Giga Wrecker Alt.: Das "andere" Spiel der Pokémon-Macher in der Vorschau / Gespielt
Special
Das unter Pokémon-Fans weithin bekannte Entwicklerstudio Game Freak, verantwortlich für die berühmten Spiele mit den japanischen Taschenmonstern, kann mehr als nur das. Mit Giga Wrecker Alt. beweist es ein geschicktes Händchen für Action-Adventures im Allgemeinen und düstere Science-Fiction-Dystopie im Speziellen. Wir haben die Konsolen-Version des Spiels, die im Laufe des Jahres für PS4, Xbox One sowie Switch erscheint, für mehrere Stunden auf Nintendos Hybrid-Konsole ausprobiert.
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In der dystopischen und von Robotern dominierten Science-Fiction-Welt von Giga Wrecker Alt. schlagt ihr euch durch, löst Rätsel, meistert Geschicklichkeitspassagen, verbessert kontinuierlich eure Fähigkeiten, erkundet nach und nach die Spielwelt und beweist euch in teils extrem (!) fordernden Boss-Kämpfen. Klingt nach einem typischen Metroidvania-Titel? Ist es im Grunde auch. Die Cyborg-Protagonistin namens Reika Rekkeiji verfügt nach einem Unfall und der anschließenden Versorgung durch einen augenscheinlich ziemlich verrückten Wissenschaftler (Doktor Kozuki) über einen künstlichen Arm mit fantastischen Fähigkeiten. Dank diesem ist sie nämlich in der Lage, von zerstörten Gegnern oder Hindernissen in der Spielwelt verteilte Nano-Partikel quasi magnetisch anzuziehen und als Waffe sowie nützlicher Quader auf verschiedene Arten zu nutzen. Das ist nicht nur im Kampf hilfreich, sondern erlaubt ebenso, die unzähligen Rätsel- und Geschicklichkeitspassagen des Spiels zu meistern.
Fordernd und anspruchsvoll
Wie es sich für ein ordentliches Metroidvania-Game gehört, sammelt ihr Baupläne und blaue Kugeln, mit deren Hilfe ihr eure Spielfigur kontinuierlich verbessert, beispielsweise durch erweiterte Lebensenergie, schnellere Regeneration oder mächtigere Fähigkeiten. Das wird spätestens beim ersten Boss-Kampf auch bitter nötig, denn wo die Rätsel zwar oftmals knifflig, aber nie unüberwindbar scheinen, trifft dies bei Auseinandersetzungen mit den Bossen zunächst im Grunde erst einmal immer zu. "Trial and error" beschreibt die Boss-Kämpfe wohl am besten. Nach einer kurzen Zwischensequenz werdet ihr ohne irgendwelche Erklärungen mitten in den Kampf geworfen und dieser hat es in sich. Die Bosse sind sehr mächtig, stark und extrem schnell. Bis ihr also an den Punkt kommt, wo ihr die Schwachstelle eures Widersachers erkennt, seid ihr schon x-mal gestorben. Noch mehr Game-Over-Screens bekommt ihr zu sehen, bis ihr die Angriffsmuster des Bosses verstanden habt und in der Lage seid, zu kontern. Und noch mehr Bildschirmtode sind nötig, bis ihr den mächtigen Widersacher tatsächlich bezwingt. Frustration ist hierbei die große Gefahr, denn in die Boss-Kämpfe müsst ihr euch richtig festbeißen, um zum Erfolg zu gelangen.
Zumindest bei den vielen Rätseln und Puzzles des Spiels, im Grunde das also, was das Game ausmacht, bekommt ihr aber Hilfe, wenn ihr das möchtet. Ein Roboter namens Dölma, so der Ikea-mäßige Name der helfenden Hand, gibt euch auf Anfrage zu jedem Rätsel einen Tipp, wie ihr zur Lösung gelangt. Dafür werden keine spielerischen Kosten fällig und die Anzahl der Tipps ist auch nicht begrenzt; uneingeschränkt hilfreich also, solltet ihr wirklich nicht weiterkommen. Obendrein ist auch die Physik des Spiels an vielen Stellen hilfreich. Dank dieser ist es nämlich fast immer möglich, Rätsel auf verschiedene Arten zu lösen, die vom Entwickler oftmals gar nicht so vorgesehen sind. Zudem bekommt ihr all eure Fähigkeiten zum Spielbeginn nach und nach erklärt, sodass ihr euch damit vertraut machen könnt. Und nicht zuletzt habt ihr vor dem Spielstart die Wahl aus mehreren Schwierigkeitsgraden.
Quelle: PC Games
Giga Wrecker Alt.: Das "andere" Spiel der Pokémon-Macher in der Vorschau / Gespielt (2)
Solide Technik
Giga Wrecker Alt. (jetzt kaufen 74,89 € ) wird von der Pokémon-Schmiede Game Freak entwickelt und erschien bereits im Februar 2017 für den PC, die Versionen für Switch, Playstation 4 sowie Xbox One folgen im Laufe des Jahres 2019, ein genaues Datum steht derzeit noch nicht fest. Neu bei der Konsolen-Version ist ein zusätzlicher, extrem anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad, der es angesichts des bereits sehr fordernden normalen Grades in sich haben dürfte. Die von uns mehrere Stunden gespielte Switch-Version läuft augenscheinlich bereits rund und problemlos, die Bildwiederholrate dürfte bei 30 FPS liegen, Einbrüche erlebten wir auch in hektischen Spielmomenten nicht, in denen viel auf einmal auf dem Bildschirm ablief.
Das Spiel ist grundsätzlich sehr arm an Musik, wird an manchen Stellen wie den Boss-Kämpfen aber dafür umso mehr angeheizt durch treibende elektronische Musik. Dieser krasse Widerspruch ist zugleich als Stilmittel zu verstehen, denn euer Adrenalinausstoß passt sich dem Auf und Ab der musikalischen Begleitung an. Das ist Absicht und funktioniert erstaunlich gut. Ebenfalls erstaunlich ist die Steuerung: Zu Beginn fühlt ihr euch ob der Anzahl der Fähigkeiten und ihrer Verwendung noch regelrecht überfordert, doch bereits nach ein, maximal zwei Stunden habt ihr all das so verinnerlicht, dass ihr die Controller-Buttons (vor allem in den extrem hektischen Boss-Kämpfen) geradezu virtuos im rasanten Tempo korrekt betätigt. Hier ist die Lernkurve steil und sehr befriedigend. Giga Wrecker Alt. konnte uns beim Anspielen von seinen Qualitäten insgesamt deutlicher überzeugen, als wir im Vorfeld vermuteten.
