franchise loszulegen.

Schöne, wiederkehrende Nostalgie

In Halo: Reach gibt es auch wieder fette Wummen aller Art! Quelle: PCGames In Halo: Reach gibt es auch wieder fette Wummen aller Art! Heute wie früher bleibt die Kampagne sehenswert mit gut integrierten Gameplay-Elementen. Als Teil einer Sondereinheit versucht ihr als Nobel Sechs den titelgebenden Planeten Reach vor der Alieninvasion der Allianz zu verteidigen. Ein Novum für die Reihe ist es, dass wir auch erstmals die Gesichter hinter den Helmen der Elitesoldaten namens Spartans zu sehen bekommen. Auf spielerischer Ebene bleibt das Abenteuer auf dem fremden Planeten aber genauso wie die früheren Ableger. Damit meinen wir nichts Schlechtes: Das Sounddesign ist herausragend, die KI ist in der Kampagne je nach Schwierigkeitsgrad fordernd und mit den Schädeln im Hauptmenü können wir gar individuelle Herausforderungen in der Kampagne schaffen. Auch die Standardsteuerung wirkt auf der Tastatur sehr intuitiv. Wir haben uns direkt in den ersten Spielminuten an sie gewöhnt und freuten uns darüber, dass wir nun noch genauer als auf der Konsole zielen konnten.

Beim Kauf des Spiels habt ihr die Auswahl, ob ihr euch für Halo: Reach als Stand-alone entscheidet oder die Master Chief Collection als Ganzes kaufen wollt. Wie eingangs schon erwähnt, werden die anderen Titel jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen. Mit Halo Reach auf dem PC erhalten wir eine aufpolierte Version des Xbox-360-Klassikers in besserer Auflösung und höherer Framerate. So kann die Einleitung der Geschichte um den Master Chief jetzt auch neue Spieler in ihren Bann ziehen ­­­- jedoch auch mit einigen Makeln.

Halo: Reach ist kein richtiges Remaster

Die guten, alten Fahrzeuge wie Ghosts, Banshees oder Wraiths sind wieder am Start Quelle: PCGames Die guten, alten Fahrzeuge wie Ghosts, Banshees oder Wraiths sind wieder am Start Halo: Reach hat eine kleine Politur aufgrund der PC-Veröffentlichung erhalten. Es wurde aber so gut wie nichts am Design oder an den Modellen überarbeitet. Die Möglichkeiten einer besseren Auflösung und Bildwiederholungsrate sind unserer Meinung nach für heutige Standards die Mindestanforderung, um als ordentliche Portierung durchzugehen. Wenn man Direktvergleiche in puncto Charaktermodelle zur X360-Version anstellt, merkt man, dass zwar gewisse Unterschiede erkennbar sind, diese aber nicht wirklich signifikant erscheinen. Sattere Farben, schärfere Texturen und eine höhere FPS-Zahl sind dabei die ausschlaggebendsten. Konkrete Assets wie Bäume, Steine, Symbole und auch Waffen wirken weiterhin teilweise etwas verwaschen und matt.
Was sehr enttäuschend ist, ist das Fehlen von Reglern und detaillierteren Einstellungsoptionen, um die Settings komplett nach unseren Vorlieben anzupassen. Stattdessen sind uns nur wenige vorgeschriebene Setting-Optionen gegeben, die uns die Möglichkeit individueller Anpassungen rauben.

Bei den Frames per Second bleibt uns nur die Wahl zwischen einem 60-FPS-Lock oder unlimitierter Bildwiederholrate. Dazwischen oder darunter gibt es nichts. Die erweiterten Grafikoptionen fallen ebenso bescheiden aus. Wir können Halo: Reach entweder in altmodischer X360-Grafik spielen, das System die Grafik an unsere Ausstattung anpassen lassen oder in "unlimitiert" das Beste aus dem Spiel rausholen. Auch hier fehlt die Möglichkeit mit individuellen Einstellungen die eigene Spielerfahrung selbstständig anzupassen. Immerhin kann man das Sichtfeld nach eigenen Vorlieben anpassen, was bei bewegungsempfindlichen Spielern in Ego-Perspektive wahre Wunder wirkt. Was aber auch Individualität vermissen lässt, ist die Tastenbelegung konkreter Spielmechaniken. Die Primär- und Sekundärwaffe kann man zum Beispiel nicht umkonfigurieren. Selbiges gilt zudem auch für Granaten. Ähnlich umständlich wirkt der verpflichtende Microsoft-Account - auch für Steam-Käufer. Dieses Vorgehen ist in der Branche zwar kein Novum mehr, eine nervige Unannehmlichkeit ist es aber dennoch. Zudem kämpft die PC-Version mit einigen technischen Krankheiten wie Soundproblemen, denen sich die Entwickler aber bereits widmen und nach und nach Updates liefern. Zum Schluss unseres Gemeckers geht einem weiterhin die schlechte deutsche Vertonung auf die Nerven, welcher die eigentlich spannende Handlung nicht wirklich gut unterstützt.

