Marvel's Guardians of the Galaxy in der Vorschau: So soll sich das Spiel von den Kinoabenteuern abheben
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Square Enix will mit Guardians of the Galaxy den rockigen Flair der gleichnamigen Kinofilme zur Marvel-Comicreihe einfangen und auf Steam und die heimischen Konsolen bringen. Trotzdem will das Entwicklerteam bei Story und Design auch eigene Wege gehen. Wir haben bei zuständigen Entwicklern nachgefragt, was wir Neues vom Spiel erwarten können.
Die auf den gleichnamigen Comics basierenden Guradians of the Galaxy-Kinofilme sind für Dialogwitz, groovy Retro-Musik und ihre exzentrischen Figuren bekannt. All diese Elemente sollen sich auch in Square Enix' Videospielumsetzung des Marvel-Franchise wiederfinden. Dennoch verspricht das Entwicklerteam von Eidos-Montréal, eine eigenständige Welt mit distinktiven Figuren für das Spiel zu erschaffen. Das fängt bereits beim Look der Guardians selbst an, der sich zwar bei Comics und Filmen bedient, sich aber dennoch durch besondere Details von diesen abhebt.
Als generelle Inspiration für das Design nennt Senior Creative Director Jean-François Dugas den Comic-Run von Dan Abnett und Andy Lanning. Aber auch diverse Mode und Raumanzüge der Russen und Amerikaner beeinflussten die Kostüme der Helden.
Guardians in neuem Gewand
Die Mischung der Einflüsse ist besonders beim Spielercharakter Peter Quill zu erkennen. Wo seine Klamotten und Attitüde mit dem übereinstimmen, was wir von seinem filmischen Gegenstück gewohnt sind, wirkt der Weltraumpirat in seiner Ausstrahlung komplett anders. Die tollpatschige Art, die Chris Pratt in der Rolle an den Tag legt, weicht einem fast manipulativen Charme, der dennoch auf demselben unsicheren Selbstbewusstsein basiert. Dugas erklärt:
"Wir wollten, dass [Peter] aussieht, als würde er in den 80ern feststecken und ihm gleichzeitig ein Level an Charme und ungeschicktem Selbstbewusstsein zu verleihen. Er denkt, er sei cool und nutzt seinen anzüglichen Charme, um zu bekommen was er will."
Die 80er spiegeln sich dann auch in Quills Frisur und seinem Outfit wider. Der Haarschnitt ist bewusst flamboyant und an die Hi-Top Fade Frisur angelehnt, die in den 80ern populär war.
Dieser wurde gewählt, um ihn noch stärker von anderen Figuren abzuheben. So soll Quill selbst unter den wenigen anderen den Weltraum bereisenden Menschen als Fremdkörper herausstechen.
Quelle: Square Enix
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Seine Jacke ist gespickt mit Aufnähern und Buttons, die Anspielungen auf Videospiele und Musik der Dekade enthalten.
"Die Idee hinter der Jacke war, dass er sie auf einem Weltraummarkt gekauft hat, weil sie ihn an die Punk- und Metal-Mode erinnert, mit der er in den 80erm aufgewachsen ist. Dann hat er sie personalisiert mit dem Patch seiner Lieblingsband, Nieten und einem Haufen Anstecker, die er bei sich hatte, als er von der Erde entführt wurde, wie den Space-Invaders-Pin zum Beispiel."
Der Name Star-Lord, den sich Peter selbst verliehen hat, stammt in dieser Version von besagter Lieblingsband, einer Heavy-Metal-Kapelle mit Anleihen bei klassischen britischen Bands der 70er und 80er. Star-Lord, die Band, ist allerdings nicht nur ein Hintergrunddetail der Figur, sondern auch tatsächlich auf dem Soundtrack zu hören. Ein gesamtes Album von Songs der fiktiven Gruppe soll extra für das Spiel komponiert worden sein.
Des Weiteren wurde Quill in dieser Version angeblich nicht von Yondu und den Ravagers gekidnapt, sondern von den Chitauri, die man beispielsweise aus dem ersten "Avengers"-Film kennen könnte. Wie sich dieses Detail genau auf seinen Werdegang auswirkt, wurde uns allerdings nicht verraten.
