Wer braucht schon eine PS3, wenn es Kratos gibt? Zum Abschluss der PlayStation2-Ära präsentiert uns Sony noch mal ein absolut göttliches Action-Feuerwerk, gegen das so mancher Next-Gen-Titel alt aussieht!
Alt, aber gut
Einfach fett: Die riesige Pferdeskulptur zeigt einmal mehr den Einfallsreichtum der Leveldesigner.
Nach wie vor verpuffen niedergerungene Feinde in einem Regen verschiedenfarbiger Orbs. Sammeln Sie fleißig rote Energiewolken, dürfen Sie diese in Waffen-Upgrades investieren. So gelangt nicht nur ihr Klingenpaar bald wieder zu altbekannter Stärke, auch die Zauberattacken und die Sekundärwaffen können aufgemotzt werden. Grüne Orbs füllen Ihre Lebensleiste wieder auf, blaue sind für die Magie-Energie zuständig, ohne die Sie keine Zauberattacken einsetzen können. Neu sind die gelben Wölkchen, die den Zorn der Titanen speisen. Analog zum Zorn der Götter im ersten Teil lassen Sie damit Kratos kurzzeitig zum amoklaufenden Hitzkopf mutieren, der besonders heftig austeilt.
Quelle: play3
Swinger: Die neue Schwing-Fähigkeit von Kratos bietet natürlich Raum für knifflige Geschicklichkeitseinlagen. Aber keine Sorge, mit etwas Übung meistern Sie auch diese Passage.
Am grundlegenden Kampfsystem hat sich bis auf ein paar neue Moves nichts geändert. Noch immer führt Kratos mit der Viereck-Taste einen leichten Angriff aus, mit Dreieck einen schweren und mit der Kreis-Taste packt er sich die Gegner. Kombinationen der Buttons führen zu ebenso durchschlagskräftigen, wie schön anzusehenden Kombos, die später mittels L1-Taste noch erweitert werden können. Dickere Monster dürfen nach einiger Bearbeitung wie gewohnt mit Quicktime-Events fertig gemacht werden. Soll heißen: Drücken Sie die angezeigten Tasten rechtzeitig, holt Kratos zu besonders brutalen Finishing-Moves aus. Gegner, die mit solchen Exekutionen niedergestreckt wurden, lassen eine Extra-Portion Orbs zurück.
Allround-Talent
Was seine Fähigkeiten angeht, hat Kratos ordentlich dazugelernt. So nutzt er seine Ketten-Klingen jetzt auch, um an Decken entlang zu hangeln oder an markierten Stellen in bester Tarzan-Manier über Abgründe zu schwingen. Nach der Eroberung des Goldenen Vlieses ist er außerdem dazu in der Lage, Schüsse der Gegner postwendend zurückzuschicken. Dazu müssen Sie nur im rechten Moment die L1-Taste drücken. Bei einer Begegnung mit Ikarus entdeckt der Geist von Sparta dann seine Begeisterung fürs Fliegen und entwendet kurzerhand die Flügel des armen Tropfs. Fortan kann Ihr Krieger kurze Strecken durch die Lüfte segeln.
Irgendwann gelingt es Ihnen sogar, die Zeit für einige Sekunden anzuhalten. Auch das geht aber nur an bestimmten Punkten, die von grün leuchtenden Statuen gekennzeichnet werden.
Da raucht die Glatze!
Quelle: Videogameszone.de
Drei Augen sehen besser als zwei: Die von Gnomen berittenen Zyklopen sind neu und besonders gefährlich. Wenn Sie erst den Reiter ausschalten, wird es einfacher.
