Great Invasions

Test

Invasion, englisch: Einmarsch, Einfall, Einbruch. Nur letzteres trifft zu -- der große Spaßeinbruch.

Great Invasions will die Geschichte des Mittelalters von 350 nach Christus bis 1066 aufarbeiten. Eine äußerst turbulente Periode, in der ganze Nationen umherwanderten, manch großes Reich sein Ende fand und andere zu ungeahnter Macht aufstiegen. Dementsprechend vertrauen Ihnen die Entwickler Befehlsgewalt nicht nur über ein Volk, sondern über ganze Bündnisse an. Etwa Pikten, Angeln und Ostgoten, oder Sachsen, Sueben und Alemannen. Glücklicherweise lassen sich die Verwaltungsaufgaben für die Nebenstämme dem Computer anvertrauen -- man hat auch mit einer einzelnen Nation schon genug zu tun.

Mach mal Pause

Vieles erinnert an Hearts of Iron 2 und Europa Universalis (das vom gleichen Designer stammt). Etwa die in einzelne Provinzen mit unterschiedlichen Rohstoffvorkommen, Religionen und Einwohner gegliederte Übersichtskarte, die ganz Europa, Nordafrika und Teile Asiens und Vorderindiens umfasst. Oder der Echtzeit-Ablauf, den Sie jederzeit beschleunigen, verlangsamen und anhalten können -- bei wichtigen Ereignissen auch automatisch. Im Pausenmodus stehen allerdings viele Befehle nicht mehr zur Verfügung. Ihre Kompetenzen umfassen Militär, Diplomatie, Handel und Aufbau, wobei das Hauptaugenmerk auf der Kriegsführung liegt.

Wie im Brettspiel

Die automatisch berechneten Schlachten schlagen Sie einfach, indem Sie eine Armee in Feindgebiet marschieren lassen. Nachzuvollziehen, warum ein Gefecht gewonnen oder verloren wurde, ist schon weit schwieriger. Das ausgesprochen knappe Handbuch ist dabei ebenso wenig eine echte Hilfe wie das Tutorial -- das nämlich auf der Anleitung basiert.

Viele Funktionen muss man in den schlecht gegliederten Bildschirmmenüs regelrecht mit der Lupe suchen, Online-Tipps sind auch nicht zu allen Themengebieten verfügbar. Taktische Tiefe findet sich vor allem in den zahlreichen Truppentypen (jedes Volk hat andere) und in den »Strategems«, eine Art Ereigniskarten, die Ihnen diverse Vorteile bringen. So können Sie Attentate auf Anführer verüben, Einheiten zum Desertieren überreden oder göttlichen Segen erbitten.

Blut ist das beste Bündnis

Mit Adelsheiraten, Familienbündnissen, Verteidigungspakten und anderen Feinheiten bildet die Diplomatie das zweitwichtigste Schlachtfeld. Mit nur einer Handvoll Provinzbauten wie Farmen oder Minen ist der Wirtschaftspart eher rudimentär, ebenso der Handel (Geld gegen Rohstoff). Forschung gibt's keine.

Rüdiger Steidle

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