Von Elex bis Enderal: Mit diesen Rollenspielen versüßt ihr euch die Wartezeit auf das Gothic Remake

Special Felix Schütz
Von Elex bis Enderal: Mit diesen Rollenspielen versüßt ihr euch die Wartezeit auf das Gothic Remake
Quelle: Piranha Bytes, THQ Nordic, Collage: PC Games

Wenn es um Rollenspiele geht, haben Gothic-Kenner hohe Ansprüche. Diese Spiele könnten aber einen Blick wert sein.

Enderal

Es gibt massenhaft Modding-Teams, die mit großen Ideen und besten Absichten starten - doch viele von ihnen werfen früher oder später das Handtuch und das Fan-Projekt geht den Bach runter. Große Rollenspiele entwickelt man eben nicht mal so nebenbei.

Doch es gibt auch beeindruckende Gegenbeispiele, und eines der besten ist zweifellos Enderal. Kein Wunder, schließlich hatte das gleiche Modding-Team davor schon das beliebte Nehrim für Oblivion entwickelt. Enderal fußt dagegen auf dem moderneren Skyrim und versteht sich als eine Total Conversion, das heißt: Das Spiel nutzt zwar die Engine und das Gameplay-Grundgerüst von Skyrim, macht ansonsten aber fast alles neu. Egal, ob Spielwelt, Story, Grafik oder viele Rollenspielmechaniken: Es fühlt sich wie ein eigenständiges Spiel an. Und das ist dem Team so gut gelungen, dass Enderal in vielen Tests Bestnoten kassiert hat. Manche behaupten sogar, es würde in manchen Punkten selbst Skyrim in den Schatten stellen.

Das liegt auch daran, dass sich Enderal oft gar nicht mehr wie ein Bethesda-RPG anfühlt. Zum Beispiel steht die düstere Geschichte klar im Vordergrund, mit massenhaft gut gemachten Quests, denkwürdigen Charakteren und einer hochwertigen deutschen Vertonung, die für Atmosphäre sorgt.

Enderal: Forgotten Stories Quelle: SureAI Enderal: Forgotten Stories ist eine kostenlose Total Conversion zu Skyrim. Die aufwendige, vollvertonte Story und überarbeitete Spielmechaniken machen es aber auch für Gothic-Fans sehr interessant. Und auch beim Gameplay kann Enderal überzeugen, da gibt es unter anderem ein neues, tiefgründigeres Skillsystem samt Erfahrungspunkten und Klassen, außerdem fallen die Kämpfe etwas anspruchsvoller aus als in Skyrim. Die riesige Spielwelt überrascht mit abwechslungsreichen Landschaftstypen und auch der Umfang kann locker mit kommerziellen Titeln mithalten: Je nach Spielweise sind 50 bis 100 Stunden drin, und da ist das Add-on Forgotten Stories noch nicht mal mitgerechnet.

Auf Steam oder GOG könnt ihr euch die Mod übrigens ohne Umwege installieren, ihr braucht nur Skyrim in eurem Account und schon kann's losgehen. Und seit 2021 gibt's Enderal auch in einer verbesserten Version für die Skyrim Special Edition, die bringt dann neben einigen Bugfixes auch eine hübschere Rendering-Engine mit, die für schönere Beleuchtung und mehr Performance sorgt.

Enderal: Forgotten Stories Quelle: PC Games Um Enderal: Forgotten Stories zu spielen, braucht ihr nur eine Version von Skyrim in eurem Steam- oder GOG-Account. Die Mod selbst ist gratis und kann qualitativ mit manchem Vollpreisspiel mithalten. Kurz gesagt: Enderal ist nicht nur Skyrim-Fans ein echter Tipp, auch Gothic-Liebhaber, die gute Geschichten und kluge Quests zu schätzen wissen, sollten unbedingt einen Blick riskieren. Und das Beste: Solange ihr Skyrim im Account habt, kostet euch das Ding keinen müden Cent!

Fun fact: Dass Enderal ein echtes Story-Schwergewicht ist, hat man auch bei THQ Nordic bemerkt. Die konnten den Autoren der Mod nämlich schon 2021 abwerben, sodass er seitdem auch für das Gothic Remake (jetzt kaufen / 49,99 € ) in die Tasten haut.