Online-Keilerei

PvP ist ein Herzstück der Halo-Reihe. Für das Gemüt kann es Fluch und Segen sein. Quelle: PCGames PvP ist ein Herzstück der Halo-Reihe. Für das Gemüt kann es Fluch und Segen sein. Was wirklich von Anbeginn für gute Laune sorgt, sind die Online-Matches. Mit ordentlicher Technik spielt sich der First-Person-Shooter auf dem PC so wie es gefühlt schon immer hätte sein sollen. Hier soll aber kein Missverständnis vorliegen: Man merkt dem Spiel deutlich an, dass es einige Jahre auf dem Buckel hat. Zum Beispiel fanden wir nur schwer Gefallen sowohl am Trefferfeedback als auch an der Fahrzeugsteuerung per Maus und Tastatur. Mit dem Andrang und der Beliebtheit von Halo sind die Lobbys jedenfalls gut gefüllt - mit Wartezeiten hatten wir kaum zu kämpfen. Auch serverseitig sind wir auf keine Probleme gestoßen. Für Individualisierungsfanatiker gibt es auch die Möglichkeit, seinen Charakter als Spartan oder als Elite-Alien nach eigenen Belieben anzupassen. Zusätzliche kosmetische Anpassungen können im Spiel durch Marken aus Online-Aktivitäten gewonnen werden. Die Marken können wir während angekündigter Seasons erspielen.

Dabei wird es während des gesamten Veröffentlichungszyklus der Master Chief Collection neue Seasons für Reach geben - ähnlich wie etwa bei Rainbow Six: Siege. Der Map-Editor und die Karten, die es bisher für die X360-Version von Halo: Reach gab, sollen im Verlauf des Jahres nachgereicht werden. Zudem scheinen aktuell bestimmte Modi an festgelegte Karten gebunden zu sein. Weiterhin gibt es auch die bereits aus dem Original bekannten besonderen Fähigkeiten mit Upgrades wie unter anderem Sprinten, Jet-Packs oder Schutzschilde. Diese Upgrades, die individuelle Spielstile ermöglichen, sind aber weiterhin ein Auslöser für entweder Liebe oder Hass. Etwas dazwischen gibt es nicht!

Und ich singe: Halo!

Halo: Reach ist das Prequel zur Hauptserie und behandelt den Verlust des Planeten vor der invasorischen Allianz Quelle: PCGames Halo: Reach ist das Prequel zur Hauptserie und behandelt den Verlust des Planeten vor der invasorischen Allianz Mit der Halo: Reach hat 343 Industries eine gelungene, aber nicht allzu aufwendige Portierung eines allseits beliebten Shooters abgeliefert. Sie bietet was Fans wollen und hält spielerisch auch für Einsteiger eine gut inszenierte Kampagne bereit, mit interessanter Story und einer guten gewählten Einleitung in das Halo-Universum. Auch in den Multiplayer-Modus findet man sich schnell ein, wenn man nicht unbedingt absoluter Shooter-Neuling ist. Wem Halo aber vorher schon vom Grundkonzept nicht gefallen hat, der wird auch hier nicht wirklich glücklich. Mit diesem Port erlebt man aber nochmal auf dem PC ein Stück Shooter-Geschichte. 343 Industries hat hier ganz auf Fan-Service gesetzt und wirkt - vor allem in der Master-Chief-Collection - recht überzeugend.

Meinung

Wertung zu Halo: The Master Chief Collection (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Weiterhin gutes, auch heute funktionierendes GameplayTechnische Fortschritte lassen den Spielspaß noch mehr auf einen zukommen4K-SupportStabiler PC-Port mit keinerlei StörungenSteuerung auf Maus und Tastatur wurde gut umgesetztViele Modi, mit denen man eine Menge Zeit vertreiben kannGelungener FanserviceUnlocked-FPS sind möglich, wie auch die Anpassung des Field of View
Kaum Menüoptionen, schwache AnpassungsmöglichkeitWeiterhin schwache deutsche SprachausgabeSoundprobleme
Fazit

Halo: Reach funktioniert auf dem PC hervorragend und auch wenn die Politur lediglich Kanten glättet, behält es gerade deshalb seinen Charme.

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