All die neuen Fähigkeiten sind für sich genommen keine weltbewegenden Neuerungen. Das haben Sie alles schon mal so ähnlich in anderen Spielen gesehen. Doch die Entwickler schaffen es, sämtliche Begabungen auch sinnvoll in knifflige Rätsel einzubauen, was die Knobeleien noch interessanter macht, als die in Teil eins. An einer Stelle müssen Sie etwa vier Säulen mit Ankerpunkten nach oben kurbeln, damit Sie sich über ein Hindernis schwingen können. Das Problem ist nur: Sobald sie mit kurbeln fertig sind, senkt sich eine der Säulen wieder. Bis Sie zum Absprungpunkt gehechelt sind, ist die Konstruktion wieder unbrauchbar. Doch ein kurzer Blick durch den Level zeigt: Hier steht eine der nützlichen Zeit-Statuen. Also wieder gekurbelt, dann schnell die Zeit angehalten und durch ein Gängelabyrinth zurück zum Absprungpunkt. Und siehe da: Wenn Sie das Timing bei der Schwing-Aktion jetzt nicht verbocken, haben Sie es geschafft! Natürlich dürfen auch die obligatorischen Kisten-verschiebe-Rätsel nicht fehlen. Doch selbst die kommen fast immer mit einem besonderen Kniff daher, den Sie erst durchschauen müssen. In kaum einem anderen Action-Adventure gibt es so gelungene und abwechslungsreiche Kopfnüsse wie hier!
Mund zu, es zieht! Typhon versucht, uns mit seinem kalten Atem von der schmalen Brücke zu blasen. Aber das Bisschen Mundgeruch kann Kratos nicht schrecken.
Apropos Abwechslung: Wie diverse Trailer und Screenshots schon vorab verrieten, schwingt sich Kratos jetzt auch auf den Rücken eines Pegasus. Die Flugeinlagen, bei denen natürlich auch ordentlich gemetzelt wird, sind zwar nett, aber nicht sonderlich ergiebig. Länger als zwanzig Minuten wird selbst der ungeübteste Spieler nicht auf dem Flattermann sitzen. Bei einer Gesamtlänge von über 15 Stunden machen diese Sequenzen also nur einen Bruchteil des Spiels aus. Schade, denn optisch überzeugen die Himmelsausritte auf ganzer Linie.
Olympische Optik
Fast wie im richtigen Leben: Die Sirenen irritieren mit ihren weiblichen Reizen, dann betäuben sie mit nicht auszuhaltendem Gelaber und anschließend setzt es Prügel. Weiber ...
Überhaupt kann sich "God of War 2” wieder sehen lassen. Was hier aus der betagten PS2 gekitzelt wird, grenzt an ein Wunder. Im Hintergrund glänzen monumentale Bauten mit gestochen scharfen Texturen und Details bis in die letzte Ecke. Im Vordergrund stürzen sich vom Feinsten animierte Monster in allen Größen auf Kratos, der sich begleitet von bombastischen Effekten seiner weißen Haut erwehrt. Besonders beeindruckend ist, wie es die Leveldesigner mit geschickten Kameraeinstellungen und toller Architektur immer wieder schaffen, den Eindruck von gewaltigen Arealen zu erzeugen. Ein Beispiel: Sie landen auf einer Insel, vor die riesige Metall-Pferde gespannt sind. Kurze Zeit später rennen Sie schon hoch über dem Meeresspiegel über eine der Ketten, die das Gespann und die Insel verbinden, nur um anschließend auf dem Rücken der Pferde herumzuturnen -- im Hintergrund stets die Insel in Sicht. Später geht es zurück in einen Tempel auf dem Eiland. Dabei fällt der Blick immer wieder durch Fenster oder Tore auf die weit entfernten Pferde. Einfach atemberaubend! Und all das ohne Ladepausen, die gibt es nämlich schlicht und einfach nicht.
Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass natürlich auch die stimmige Musikuntermalung wieder ihren Teil zur äußerst gelungenen Atmosphäre beiträgt. Die einzige Kritik, die sich die Präsentation gefallen lassen muss, sind das relativ häufige Bildzerreißen (Tearing), wirklich seltene Ruckler sowie die mittelmäßige deutsche Synchro (dafür findet sich auch die englische Version auf der Disk). Aber das kann den überragenden Gesamteindruck kaum schmälern.