Hoch entwickelte Haare
Doch auch abgesehen von dem schwierigen Prozess der Ideenfindung und Gestaltung mussten die Künstler hinter den Figuren viel Arbeit investieren, um die Charaktere authentisch zum Leben zu erwecken. Vor allem die unterschiedlichen Haare und Frisuren stellten das Team vor eine Herausforderung. Rendering Experte JF Dufort verrät uns, dass beim Generieren von Rockets Fell ein Algorithmus zum Einsatz kam, der prozessual Haarstränge generiert.
"Um die höchstmögliche Qualität für Rockets Fell zu erhalten, haben wir uns entschlossen einen eigenen Algorithmus zu entwickeln, der prozessual Fellstränge generiert, basierend auf einem Set von künstlerisch vorgegebenen Texturen (Farbe, Nässe, Richtung, Gruppierung, etc.) und Echtzeit-Informationen wie Außeneinwirkung oder Sichtbarkeit. Das hat uns erlaubt, qualitativ hochwertiges Fell-Rendering sowohl in Nahaufnahmen als auch unter normalen Gameplay-Bedingungen zu kreieren, das auf einer Vielzahl verschiedener Architektur laufen kann."
Quelle: Square Enix
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Doch dieser Perfektionismus endete nicht bei Rocket. Auch bei den Haaren der anderen Guardians kommt speziell entwickelte Technologie zum Einsatz:
"Um den Gestaltern mehr Freiheit bei den anderen Haarschnitten zu geben, haben wir einen vollkommen datenorientierten Ansatz gewählt. Statt auf die Generierung von Haaren zu setzen, haben wir eine Vielzahl volumetrischer Beleuchtungsstrategien und Alpha-Blending-Mechaniken entwickelt, um auf unterschiedliche Generationen von GPUs abzuzielen. Der Effekt ist, dass sich das Haar-Rendering ein und derselben Assets der jeweilig verfügbaren GPU Leistung anpasst, indem die Komplexität der Beleuchtung und Deckkraft hoch- oder runtergefahren wird. Gekoppelt mit der Dynamik, die aus einer Mischung von prozessualen Federkräften und Simulation von Kleidung entsteht, erzeugt unsere Technologie Plausibilität und hilft, eine bleibende und emotionale Verbindung mit den Spielern zu erschaffen. "
Neben den Guardians treten natürlich auch weitere aus Comics und Filmen bekannte Figuren in dem Action-Adventure auf, aber auch komplett neue Kreaturen soll es in Fülle geben. Marvel soll bei der Entwicklung angeblich viel kreativen Freiraum erlaubt und nicht auf etablierte Lore bestanden haben.
Unterschiede zu Comics und Filmen
In manchen Fällen wurde das Ausgangsmaterial daher auch uminterpretiert, so wie zum Beispiel bei dem Charakter Lady Hellbender, die in den Comics von zwei Handlangern namens Gasher und Gnasher unterstützt wird. Im Spiel begleiten sie stattdessen zwei Monster mit denselben Namen.
Insbesondere diese Lady Hellbender in Cutscenes zum Leben zu erwecken war ein Highlight für Creative Director Dugas. Den Prozess, die Figur gemeinsam mit ihrer bisher nicht genannten Schauspielerin zu entwickeln, beschreibt er wie folgt:
"Ohne zu spoilern würde ich sagen, dass es sehr cool war, Lady Hellbender [...] zum Leben zu erwecken. Lady Hellbender ist in den letzten Jahren nur in den Comics aufgetreten. Sie ist eine eindrucksvolle Figur und wir wollten, dass unsere Interpretation zu dem passt, was wir auf dem Papier sehen. Zuerst die Stimme: Sie ist groß und sehr beeindruckend. Wir wollten also jemanden mit einer bestimmenden und charmanten Stimme, die zum Hintergrund des Charakters passt. Die Herausforderung, war, so jemanden zu finden. Lustige Anekdote: Die Schauspielerin, die wir ausgewählt haben, ist ungefähr 1,58 groß, aber sie hat die Stimme, nach der wir gesucht haben.
