God Hand

Test Andre Steinert

Clover Studios neuester und zugleich letzter Streich hätte das Zeug zum Hit, versetzt sich aber selbst den K.O.-Schlag!

Der Wilde Westen steht Kopf: Wenn euch giftige Chihuahuas ins Bein beißen, euch geschmückte Tanztunten mit dem Arsch ins Gesicht springen oder euch ein Gorilla im Wrestler-Outfit volle Kanne in die Klöten tritt, dann seid ihr nicht etwa noch im Silvester-Delirium, sondern habt Capcoms neuesten Prügler im PS2-Laufwerk.

Was zunächst nach spielbarem Kabel1-Neujahrsvormittagsprogramm mit den Italo-Lachern Terence Hill und Bud Spencer in den Hauptrollen klingt, stellt sich bei nüchterner Betrachtung dann doch als ausgeklügelte Wildwest-Wemserei mit Verstand heraus.

Mit göttlicher Kraft

Power Rangers plattmachen: Liegt ein Feind auf dem Boden, kann auch nachgetreten werden. Power Rangers plattmachen: Liegt ein Feind auf dem Boden, kann auch nachgetreten werden. Star der Comedy-Keilerei ist Gene. Das Großmaul trägt an seinem Arm die so genannte God Hand. Wie er zu dem Händchen gekommen ist, weiß er nicht mehr. Er erinnert sich nur noch an eine Schlägerei, bei der ihm sein rechter Arm abgehackt wurde. Als er später aus der Bewusstlosigkeit erwachte, hatte er nicht nur einen Brummschädel, sondern auch den neuen Superarm. Seitdem hängen ihm üble Schlägertypen und Dämonen an den Hacken, die es auf das göttliche Körperteil abgesehen haben.

God Hand Am schnellsten lassen sich die Schurken mit der Wunderfaust auf die Matte schicken. Brennt die Pranke, ist Gene unverwundbar, zudem schneller und schlägt härter zu. Die Hand verliert allerdings nach wenigen Sekunden an Kraft und muss für den nächsten Einsatz aufgeladen werden.

Selbst ist das Raubein

Ein Runde geht immer: Zwischen den Abschnitten könnt ihr im Casino zocken. Ein Runde geht immer: Zwischen den Abschnitten könnt ihr im Casino zocken. Könnt ihr die göttliche Kraft nicht ausspielen, wird's knifflig. Denn der Feindeskader sieht nur dumm aus. Im Handgemenge stellen sich die schrägen Schurken verdammt clever an. Eure Angriffe blocken sie meist sofort, oder sie kontern nach einem Ausfallschritt eiskalt mit einer Geraden. Zum Glück hat euer Alter Ego ein paar Abwehrbrecher drauf, mit denen ihr den Feind aus der Reserve lockt. Ein Tritt vors Schienbein oder ein Schlag in die Kronjuwelen, und schon hat die Faust wieder freie Fahrt.

Böses Mädchen: Euren Gegnerinnen könnt ihr hier mal gehörig den Hintern versohlen. Böses Mädchen: Euren Gegnerinnen könnt ihr hier mal gehörig den Hintern versohlen. Damit ihr schnell und problemlos nachsetzen könnt, haben sich die Capcom-Japaner ein pfiffiges Kombo-System ausgedacht. Anders als bei der Klopp-Konkurrenz drückt ihr nicht ellenlange Tastenkombinationen um eine Schlag- und Trittkombination vom Stapel zu lassen, sondern hämmert geschmeidig auf die Quadrat-Taste. Das Knöpfchen könnt ihr nach Belieben belegen. Stehen euch beispielsweise ein Lulatsch oder eine Domina auf Stöckelschuhen gegenüber, packt ihr die High-Kicks aus: Ein Aufwärtshaken unters Kinn, gefolgt von einem Abwehr durchbrechenden Schienbeintritt und danach ein Kung-Fu-Kick ins Gesicht und der abschließende Tritt in die Weichteile. Super!

Hier kommt das Vögelchen

Genickbruch: Alles, aber wirklich alles, was Gene in die Hand nimmt, geht früher oder später kaputt. Genickbruch: Alles, aber wirklich alles, was Gene in die Hand nimmt, geht früher oder später kaputt. Dank Kombo-Bausatz und der Vielzahl an Techniken könnt ihr euch auf jeden Angreifer optimal einstellen. Attackiert euch einer der zahlreichen Zwerge, bringen euch High-Kicks natürlich herzlich wenig. Kleine Kämpfer streckt ihr mit tiefen Tritten nieder, mit dem Kniekracher oder einem Fußfeger. Allerdings ist das ständige Move-Wechseln auf Dauer ein wenig lästig. Besonders Balgereien mit Endgegnern nerven. Bis man die optimale Kombo-Kette zusammengebaut hat, ist man mindestens 15 Mal vor die Hunde gegangen.

God Hand Dasselbe Schicksal ereilt euch meist auch abseits der Bosskämpfe - was allerdings nicht an den schlauen Strolchen, sondern am extrem blöden Kameramann liegt. Da ihr den rechten Analog-Stick für Ausweichmanöver braucht, könnt ihr dem Dummbatz nicht unter die Arme greifen, obwohl er es bitter nötig hätte.

Die Optik erinnert ans finstere PlayStation2-Mittelalter: Schwammige, farblose Texturen, triste, leblose Umgebungen und Grafikfehler an allen Ecken und Enden.

Wertung zu God Hand (PS2)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Ihr könnt auf über 100 verschiedene Moves zurückgreifenAlberne ZwischensequenzenGute SteuerungSkurrile Gegner
Der Kameramann scheint vollkommen besoffen zu seinAltbackene PräsentationClipping und viele Grafikfehler
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