Goat of Duty im Early-Access-Check: Männer, die auf Ziegen schießen - mit Video

Special David Benke 8,99 €
Goat of Duty im Early-Access-Check: Männer, die auf Ziegen schießen - mit Video
Quelle: PC Games

Unreal Tournament trifft Goat Simulator - das ist das absolut aberwitzige Konzept von Goat of Duty, dem neuesten Titel des italienischen Indie-Studios 34BigThings. Klingt im ersten Moment nach einem billigen Scherz, kann aber durchaus spaßig sein, wie wir uns während der Early-Access-Phase selbst überzeugt haben.

Wenn Ziegen Daumen besäßen, hätten sie wohl schon längst die Weltherrschaft übernommen - das ist wohl weitestgehend bekannt. Da es die Evolution mit den Hornträgern allerdings nicht ganz so gut meinte, mussten sich die Entwickler von 34BigThings einen anderen Grund überlegen, warum man in ihrem neuesten Titel Goat of Duty (jetzt kaufen 8,99 € ) plötzlich mit Paarhufern in die Schlacht zieht. Die Lösung: Ein verrückter Atomunfall, durch den die Ziegen auf einen Schlag intelligent genug wurden, um die Menschen von der Erdoberfläche zu tilgen. Moment. Oder spielte der Shooter vielleicht nicht doch in einem alternativen Paralleluniversum?

Na gut, eine Hintergrundstory gibt es dann wohl doch nicht. Stattdessen beschränkt sich Goat of Duty auf das Wesentliche: Ihr spielt eine bis an die Zähne bewaffnete Ziege, die sich mit anderen Artgenossen in rasanten Gefechten um Leben und Tod misst. Dabei fliegen nicht nur Kugeln, sondern auch Blut, Körperteile und der oder andere aggressive Blöker durch die Luft.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bockstarke Action

Das Gameplay präsentiert sich indes so simpel wie die Geschichte. Die Macher sparen sich jeglichen unnötigen Firlefanz und bieten euch stattdessen einen Arena-Shooter der alten Schule. Heißt im Klartext: Ihr müsst keine komplizierten Klassen und Charaktere kennenlernen, Fähigkeiten meistern oder gar (Gott bewahre) strategisch im Team spielen. Stattdessen startet ihr alle mit denselben Voraussetzungen und gebt euch einfach deftig aufs Fressbrett. Zwei bis zehn Spieler wetzen zu einem harten Metal-Soundtrack über kompakte Karten (die euch etwa auf eine futuristische Farm oder in ein altes Ritterdorf verschlagen) und der Beste gewinnt.

Eines wird schon nach wenigen Spielminuten klar: Goat of Duty spart nicht an Splatter-Effekten. Quelle: PC Games Eines wird schon nach wenigen Spielminuten klar: Goat of Duty spart nicht an Splatter-Effekten. Oder eben derjenige, der gerade den dicksten Ballermann ausgerüstet hat. In typischer Quake-Manier könnt ihr nämlich auf der Map verteilte Waffen aufsammeln. Genre-typisch werden dabei natürlich nur die großen Geschütze aufgefahren. Sprich: Railguns, Raketenwerfer oder Sägeblatt-Launcher. Die haben alle nicht nur ordentlich Bumms, sondern auch individuelle Stärken und Schwächen. Mit manchen Knarren könnt ihr beispielsweise dank Visier-Funktion besser zielen, andere bieten euch hingegen sekundäre Feuermodi.

Auch das Movement-System hat sich Goat of Duty von seinen klassischen Vorbildern abgeschaut. Auf euren vier Beinen seid ihr stets flott unterwegs, weicht gegnerischem Feuer durch Bunny-Hopping (oder besser Goat-Hopping?) aus oder verliert hier und da - dank diverser Jump-Pads - auch gerne mal komplett die Bodenhaftung. Auf Kommando habt ihr zudem die Möglichkeit, euch wie in Unreal Tournament tot zu stellen und die Konkurrenz so auszutricksen. Oder ihr macht alternativ mit lautem Gemecker sogar noch bewusst auf euch aufmerksam.
Mithilfe von Jump-Pads, die auf der Karte verteilt sind, könnt ihr wie eine tierische Kanonenkugel durch die Lüfte schießen. Quelle: PC Games Mithilfe von Jump-Pads, die auf der Karte verteilt sind, könnt ihr wie eine tierische Kanonenkugel durch die Lüfte schießen.