Quelle: Square Enix
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Außerdem trägt Lady Hellbender haufenweise Rüstung und hat einen großen Totenkopf auf ihrem Rücken. Als wir ihre Performance ins Spiel eingebaut haben, merkten wir, dass wir ihr Gesicht kaum sehen können, wenn sie um die Guardians herumläuft, weil die Schauspielerin beim Laufen zur Seite geblickt hat. Wir mussten den Schädel verkleinern und den Charakter etwas neu ausrichten, um in diesen Momenten mehr von ihrem Gesicht zu sehen. "
Zudem freue er sich darauf, Spielern eine neue Version von Mantis zeigen zu können.
"Das Aufregende an Mantis war, eine komplett verschiedene Version von ihr zu kreieren als die, die Marvel Fans von den Filmen kennen. Sie ist etwas vollkommen anderes im Spiel. Die Performance ist fantastisch und trifft all die grundlegenden Aspekte, die wir uns für den Charakter vorgestellt haben. Die Herausforderung lag darin, diese Energie zu finden, dieses Feuer, und gerade genug Verrücktheit, um sie liebenswert, einprägsam und höllisch lustig zu machen."
Humor und Story
Der Stichpunkt Humor spielt bei den Guardians dann natürlich ebenso eine große Rolle. Allerdings wurde laut Dugas darauf geachtet, dass die Figuren nicht einen Witz nach dem anderen reißen, sondern sich die Comedy eher aus den Situationen und den sich aneinander reibenden Persönlichkeiten der Helden entwickelt. Auch, dass die oft sehr cineastisch inszenierten Cutscenes nicht zu häufig auftreten und Gameplay und Story organisch ineinander übergehen, hatte bei der Entwicklung eine hohe Priorität.
"Marvel's Guardians of the Galaxy (jetzt kaufen 33,22 € ) ist ein stark story-getriebenes Action-Adventure. Euch erwartet ein Haufen Zwischensequenzen gemischt mit viel Gameplay. Wir machen sehr geschmeidige Übergänge und der Vibe beim Spielen ist filmisch."
Die Comedy ist von Anfang bis Ende im Spiel verstreut und es gibt viele lustige Momente. Wir wollten es aber nicht aus Selbstzweck forcieren. Wir haben die Charaktere entwickelt und ihnen Eigenschaften gegeben und manche sind mehr oder weniger kompatibel mit anderen Guardians. Das hat dem Autorenteam geholfen, das Abenteuer durch die Linse jedes einzelnen Charakters zu betrachten. Wie würde jeder auf bestimmte Ereignisse reagieren? Der Humor entsteht aus der Natur jeder einzelnen Figur. Sie bleiben sich immer selbst treu. Wenn sich Drama auf dem Bildschirm entfaltet, kann es sein, dass ein Charakter während einer traurigen Szene etwas wirklich Unerwartetes sagt, das Spieler zum Lachen bringt. Aber es kommt immer daher, wer der Charakter ist. So merkwürdig das klingt, die Guardians versuchen generell nicht lustig zu sein, außer in ein paar wenigen Ausnahmen."
Quelle: Square Enix
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Wie die Story verläuft, liegt in Marvel's Guardians of the Galaxy angeblich in den Händen der Spieler. Als Star-Lord müssen wir an diversen Punkten im Spiel Dialogoptionen wählen und Entscheidungen treffen. Wie weit diese Freiheit genau geht, wie viele Entscheidungen und unterschiedliche Konsequenzen es im Spiel gibt und welches Gewicht diese langfristig in der Geschichte haben werden, ließen sich die Entwickler dann aber nicht entlocken. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Optionen soll mit der Situation variieren.
"Entscheidungen kommen in verschiedenen Formen. Manchmal geht es darum, jemanden davon zu überzeugen, dir zu helfen, manchmal darum, auf eine unvorhergesehene Reaktion von einem der Guardians zu reagieren. Es geht uns nicht um die Zahl der Entscheidungen für uns. Wenn ein Szenario mehr als zwei Entscheidungen erfordert, werden es mehr sein. Es geht alles darum, was Sinn ergibt für ein Story-getriebenes Abenteuer, das dich konstant dazu motiviert, weiterzumachen."
Marvel's Guardians of the Galaxy erscheint am 26. Oktober 2021.
