God of War im Serienrückblick: Abschluss der Trilogie und Spin-offs
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Im zweiten Teils unseres großen Serienrückblicks zur God of War-Reihe widmen wir uns dem letzten Teil der Trilogie sowie den Spin-offs und Prequels Batrayal, Chains of Olympus, Ghost of Sparta und Ascension.
God of War im Serienrückblick
Das blutige Finale
Bis zu einer Fortsetzung der Hauptreihe mussten sich die Freunde des grimmigen Götterschlächters schließlich ganze drei Jahre gedulden. Erst im Jahr 2010 erschien God of War 3 und beanspruchte sofort den Thron im Action-Bereich für sich. Kratos ging schon immer kompromisslos zur Sache, doch was er im dritten Part seiner Geschichte so alles mit den Göttern anstellte, um seine Rache zu bekommen, war in Sachen Brutalität kaum noch zu toppen. Besonders die Szenen, in denen er Poseidon die Augen in den Schädel drückt und Hermes die Beine abschneidet, um an seine Stiefel zu kommen, haben sich auf ewig in unser Hirn eingebrannt. Kratos wurde immer mehr von seinen Racheglüsten verzehrt und mutierte spätestens in diesem Auftritt vom Antihelden zum (trotzdem ziemlich coolen) Kotzbrocken. Dank der neuen Hardware sah God of War 3 phänomenal gut aus und glänzte mit noch herausragenderer Präsentation als die beiden Vorgänger.
Quelle: PC Games
Da bleibt kein Auge trocken: God of War 3 trieb die für die Serie übliche Brutalität noch weiter auf die Spitze. Wie soll man denn den Kindern den ganzen Traubensaft erklären?!
Der Titel bietet so viele - da haben wir es wieder - epische Szenen wie kaum ein anderes Spiel. Allein die Konfrontation mit Herkules ist so unglaublich cool, dass einem der herunterlaufende Sabber einfriert. Der riesige, muskelbepackte Hüne läuft geradewegs auf Kratos zu, doch dieser weicht keinen Zentimeter zurück, starrt ihm nur grimmig in die Augen und ballt die Fäuste. Fast so, als wollte Kratos sagen: "Du Bürschchen stehst nur kurz zwischen mir und meiner Rache!" Sogar der Anfang von God of War 2 wurde noch mal überboten. Zum Auftakt kämpft man auf einem Titanen gegen den Meeresgott Poseidon und seine Wasserrösser. Größer und spektakulärer geht es einfach nicht.
Quelle: PC Games
In GoW 3 geht Kratos für ein Rätsel sogar kurzzeitig unter die Musiker, bevor er weiter Leute umbringt … wie ein echter Gangsterrapper!
Spielerisch war God of War 3 zwar ohne Zweifel ein richtig starkes Spiel, doch in manchen Dingen machten sich schon ein paar Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Während Teil 2 konsequent am Gameplay feilte und eine perfekte Mischung fand, wirkte der Nachfolger manchmal ein wenig unrund. So wirken die verschiedenen Gimmicks, die Kratos im Laufe des Spiels erhält, ein wenig aufgezwungen. Schon immer erhielt der Spartaner neue Waffen und Kräfte, doch in Teil 3 wurde man damit fast schon zugeschmissen. Zudem nervte der Titel manchmal etwas mit Backtracking. Zu oft wurde man in die immer wieder gleichen Bereiche geschickt. Sogar die Steuerung war nicht ganz so gut gelungen wie in den Vorgängern. Bei den Ausweichmanövern machte sich eine minimale Verzögerung bemerkbar und die Quicktime-Events waren teilweise etwas unübersichtlich.
God of War 3 war zweifellos ein großes und absolut würdiges Finale für die (Haupt-)Geschichte um Kratos in der griechischen Mythologie, doch der Zahn der Zeit nagte eben an ein paar Elementen der Reihe. Vor allem die fest vorgegebenen Perspektiven konnten einem in den Geschicklichkeitspassagen schon mal ein paar Nerven kosten, da man zu diesem Zeitpunkt schon aus anderen Spielen eine frei drehbare Kamera gewohnt war. Trotz kleinerer Makel gehört die spektakulär inszenierte Schlachtplatte jedoch in die PS3-Sammlung eines jeden Action-Fans.
Quelle: PC Games
Und auch God of War 3 gelingt es wieder, den Auftakt des Vorgängers zu toppen, indem man auf dem Rücken der Titanin Gaia gegen Poseidon antritt.
