Halo Infinite im Mehrspieler-Test: Gratis und gut - Halo ist zurück!
Test
Im kostenlosen Multiplayer findet Halo Infinite zu neuer, alter Stärke zurück: 343 Industries gelingt ein geschickter Spagat zwischen klassisch und modern, das Ergebnis ist das beste Mehrspieler-Halo seit Jahren. Einzig am Battle Pass scheiden sich die Geister.
Zählt man die beiden Standardwummen dazu, gibt es insgesamt 22 Waffen in Halo Infinite, manche davon bekannt, andere brandneu. Frische Knarren könnt ihr entweder bei besiegten Feinden aufheben oder aber ihr sucht die Map nach Waffenschränken ab. Praktisch: Mit einer Scanner-Funktion lasst ihr euch alle Spawnpunkte für Waffen in der Nähe einblenden, das erspart lästiges Suchen. Außerdem erscheinen an bestimmten Orten regelmäßig starke Waffen wie das Scharfschützengewehr oder der Raketenwerfer - wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Neu ist die UNSC Commando, die sich wie eine Mischung aus MA40 und Kampfgewehr präsentiert. Damit seid ihr auf mittlere bis hohe Distanz gut gerüstet. Außerdem gibt's eine frische Shotgun, die aus der Nähe zwar kräftig austeilt, aber nie übertrieben stark wirkt - selbst auf engen Arena-Maps ist die Waffe kein Allheilmittel, da passt das Balancing.
Quelle: PC Games
Die Nahkampfattacke ist enorm stark in Halo Infinite, meist genügen da zwei Treffer.
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Bei den Alien-Knarren hat sich ebenfalls einiges getan. Die Plasmapistole kann zum Beispiel keine Fahrzeuge mehr per EMP-Treffer lahmlegen. Dafür besitzen die neue Disruptor-Pistole und das Schockgewehr einen vergleichbaren Effekt, der auch feindliche Flieger ruck zuck vom Himmel holt. Der Pulskarabiner ist eine neue Plasmawaffe, die auf kurze Distanz ihre Stärken ausspielt. Und natürlich ist auch der bewährte Needler in alter Frische zurück. Ein echtes Monster aus dem Banished-Waffenschrank ist der Skewer: Eine schwere, präzise Kanone mit irrer Durchschlagskraft, die jeden Gegner und leichte Fahrzeuge mit einem Treffer wegputzt. Auch die Forerunner-Fraktion ist mit einigen mächtigen Waffen vertreten, zum Beispiel die Heatwave-Kanone, die abprallende Energiekugeln verschießt. Exzellent ist auch wieder der Sentinel-Beam, der auf kurzer Distanz jeden Spartan vom Bildschirm brutzelt. Eher für erfahrene Spieler eignet sich die Cindershot-Waffe, eine Art Energie-Granatwerfer, mit der man seine Feinde ebenso leicht pulverisiert wie sich selbst.
Quelle: PC Games
Granaten kommen oft zum Einsatz und sind nicht übertrieben stark.
Obwohl die allermeisten Knarren mit griffigem Gunplay und satten Soundeffekten überzeugen, ist nicht alles Gold, was glänzt: Die klobige Mangler-Pistole fühlte sich im Test noch ziemlich unpräzise an. Und der Ravager-Granatwerfer soll eigentlich mit einem aufladbaren Schuss punkten, der den Boden in Brand setzt, doch in der Praxis hatten wir damit nur selten Erfolg. Prädikat: unnötig.
Griffiger Nahkampf
Mit Energieschwert und Gravitationshammer stehen auch zwei Nahkampfwaffen bereit, die besonders auf engen Karten ihre Stärken ausspielen und prima von der Hand gehen machen. Dazu gibt es auch mehrere Granaten, die ihr dank großzügigem Nachschub häufig einsetzen könnt. Cool: Mit bestimmten Items oder dem Schwert könnt ihr Granaten sogar abwehren und auf eure Feinde zurückschleudern. Und natürlich könnt ihr euren Feinden auch jederzeit eins mit dem Gewehrkolben überbraten - ein simpler Angriff, der aber es aber in sich hat: Bei angeschlagenen Feinden reicht oft schon ein Treffer aus!
Quelle: PC Games
Schwerter töten mit nur einem Treffer, können aber von anderen Klingen geblockt werden.
Free2Play: Was kostet der Spaß?
Beim Spielgefühl trifft 343 also ins Schwarze, viele Fans sind sich einig: So viel Spaß hat Halo schon lange nicht gemacht. Nach dem Match folgt allerdings meistens die Ernüchterung: Egal ob ihr tonnenweise Gegner besiegt, Flaggen erobert oder ordentlich Punkte für euer Team verdient, eure persönlichen Leistungen werden kaum gewürdigt. Das liegt am Fortschrittsystem, das schon in der Beta viel Kritik einstecken musste. In Halo Infinite könnt ihr zwar in Rängen aufsteigen, doch die nötigen Erfahrungspunkte verdient ihr damit, spezielle Herausforderungen zu meistern: Einen Fahnenträger stoppen, 15 Gegner mit dem Commando-Gewehr erledigen, ein Deathmatch gewinnen - nur wer auf solche Ziele hinarbeitet, steigt mit der Zeit im Level auf. Der Fortschritt geriet dadurch in den ersten Wochen unheimlich zäh. Die Entwickler haben hier allerdings schon nachgebessert, nun erhält man für jedes Match einen festen XP-Betrag, der für deutlich schnellere Fortschritte sorgt.
