Es gab massig Vorschusslorbeeren: Hat sich das zweite Gravity Rush vom Geheimtipp zum Überflieger entwickelt?
Vor einer Weile wollten wir im Rahmen einer Leserbefragung wissen, wie die Erwartungen an Fortsetzungen aussehen. Fast alle Befragten wünschten sich einen vertrauten Spielablauf, gespickt mit frischen Elementen. Ein Großteil wollte zudem die Fortführung einer Geschichte und legte großen Wert darauf, dass die Entwickler nervige Features und Mängel ausbügeln. Was die Vertrautheit beim Gameplay angeht, legt Gravity Rush 2 eine Punktlandung hin. Die Fortsetzung spielt sich ziemlich genauso wie der erste Teil. Ihr erforscht mit der Heldin Kat und ihrem magischen Kätzchen Dusty weitläufige Levels, löst dort unzählige Haupt- und Nebenquests und stellt euch dabei knackigen Herausforderungen.
Quelle: Games Aktuell
Spielbarer Anime:
Die Story-Präsentation ist stimmig, die Geschichte selbst eher mau und zu japanisch, um für zusätzliche Motivation zu sorgen. (PS4)
Quelle: Games Aktuell
Unübersichtlich:
Kämpfe gegen große Gegnergruppen oder fliegende Feinde sorgen fast immer für Kameraprobleme und fallen so oft hektischer als nötig aus. (PS4)
Spiel mit der Schwerkraft
Was Gravity Rush 2 von anderen, "normalen" Action-Adventures unterscheidet, ist Kats Fähigkeit, die Schwerkraft zu kontrollieren. Dies ermöglicht euch, die Protagonistin schweben oder auch zielgerichtet durch die Luft gleiten zu lassen. Zudem könnt ihr durch diese Kraft schwere Gegenstände anheben und sie auf Gegner schleudern. Kämpfe laufen ebenfalls ab wie im Vorgänger. Habt ihr festen Boden unter den Füßen, traktiert ihr eure Feinde durch Fußtritte, die ihr mit hübschen Combos aneinanderreiht. Mächtiger sind da schon Kats Luftangriffe, Gravitationskick genannt, mit denen ihr kleinere Gegner direkt ausschaltet und empfindliche Stellen bei größeren Kontrahenten gezielt angreifen könnt. Neu sind hingegen zwei weitere Kampfstile, die sich auf die Schwerkraft auswirken und für etwas mehr Abwechslung sorgen.
Auch das Skillsystem wurde etwas überarbeitet, ist aber immer noch recht eindimensional und wenig motivierend. Beim Erkunden der Spielwelt, z. B. im Rahmen von Missionen, vor allem aber durch das Erfüllen von Herausforderungen, erhaltet ihr Kristalle, mit denen ihr euch Upgrades in sechs verschiedenen Kategorien erkauft. Ebenfalls neu sind Talismane, die Kats Fähigkeiten mit passiven Verbesserungen aufwerten.
Quelle: Games Aktuell
Ich glaube, mir wird schwindelig:
Kats Superkraft erlaubt es ihr, die Schwerkraft zu beeinflussen. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten sind im Spiel gelungen umgesetzt. (PS4)
Verschwendetes Potenzial
Gravity Rush 2 schließt nicht direkt an die Ereignisse des Vorgängers an. Heldin Kat findet sich ohne ihren Begleiter Dusty (und damit zu Beginn des Spiels ohne ihre Kräfte) auf einer Flotte von Minenschiffen wieder. Die Geschichte von Teil 2 ist aber nicht komplett von Kats Abenteuer in der schwebenden Stadt Hekseville getrennt, dafür sorgen einige aus dem Vorgänger bekannte Charaktere und nicht zuletzt auch die gallertartigen Nevi-Feinde, die wieder mit von der Partie sind.
Diesmal dürft ihr euch aber auch mit menschlichen Gegnern herumschlagen, die in der Regel jedoch kaum mehr als Kanonenfutter sind. Die Geschichte wird wie im ersten Teil durch comic-artige Zwischensequenzen weitererzählt - insgesamt sehr stimmig, aber nicht packend inszeniert. Auch inhaltlich solltet ihr von der klischeebehafteten, belanglosen Story nicht allzu viel erwarten.
Quelle: Games Aktuell
Auf geht's, Dusty!
In Kämpfen gegen Bossgegner dürft ihr eure Feinde stets mit hübsch inszenierten Finishing Moves aus dem Verkehr ziehen. (PS4)
In Summe ist Gravity Rush 2, nicht zuletzt auch wegen der komplett überarbeiteten Grafik und den hübscheren Levels, besser als der Vorgänger. Bedenkenlos empfehlen können wir den Titel dennoch nicht. Dafür gibt es zu viele Ungereimtheiten und Mängel, mit denen in vielen Fällen auch schon der Vorgänger zu kämpfen hatte. Gerade in etwas hektischeren Gefechten hat die Kamera, welche die Aktion stets in Verfolgerperspektive einfängt, ziemliche Probleme. Richtig nervig wird es in Abschnitten, wo zielsicheres Gravitationsgleiten gefragt ist. Hier versagt dann nicht nur die Kamera, sondern auch die ansonsten gelungene Steuerung.
Die Storymissionen sind durchweg gelungen und nerven nur manchmal mit lästigen Trial&Error-Passagen. Anders sieht das bei den oft langweiligen Nebenmissionen aus, die man absolvieren muss, um an so manches Upgrade zu kommen. Dummerweise weiß man vorher nie, welche Belohnung man erhält - für ein neues Kostüm lohnt sich der Aufwand nicht wirklich. Noch nerviger sind die Herausforderungen, an denen ihr auch nicht vorbeikommt. In diesen Aufgaben mit zeitlicher Begrenzung, die oft an vorherige Missionen angelehnt sind, erhaltet ihr entsprechend eurer Leistung Belohnungen. Die für das Aufwerten so dringend benötigten Kristalle ergattert ihr vor allem hier und nicht durch Storyaufträge. Oft fragt man sich, warum Spielmerkmale oder Aufträge so umständlich und langwierig sind. Und warum es in der hübsch umgesetzten, interessanten Spielwelt so wenig zu erforschen gibt. So gut der Titel in vielerlei Hinsicht auch ist: Der letzte Funke zum Zünden des Spielspaß-Turbos springt einfach nicht über.
Entwickler: Sony Studio Japan | Hersteller: Sony | Sprache: Fantasiesprache (deutsche Texte) | Altersfreigabe: Ab 12
