Die ganze Welt wird von Aliens regiert. Die ganze? Nein, eine kleine Gruppe leistet den extraterrestrischen Besatzern Widerstand!
Das beste Strategiespiel des Jahres (auch wenn das Jahr noch sehr jung ist) heißt XCOM 2 und erscheint exklusiv für den PC. Klar, dort ist auch das Gros der Zielgruppe beheimatet. Durch die Konzentration auf eine Plattform konnte Firaxis den Titel ohne Rücksicht auf eventuelle Ports und Konsolen-Features zu dem hochpolierten Stück Software machen, das uns für den Test etwa 40 äußerst vergnügliche Stunden beschäftigte.
Quelle: Games Aktuell
Königlich: Die Archons erinnern an ägyptische Gottheiten. Diese Aliens können fliegen, Explosionen auslösen und sind auch im Nahkampf gefährlich. (PC)
Alien-Overlords
Die Aliens haben gewonnen. 20 Jahre nach den Ereignissen von XCOM sind sie die Herrscher der Erde, stellen die Regierung und schmieren der Menschheit durch das gönnerhafte Bereitstellen von luxuriöser Technologie Honig ums Maul. Dabei haben die Besatzer aber insgeheim äußerst finstere Pläne. Als Mitglied der letzten Alien-Abwehrgruppe XCOM liegt es nun an euch, das amtierende Regime zu schwächen. Gar nicht so einfach, wenn die Technologie der Außerirdischen der der Menschen haushoch überlegen ist.
Im Grundsatz gleicht das Spielprinzip dem des Vorgängers: Ihr führt unterschiedliche Kämpfer in rundenbasierte Schlachten. In XCOM 2 geht es aber deutlich abwechslungsreicher zu, die Primär- und Sekundärziele kommen in einer großen Varianz daher und selbst die Karten werden aus bestimmten Elementen, die zur jeweiligen StoryMission passen, per Zufall generiert, sodass kein Durchgang dem anderen gleicht. Damit das Unterfangen nicht zu simpel ist, gibt es bei manchen der Levels innerhalb der Story ein Zuglimit. Das ist aber meist mehr als ausreichend, um eine erfolgreiche Strategie auf die Beine zu stellen.
Quelle: Games Aktuell
Weitreichend: Die Maps erstrecken sich nicht nur auf einer Ebene, Vertikalität ist ein wichtiger Bestandteil. (PC)
Auch Items, die Gegner fallen lassen, bleiben nur eine gewisse Zeit auf dem Feld, bevor sie verschwinden. Wer sich in XCOM 2 außerhalb des Sichtbereichs der Feinde bewegt, kann sich nun von hinten anpirschen oder Gegnern ganz aus dem Weg gehen. Trotz der Nutzung des allgemein als wenig dynamisch verrufenen Spielprinzips namens Rundenstrategie ist es also ziemlich spannend, sich mit den Aliens zu beharken!
Quelle: Games Aktuell
Ein gutes Team: Der Verlust eines Kämpfers schmerzt. Anfangs kann man vier Soldaten mit ins Gefecht nehmen, später bis zu sechs Stück. (PC)
Frust und Lust
Jeder Kämpfer kann pro Zug zwei Aktionen ausführen. Laufen, schießen, heilen? Die Entscheidungen wollen wohlüberlegt sein, denn XCOM 2 fasst euch nicht mit Samthandschuhen an. Vielmehr ist bereits der zweite von vier Schwierigkeitgraden eine ziemliche Herausforderung, wenn man nicht schon Erfahrung mit dem Vorgänger gesammelt hat. Macht euch auf einer Map voller starker Feinde der Zufall einen Strich durch die Rechnung - wenn etwa ein Schuss, der mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent treffen sollte, am Gegner vorbeirauscht - dann wirkt ein Neuladen des letzten Speicherstandes verlockend.
Doch XCOM 2 lässt keine Gnade walten, eure Aktion wird immer zum gleichen Ergebnis führen. Ähnlich wie etwa bei Dark Souls geht es gelegentlich frustrierend zu, doch meistens sitzen die Fehler hinter dem Bildschirm. Wesentlich komplexer als im Vorgänger ist das Klassensystem. Fünf verschiedene Arten von Einheiten gibt es, diese lassen sich außerdem spezialisieren. Ein Scharfschütze kann zum Beispiel zum Pistolero umschulen und dann mehrere Feinde pro Zug attackieren.
Dann gibt es noch den klassischen Grenadier, den Spezialisten, der eine Drohne dabei hat, den Psi-Soldaten mit übersinnlichen Fähigkeiten und den Ranger (mit Machete für Nahkampfattacken). Bei Stufenaufstieg wählt man zwischen zwei Fähigkeiten. Solltet ihr euch falsch entscheiden, ist das nicht allzu schlimm - die Auswahl lässt sich rückgängig machen, ihr könnt also experimentieren. Wie die Recken aussehen, ist euch überlassen. Mit dem Editor versieht man seine Figuren mit Bärten, Piercings und Accessoires. Die Kreationen kann man zudem speichern, sodass ihr nach Ableben eurer Lieblinge ein Back-up habt.
Quelle: Games Aktuell
In Deckung: Die Nutzung von Barrieren als Schutz und das Flankieren der Gegner ist extrem wichtig. (PC)
Basenbauer
Als Basis für euer Team dient ein gekapertes Alien-Raumschiff, mit dem ihr die unterschiedlichsten Orte auf der Welt ansteuert und Kontakt zu anderen Widerstandszellen aufbaut. An Bord befindet sich Platz für viele Verbesserungen und eure Wissenschaftler arbeiten stets flei ßig an der Erforschung neuer Technologien und Waffen.
Auch hier ist Taktik gefragt - verbessert ihr euer Psi-Labor? Oder errichtet ihr ein Kriegszentrum? Wer genug hat von der (sehr schlauen) KI und der unterhaltsamen Einzelspielerkampagne, der widmet sich dem Mehrspielermodus, bei dem man gegen menschliche Feinde antritt, oder man taucht ein in die schillernde Welt der Mods. Technisch gibt es außer kleinen Clipping-Fehlern kaum etwas zu bemängeln, der Schritt zur PC-Exklusivität sorgte dafür, dass XCOM 2 brillant aussieht und sich hervorragend steuern lässt. Den bereits sehr guten Vorgänger stellt XCOM 2 somit komplett in den Schatten.
Wer XCOM 2 spielen will, muss nicht unbedingt einen hochmodernen PC besitzen. Alleine damit das Spiel läuft, reichen Grafikkarten ab einer Radeon HD 5770 oder einer Geforce GTX 460 aus, Prozessoren sollten mindestens 2,6 GHz Leistung erbringen. Wer die schönste Version des Spiels genießen will, der hat jede Menge Luft nach oben, ein Quad Core Prozessor sollte es schon sein. Egal, welcher Rechner: für XCOM 2 benötigt ihr 45 GB Speicherplatz.
Entwickler: Firaxis | Hersteller: 2K Games | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: Ab 16 | Auch als Download erhältlich!
