Grand Theft Auto: Liberty City Stories

Test

Ein Handheld- Spiel wird für eine Heimkonsole umgesetzt. So was gibt's nicht oft. Doch der GTA-Heißhunger vieler PS2-Spieler macht's möglich.

Widerborstiges Zielsystem

Bei Schießereien kommt das optimierte Zielsystem aus "GTA: San Andreas" zum Einsatz. Durch Druck auf die R1-Taste wird der am nächsten stehende Gegner mit drei Dreiecken markiert. Die Farbe der Markierung (grün bis schwarz) zeigt euch die Lebensenergie des Widersachers an. Mit Kreis feuert ihr die Waffe ab oder schlagt zu. Drückt ihr den linken Analog-Stick nach unten (L3), wird der manuelle Ziel-Modus aktiviert. Jetzt könnt ihr euch zwar nicht mehr bewegen, doch dafür seid ihr in der Lage, Ölfässer aufs Korn zu nehmen, die dann spektakulär in die Luft fliegen und gleich mehrere Gegner auf einmal ausschalten. Auch wenn das Zielsystem an sich gut durchdacht ist, funktioniert es nicht optimal. Oft steht ihr vor einer Horde feindlicher Mafiosi und nehmt unfreiwillig friedliche Passanten ins Visier -- Kontrolle gleich null. Es gibt mittlerweile massig Third-Person-Action-Games, die das Zielproblem besser gelöst haben.

Toni Cipriani, die Ein-Mann-Armee

Als Argumentationsverstärker stehen euch insgesamt 30 Nah- und Fernkampfwaffen zur Verfügung. Wehrt ihr euch zu Beginn noch mit einfachen Faustfeuerwaffen, Maschinenpistolen oder Baseballschlägern, wird das Arsenal später um Sturmgewehr, Kettensäge, Flammenwerfer oder Panzerfaust erweitert.

Auch der Fuhrpark kann sich sehen lassen. Neben zahlreichen Pkw wie Kombis, Sportwagen und Muscle-Cars, steuert ihr LKW, Omnibusse, Motorräder, Stretch-Limousinen, Taxis und Krankenwagen. Alle Fahrzeuge haben individuelle Fahreigenschaften und bieten daher unterschiedliche Vorteile. Wollt ihr schnell vorankommen, solltet ihr zum kompakten Cheetah greifen, der recht flott unterwegs ist und dank straffem Fahrwerk gut in der Kurve liegt. Oder ihr schwingt euch auf ein schnelles Rennmotorrad wie die PCJ 600. Diese Maschine bietet allerdings keinen Schutz vor Kugeln. Benötigt ihr ein ausdauerndes Vehikel, das nicht so schnell in die Luft fliegt, wählt ihr am besten einen Landstalker-Geländewagen oder gleich einen tonnenschweren Laster wie den dreiachsigen Flatbed.

Angestaubte Grafik

"GTA: Liberty City Stories" rangiert technisch in etwa auf dem Niveau der PSP-Version. Schwer wiegende Ruckler treten so gut wie nie auf und die Sichtweite wurde im Vergleich zum Original sogar noch etwas gesteigert. Klar, hin und wieder ploppen Objekte wie Bäume, Gebäude und auch Autos unvermittelt ins Bild, doch das ist bei dem lebhaften Treiben auf dem Screen zu verschmerzen. Wer tatsächlich noch nie zuvor ein "GTA" in Aktion gesehen hat, wird sich vielleicht an den etwas zappeligen Animationen der Figuren und einigen großen, monoton texturierten Flächen stören. Für heutige Verhältnisse wirkt die Grafik schon ein wenig antiquiert. Nichtsdestotrotz wird auch in diesem Spiel eine stimmungsvolle, glaubhafte Großstadtatmosphäre vermittelt, die euch schnell in ihren Bann ziehen wird.

Pro & Contra
abwechslungsreiche Aufträgeviele Fahrzeuge und Waffenhumorvolle Story mit Wendungen
unzuverlässiges Zielsystemweniger Möglichkeiten als in "GTA San Andreas"
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