Kingdom Come: Deliverance

Wenn ihr Gothic vor allem für seine lebendige, raue Welt liebt, führt eigentlich kein Weg an Kingdom Come: Deliverance vorbei. Das Spiel ist komplett frei von Fantasy, das heißt, hier erwartet euch zur Abwechslung mal ein pures Mittelalter-Setting in der schönsten Ritterzeit. Erfrischend!

Kingdom Come entführt euch ins glaubhaft umgesetzte Königreich Böhmen im Jahr 1403. Hier schlüpft ihr in die junge Haut von Heinrich, der unfreiwillig in ein riesiges Abenteuer verstrickt wird. Die aufwendig erzählte Geschichte überzeugt dabei mit langen Questreihen und einprägsamen, stark vertonten Charakteren, die sich wirklich so anfühlen, als gehörten sie zu dieser Welt.

Kingdom Come: Deliverance Quelle: PC Games Die realistischen Schwertkämpfe sorgen in Kingdom Come: Deliverance für eine steile Lernkurve. Wer sich durchbeißt, wird mit einem fantastisch designten Mittelalter-Rollenspiel belohnt - ganz ohne Fantasy. Die wunderschöne, nahtlos inszenierte Open World lädt zum Erkunden ein, sucht dabei aber einen Spagat zwischen Spielspaß und Glaubwürdigkeit - ihr werdet hier also nicht alle paar Meter eine Schatztruhe oder einen Questmarker entdecken, und auch die langen Fußmärsche erfordern ein wenig Geduld. Das gilt auch für die leichten Survival-Elemente, Heinrich muss gelegentlich schlafen oder essen, und wer speichern will, muss sich dafür einen speziellen Schnaps hinter die Binde gießen. Das ist anfangs etwas seltsam, mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran.

Das gilt auch für den happigen Schwierigkeitsgrad, denn Kingdom Come: Deliverance ist kein Spiel, in dem ihr euch einfach das nächstbeste Feuerschwert schnappt und damit alles umsäbelt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Stattdessen erwarten euch halbwegs realistische Nahkämpfe mit Schwert und Schild, in denen ihr die Schlag- und Blockrichtung selbst bestimmen müsst. Das klappt bei einem Gegner gut, bei mehreren Feinden wird's aber schnell brenzlig - spätestens da merkt man, dass Kingdom Come: Deliverance kein einfaches Rollenspiel von der Stange ist.


Lese-Tipp: Unsere Tests zu Kingdom Come: Deliverance


Wer sich also von dem gemächlichen Spieltempo und so mancher Einstiegshürde nicht abschrecken lässt, wird mit einer tollen Geschichte und einer fabelhaft gestalteten Spielwelt belohnt. Und der Nachfolger Kingdom Come: Deliverance 2 setzt da sogar noch einen drauf. Das Spiel bietet alles, was schon der erste Teil hatte, nur verfeinert, verbessert und mit noch mehr Inhalten im Gepäck, ganz zu schweigen von der wunderschönen Grafik. Auch die Geschichte rund um Heinrich wird clever weitererzählt, ist aber definitiv nix, was man an einem Wochenende wegzockt: Schon der erste Teil bringt es locker auf 40 bis 80 Spielstunden und der Nachfolger ist sogar noch etwas länger, wenn man wirklich alles erleben will.

Kingdom Come: Deliverance 2 Quelle: Warhorse Studios Der Nachfolger Kingdom Come: Deliverance 2 legt in jeder Hinsicht noch eine Schippe drauf. Für viele Rollenspieler einer der besten AAA-Titel der letzten Jahre. Kingdom Come: Deliverance hat im April 2026 übrigens ein Next-Gen-Update für PS5 und Xbox Series bekommen, dadurch kommt nun auch der erste Teil grafisch deutlich näher an die PC-Version ran. Wer's also lieber auf einer Konsole nachholen will, hat damit nun die perfekte Gelegenheit. Lust auf noch mehr Rollenspiele, die in Gothic ein Vorbild sehen? Auf der nächsten Seite geht's weiter!

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