Kämpfen und Ziegen!

In Sachen Spielmodi zeigt sich Goat of Duty noch etwas schwach auf der Brust. Momentan könnt ihr euch lediglich in vier verschiedenen Spielvariationen miteinander messen. Neben klassischen Free-For-All- sowie Team-Deathmatches oder dem Wettrüsten beziehungsweise Waffenspiel (bekannt aus Counter-Strike oder Call of Duty) hat der Titel dafür aber immerhin noch ein ganz besonderes Schmankerl parat: die sogenannte Fus-Ro-Arena. Auf eigens für diesen Modus entworfenen Karten, versucht ihr dort, eure Gegner in den Abgrund oder riesige Zielscheiben zu stoßen - mithilfe einer Schockwellen-Kanone oder eines mächtigen Ramm-Angriffs. Das wird auch dank der skurrilen Ragdoll-Modelle eurer Ziegen und der albernen Musik im Hintergrund zu einem Heidenspaß.

Die über 20 "Bockstüme", die ihr mit jedem Levelaufstieg zufällig freischaltet, stecken voller popkultureller Anspielungen. Quelle: PC Games Die über 20 "Bockstüme", die ihr mit jedem Levelaufstieg zufällig freischaltet, stecken voller popkultureller Anspielungen. Auch sonst überzeugt der Titel mit viel augenzwinkerndem Humor. Sei es nun das Logo, das stark an World of Tanks erinnert, der Rage-Quit-Knopf, der euch aus einem laufenden Spiel direkt zurück auf euren Desktop befördert oder die Ingame-Bibliothek Ziegipedia, welche euch über die wichtigsten Spielmechaniken informiert - die Entwickler sparen nicht an zotigen Gags und Sprüchen. Die kommen besonders gut bei den Bockstümen zum Tragen. Das sind Outfits, die ihr für das Sammeln von EP und einhergehende Levelaufstiege erhaltet. Hier erwarten euch teilweise wunderschöne Anspielungen auf andere Videospiele - etwa der Strahlenanzug Fallbock, eine Hommage an Bethesdas Fallout.

Auch schön: Die Kostüme sind rein optischer Natur, bringen also keinerlei spielerische Vorteile mit sich und müssen auch nicht durch Ingame-Währung gekauft werden. So sind sie lediglich ein Statussymbol, mit dem ihr anderen Spielern zeigen könnt, was ihr alles auf dem Kasten habt. Wobei ihr nicht zwingend auf menschliche Gegner angewiesen seid. Sowohl online, als auch im Offline-Trainingsmodus, könnt ihr eure Spiellobby auch mit bis zu neun Bots füllen. Diese halten euch dank drei verschiedener Schwierigkeitsstufen stets auf Trab - und so bei Laune.

Nicht viel zu meckern

In der Fus Ro Arena versucht ihr, gegnerische Ziegen in den Abgrund oder tödliche Zielscheiben zu schubsen. Quelle: PC Games In der Fus-Ro-Arena versucht ihr, gegnerische Ziegen in den Abgrund oder tödliche Zielscheiben zu schubsen. Etwas zu mäh-keln gibt es abschließend aber natürlich auch. Momentan fehlt es Goat of Duty vor allem noch an Feintuning und genreüblichen Quality-of-Life-Funktionen. Ihr könnt beispielsweise nicht gezielt einem bestimmten Spiel beitreten, sondern landet immer recht wahllos in irgendeiner Lobby mit zufälligem Spielmodus. Ebenso lassen sich keine privaten beziehungsweise lokalen Matches hosten. Hinzu kommen kleinere Soundbugs und vereinzelte Abstürze, die jedoch höchstwahrscheinlich dem Early-Access-Zustand geschuldet sind.

Nachdem die Entwickler bereits in der ersten Woche Goatfix 0.0.1 folgen ließen, sind wir hier also guter Dinge, dass auch in Zukunft noch ordentlich nachgebessert und weiter neuer Content geliefert wird. So könnte dann auch die momentan noch etwas überschaubare Spielerschaft (zu Spitzenzeiten waren kurz nach Release lediglich 135 Spieler gleichzeitig online) ein wenig Zuwachs bekommen.

Meinung

Bildergalerie

.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk