Nachricht von Nintendo: In Ihrem Cube spukt ein Spektralwesen herum. Gekonnter Grusel oder geistlose Ballerei? Unser Test verrät's!
C omputer-Abstürze, Schnarcher auf der Autobahn, Regen im Sommer: Das Leben ist manchmal zum Aus-der-Haut-Fahren! Nintendos Shooter-Adventure-Mix "Geist" nimmt diesen Ausspruch wörtlich und macht Sie zur verlorenen Seele, die nach ihrer sterblichen Hülle sucht. Ob die Spukgestalt dabei auch den Spielspaß findet?
STORY: Eine Spezialeinheit, eine Organisation mit dem Namen Volks Corporation und übernatürliche Experimente: Diese Story-Grundlage -- bisher erst rund 3.523 Mal in Videospielen verwendet -- führt auch bei "Geist" zu unheilvollen Ereignissen. Ganz hart trifft's John Raimi: Der Recke wird in eine Maschine gesteckt, die seinen Geist vom Körper trennt. Fortan schwebt er als Dunstwolke umher und fahndet nach den Drahtziehern der Leibesentziehung.
SPIEL: Eigentlich ist das Rumschwirren als Gespenst gar nicht so übel: Wachmänner können Sie nicht sehen und Sie flutschen selbst durch winzige Schlupflöcher hindurch. Dumm nur, dass Spektralwesen nicht mit realen Gegenständen interagieren können -- selbst simples Köpfchendrücken bleibt ein Wunschtraum. Was tun? Ganz einfach: Sie suchen sich einen Wirtskörper, den Raimi für seine Zwecke missbrauchen kann. Voraussetzung: Die Wirtsleute müssen im Vorfeld erschreckt werden, sonst klappt's nicht mit der Übernahme. Also ist Geisterstunde angesagt: Sie schlüpfen beispielsweise ins Innere eines Rechners, bringen diesen zum Absturz und schocken damit den Computeringenieur. Die rote Aura des Kerls signalisiert: Ich mach' mir in die Hose, lass mich dein willenloser Handlanger sein!
Obwohl ein Großteil der "Geist"-Spielzeit mit solchen Intermezzi angefüllt ist, stehen auch Shooter-Einlagen auf dem Plan. Mit Maschinengewehr und Granaten heizen Sie der Feindesbrut ein. Wer lieber gegen menschliche Kontrahenten ballert, freut sich über den Mehrspieler-Modus für bis zu vier Splitscreen-Teilnehmer. Witzig: Auch hier können Sie als Geist herumschwirren und sogar in die Körper von Kollegen schlüpfen!
FAZIT: Wirklich schade: Trotz der tollen Körperwechsel-Idee versumpft "Geist" im oberen Action-Mittelfeld. Schuld daran ist die teils erschreckend veraltete Technik: Strunzdumme Gegner, Matschtexturen und Ruckelzuckel-Grafik erinnern an PC-Shooter von vor fünf Jahren. Trotzdem gebührt den Entwicklern ein Lob für ihre humorigen Ideen: Wenn Raimi als hüpfendes Hundefutter (!) einen Köter erschreckt, muss man schon mal schmunzeln -- Mageroptik hin oder her!TK
