Grand Slam Tennis 2 im Test! Grand Slam oder Erstrunden-Aus? Unser Test liefert die Antwort! 2011 haben Top Spin 4 und Virtua Tennis 4 den Filzball-Markt unter sich aufgeteilt. Jetzt kontert mit Gran Slam Tennis 2 für PS3 und Xbox 360 ein Schwergewicht aus dem Hause EA Sports.
Grand Slam Tennis 2 im Test! Grand Slam Tennis? War das nicht ein Wii-Spiel? Korrekt! Während der Vorgänger 2010 mit Fun-Look und exakter Nintendo-Bewegungssteuerung punktete, ist Grand Slam Tennis 2 eine reinrassige Tennis-Simulation für PS3 und Xbox 360. 23 lizenzierte Stars aus Gegenwart und Vergangenheit wurde dafür digitalisiert.
Unter anderem sind bei Grand Slam Tennis 2 folgende Stars dabei: Novak Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal, Boris Becker, Michael Stich, John McEnroe, Pat Cash, Stefan Edberg, Marija Sharapova, Justin Henin, Lindsay Davenport, Chris Evert und Martina Navratilova. Da kann man nicht meckern! Was uns sonst noch positiv und negativ aufgefallen ist, lest ihr in unserem Test!
Das hat uns beim Test von Grand Slam Tennis 2 gefallen:
EA Sports wirbt damit, dass nur in Grand Slam Tennis 2 alle vier Grand-Slam-Turniere enthalten sind. EA hält nämlich die Wimbledon-Lizenz exklusiv. Das ist für Fans der jeweiligen Turniere natürlich ein Vorteil, denkbare Spielereien wie Kamerafahrten durch die Katakomben hat m an sich aber gespart - das Atmosphäre-Plus ist spürbar, hält sich aber in Grenzen. Insgesamt ist die Präsentation trotzdem gelungen. Sofort schallen euch Elektronik-Klänge aus der Feder von Star-DJ Paul van Dyk entgegen, der eigens für Grand Slam Tennis 2 den Soundtrack komponiert hat.
Schön auch, dass die Ballwechseln in Grand Slam Tennis 2 - anders als die Tennis-Konkurrenz - kommentiert werden, und zwar von Pat Cash und John McEnroe. Zwar (logischerweise) auf englisch, das kann man angesichts der überraschend oft zutreffenden Sprüche und manch Anekdote aus der Vergangenheit gut verschmerzen.
Während der Karriere-Modus keine Besonderheiten bietet, sind Grand-Slam-Classics-Herausforderungen ein echter Mehrwert: Ihr dürft in Klassik-Matches der vergangenen Jahrzehnte einsteigen und müsst es so gut machen wie McEnroe, Becker und Co. in der Realität - oder sogar noch besser.
Auf Rasen, Sand- oder Hartplatz fällt die innovative Analog-Stick-Steuerung positiv auf. Ihr dürft Schläge "in Echtzeit" mit dem rechen Stick ausführen, zieht also zum Beispiel für einen Topspin-Schlag den Stick erst nach hinten und drückt ihn dann schnell nach vorn. Gut geworden ist auch die implementierte Move-Steuerung. Ihr dürft entscheiden, ob ihr euch (wie bei Virtua Tennis 4) aufs Schlagen konzentriert oder (wie bei Top Spin 4) lauft UND schlagt. Schade aber, dass es keine Ego- oder Schulteransicht gibt.
Das hat uns beim Test von Grand Slam Tennis 2 nicht gefallen:
Für eine Simulation ist Grand Slam Tennis 2 zu unrealistisch. Die Ballwechsel verlaufen zu gleichförmig, ein Ausspielen des Gegners von der Grundlinie ist nur sehr schwer möglich, zumal die Kondition während der Ballwechsel keine Rolle spielt. Überhaupt sind die Schläge allesamt zu langsam, segeln selbst dann auf die Gegenseite, wenn man mit voller Power und perfektem Timing draufhaut. Und warum Topspin-Schläge eine viel geringere Fehlerhäufigkeit haben wir Slice-Bälle verstehen wir auch nicht. Spaß machen die Ballwechsel zwar trotzdem und im Duell Mensch gegen Mensch fallen die Schwächen nicht so ins Gewicht, an den Realismusgrad eines Top Spin 4 kommt Grand Slam Tennis 2 aber nicht heran, und zwar deutlich.
Quelle: EA Sports
Optisch ist Grand Slam Tennis 2 nicht ganz auf der Höhe, hier hätte EA Sports mehr rausholen können.
Auch optisch sind wir von EA Sports besseres gewohnt als Grand Slam Tennis 2 bieten kann. Die Spieler ähneln allesamt mehr schlecht als recht ihren Vorbildern und auch typische Bewegungen eines Nadal (die Vorhand) oder Becker (sein Hohlkreuz-Aufschlag) findet man nur bei der Konkurrenz, nicht aber hier.
Außerdem stören diverse Detailfehler. Liebe Entwickler, wenn ihr ab und zu ein Tennismatch im TV anschauen würdet, wüsstet ihr, dass folgende Situationen nie vorkommen: a) Ein Spieler verwandelt den Matchball und sofort (!) wird die Wiederholung eingespielt. b) Spieler und Zuschauer warten mit dem Jubeln, bis die eingespielte Wiederholung beendet ist. c) Ein Spieler wirft vor Wut seinen Schläger, weil sein eigener (!) Matchball abgewehr wurde. Das ist alles nicht so schlimm, mindert aber die Glaubwürdigkeit und ärgert einfach, wenn man gerade 60 Euro für das Spiel ausgegeben hat.