Spin-offs und Prequels
Die beschriebene Trilogie stellt zwar klar das Highlight der Geschichte um Kratos im antiken Griechenland dar, doch der Spartaner hatte natürlich noch weitere Auftritte auf diversen anderen Plattformen. So erschien 2007 mit God of War: Betrayal sogar ein Mobile-Game rund um den glatzköpfigen Griesgram, das zeitlich vor God of War 2 spielt. In dem 2D-Action-Game streift Kratos mit seiner Armee durch Griechenland und die Götter entsenden Argos, um unseren Protagonisten aufzuhalten. Allerdings wird Argos von einem mysteriösen Killer getötet und der Mord Kratos angelastet.
Quelle: PC Games
Das ursprünglich für die PSP erschienene Prequel Chains of Olympus spielt zeitlich ebenfalls vor den Geschehnissen des ersten Teils.
Das Handyspiel war ganz nett und staubte einige positive Rezensionen ab, interessanter waren jedoch die PSP-Ableger von God of War. Im Jahr 2008 eroberte der Kriegsgott mit dem Prequel Chains of Olympus Sonys Handheld. Der Titel spielt zeitlich vor dem ersten God of War und erzählt davon, dass Kratos Persephone aufhalten soll, welche die Säule der Welt zu Fall bringen möchte und damit auch den Olymp zerstören würde. Im Laufe des Abenteuers trifft Kratos sogar auf seine tote Tochter. Chains of Olympus sah damals verdammt gut aus, spielerisch und inszenatorisch hatte man bei den beiden Hauptteilen jedoch schon deutlich Beeindruckenderes gesehen. Der Titel spielte sich zwar flott und machte dank des gewohnt guten Kampfsystems auch ziemlich Laune, wirkte aber eben ein wenig inspirationslos. Der Reiz von Chains of Olympus lag ganz klar darin, nun auch unterwegs mit Kratos durch die Antike wüten zu können.
Quelle: PC Games
Der PSP-Teil Ghost of Sparta spielt zeitlich zwischen den ersten beiden Ablegern und handelt von Kratos’ Suche nach seinem Bruder.
Der zweite PSP-Ableger Ghost of Sparta erschien im Jahr 2010 und konnte da schon mehr überzeugen. Der Titel sah für ein Handheld-Spiel absolut atemberaubend aus und spielte sich genauso wunderbar wie God of War 2 auf der PS2. Zudem glänzte Ghost of Sparta mit eigenem kreativen Gegner-Design. Viele Fieslinge, die sich euch dort in den Weg stellten, kommen in keinem anderen Teil der Serie vor und sehen herrlich widerlich aus. Vor allem aber überzeugte der zweite PSP-Titel mit seiner für God of War ungewöhnlich gut erzählten und emotionalen Geschichte. Die Story ist zwischen Teil 1 und 2 der Hauptserie angesiedelt und bringt uns die Hintergrundgeschichte von Kratos näher. Dieser trifft nämlich nicht nur überraschend auf seine Mutter, die unter einem Fluch leidet und in einer rührenden Szene davon erlöst wird, sondern erfährt auch, dass sein totgeglaubter Bruder Daimos noch am Leben ist.
Quelle: PC Games
Im Prequel God of War: Ascension stellt sich Kratos den Furien entgegen, um sich endlich von Ares lossagen zu können.
Wer braucht Multiplayer?
Aber auch auf der PS3 legte God of War noch mit einem weiteren Titel nach: Im Jahr 2013 erschien mit Ascension eine weitere Vorgeschichte, die zeitlich sogar noch vor Chains of Olympus angesiedelt ist. Kratos wird von den drei Furien in Ketten gelegt, da er den Eid, den er Ares geschworen hat, brechen will. Dabei wird er in einer Traumwelt gefangen gehalten, bis Ares' Sohn Orkus ihm hilft, zum Orakel von Delphi zu gelangen, welches ihn von den Illusionen befreit und ihm so ermöglicht, die Furien zu töten. God of War: Ascension spielte sich super und bot einige coole Momente, allerdings wirkte der Titel dennoch etwas aufgesetzt. Die Story war relativ öde und ließ viel Potenzial auf der Strecke, außerdem waren neue spielerische Elemente wie das Aufnehmen von Feindeswaffen eher unnötig. Apropos unnötig: Ascension bot als erster Teil der Reihe einen Online-Multiplayer-Modus. In diesem konnte man zwischen vier verschiedenen Charakterklassen für seinen Mehrspieler-Charakter wählen. Die unterschiedlichen (Team-)Deathmatch- sowie Koop-Modi waren eine nette Dreingabe, begeisterten aber nicht. Zum Glück merkte auch Sony, dass die Reihe keinen Multiplayer braucht und verzichtete im neuen God of War wieder darauf.