Quelle: PC Games
Nur wenn ihr gezielt solche Herausforderungen abhakt, steigt ihr halbwegs flott im Level auf.
Allerdings sollte man auch damit nicht zu viel erwarten: Sobald man einen Level aufsteigt, gibt's ohnehin kaum nennenswerte Belohnungen, schließlich könnt ihr nur Skins und Kosmetik freispielen, der Großteil davon ist Premium-Käufern vorbehalten. Und so richtig aufregend sind die Belohnungen ohnehin nicht: Mit neuen Farbmustern, Posen oder Rüstungsdetails lässt sich euer Spartan zwar ein wenig aufhübschen, doch der Großteil davon sieht entweder ziemlich ähnlich aus oder fällt im Eifer des Gefechts eh kaum jemandem auf. (Oder achtet hier wirklich jemand auf die Form eines Knieschützers oder die Farbe eines Helmvisiers?) Wer also keinen Wert darauf legt, ständig mit Belohnungen zugeschmissen zu werden und stattdessen einfach nur das Gameplay genießen will, braucht in Halo Infinite tatsächlich keinen müden Cent ausgeben.
Quelle: PC Games
Grenzwertige Kosmetik: Abgesehen von den Farben ähneln sich viele Rüstungsteile stark.
Alle anderen haben die Möglichkeit, für etwa zehn Euro einen Premium Battle Pass zu kaufen, der dafür deutlich mehr kosmetische Upgrades freischaltet. Schön: Ein Battle Pass hat kein Verfallsdatum, ihr werdet die Inhalte also für immer freispielen können, selbst wenn der Multiplayer schon in die nächste Season gestartet ist. Das ist besonders für Gelegenheitsspieler fair. Und tröstet auch ganz gut darüber hinweg, dass einige Skins im Shop irre teuer geraten sind.
Quelle: PC Games
Habt ihr Rang 6 erreicht, dürft ihr euer Visier rot färben. Das ist so spannend wie es klingt.
Die erste Season läuft noch bis zum 2. Mai 2022. Danach geht's direkt mit Season 2 weiter, die auf drei Monate ausgelegt ist und neue kosmetische Belohnungen liefern soll. Zusätzlich gibt es auch noch regelmäßige Events, der erste ist bereits gestartet: In dem sechswöchigen Ereignis "Fracture: Tenrai" könnt ihr euch eine optisch nette (und spielerisch nutzlose) Samurai-Rüstung verdienen, indem ihr den speziellen Fiesta-Modus spielt. In dieser Arena-Variante erhaltet ihr zu jedem Respawn zwei zufällige Waffen, was für herrlich chaotische Partien sorgt.
Für den PC gemacht
Auch bei der Technik muss man 343 Industries loben: Die Entwickler haben sich Mühe gegeben, um eine gute PC-Version abzuliefern, inklusive massenhaft Optionen wie einer unbegrenzten Framerate und beeindruckender Ultrawide-Darstellung. DLSS oder FidelityFX werden zum Launch allerdings nicht unterstützt, das Gleiche gilt auch für Raytracing. Dafür ist Crossplay zwischen PC und Xbox-Konsolen an Bord. Wer mag, kann sogar im eigenen LAN-Netzwerk spielen. Grafisch reißt das Spiel zwar keine Bäume aus, aber dafür glänzt die saubere Optik mit guten Effekten, hoher Weitsicht und einer ordentlichen Performance selbst bei 24 Spielern. Auch wenn hier sicher noch Luft nach oben bleibt und weitere Verbesserungen im Laufe der Jahre folgen werden: Die neue Engine hat was auf dem Kasten! Allerdings wurden auf dem PC bereits die ersten Aimbots gesichtet, hier sollte 343 unbedingt weiter an der Sicherheit feilen und Cheater so gut wie möglich aussperren.
Quelle: PC Games
Grafisch wie technisch präsentiert sich die PC-Fassung von Halo Infinite in Topform.
Noch mehr Eindrücke aus dem Halo Infinite Multiplayer findet ihr ihr unserer Galerie. Alle Screenshots haben wir mit der PC-Version erstellt, teilweise direkt aus dem Match, teilweise mit dem Theatermodus, in dem wir die Kamera frei bewegen dürfen.
Bildergalerie
Der Multiplayer von Halo Infinite ist seit dem 15. November 2021 kostenlos über Steam (PC) und den Microsoft Store (PC und Xbox) spielbar. Die vielversprechende Einzelspielerkampagne ist ab dem 8. Dezember 2021 erhältlich, der Preis liegt bei 60 Euro.
