Starcraft 2: Legacy of the Void im Test: Gelungener Abschluss der Sci-Fi-Trilogie
Test
Es ist vollbracht: Der dritte und letzte Teil von Starcraft 2 ist endlich erschienen und schließt die 1998 mit Starcraft begonnene Story um Terraner, Zerg und Protoss ab.
17 Jahre nach Starcraft und fünf Jahre nach dem Auftakt der Trilogie kommt die Saga endlich zu ihrem Ende. Die Geschichte rund um Terraner, Zerg und Protoss ist damit abgeschlossen und die Kampagne bis auf Ausnahmen nicht sonderlich überraschend, aber packend und gelungen erzählt. Innerhalb der etwa zehn bis 15 Stunden Spielzeit im Einzelspielerpart hat man die Aufgabe, die Protoss-Völker zu einen und gegen die bösartige Gottheit Amon ins Feld zu führen. Alle offenen Erzählstränge werden zu einem ordentlichen Ende gebracht und die Geschichte in Zwischensequenzen bombastisch präsentiert. Das eine oder andere erzählerische Klischee muss man ertragen und bisweilen nimmt der Kitschfaktor überhand, Veteranen aber dürften mit der Handlung dennoch vollends zufriedengestellt werden.
Nützlicher Rohstoff
Quelle: Games Aktuell
Viel zu tun: In allen Missionen gibt es Bonusziele. Als Belohnung bekommt man die Ressource Solarit. (PC)
Als mobile Einsatzzentrale der Protoss dient das Raumschiff Speer von Adun, das man mithilfe des Materials Solarit aufwertet. Diesen Rohstoff erhält man unter anderem beim Erfüllen von Bonuszielen. Je nach Upgrade der Einsatzbasis kann man zum Beispiel Angriffe aus dem Orbit einleiten oder man profitiert von passiven Boni. Raum für Experimente ist immer gegeben, denn die Solarit-Fähigkeiten können frei getauscht werden. Vor einem Einsatz legt man an Bord zudem die Einheiten fest, die in der nächsten Mission eingesetzt werden sollen. Von jedem Einheitentyp gibt es drei Varianten, die nach und nach freigeschaltet werden und sich stark unterscheiden.
Die Nahkampfkrieger gibt es als Berserker, die Flächenschaden anrichten, als Prätorianer, die Feinde kurzzeitig betäuben, und als Vollstrecker, die nach dem Tod wiederauferstehen, sich dafür aber nur sehr langsam fortbewegen. Die abwechslungsreichen Aufgaben in der Kampagne bringen dem Spieler die unterschiedlichen Einheiten der Protoss näher (manchmal spielt man auch nur einzelne Helden) und bereiten ihn - zumindest auf höheren Schwierigkeitsgraden - auf die Mehrspielergefechte vor. Diese machen abermals einen großen Teil der Faszination von Starcraft aus.
Miteinander gegeneinander
Quelle: Games Aktuell
Störenfried: Dieses Monster macht dem Spieler in einer Story-Mission regelmäßig das Leben schwer. (PC)
Neben den obligatorischen Online-Matches gegen andere Spieler vertreibt man sich im Koop-Modus die Zeit. Jeder Teilnehmer entscheidet sich vor Beginn des Matches für einen von sechs Helden (zum Beispiel Sarah Kerrigan), der zwar nicht auf dem Spielfeld auftaucht, dessen Spezialfähigkeiten aber in das Geschehen eingreifen. Der Terraner Jim Raynor zum Beispiel beordert das Schlachtschiff Hyperion kurz an die Front, Ingenieur Swann ermöglicht es, Lasergeschütztürme zu errichten. Mit fünf verschiedenen Missionen ist der Umfang des Koop-Parts nicht riesig, aber man kommt man auf diesem Wege an Erfahrungspunkte, mit denen man unter anderem den Helden verbessert.
Wer sich noch nicht an den kompetitiven Mehrspielermodus gewagt hat, wird im Archon-Modus sanft an die Thematik herangeführt. Hierbei spielt man ebenfalls mit einem anderen General zusammen und teilt sich die Befehlsgewalt über eine Armee. Mit Voicechat ist die Absprache einfacher als ohne, ein Matchmaking gibt es in diesem Modus nicht. Auch am Kern des Spiels, den Mehrspielerauseinandersetzungen, hat sich einiges geändert. Flotter geht es nun zu in den Partien, waren zuvor etwa sieben Minuten Zeit nötig, um eine Armee auszuheben und die Basis zu errichten, kann man in Legacy of the Void schon nach etwa drei Minuten in den Kampf ziehen. Das liegt unter anderem an der erhöhten Zahl Arbeiter beim Start eines Matches. Mit zwölf Einheiten verfügt man nun über die doppelte Arbeitskraft.
Die Ressourcen im Startgebiet gehen deutlich schneller zur Neige, weshalb man früher expandieren muss. Allerdings setzt das gerade Neulinge unter Druck, die sich in Windeseile mit gegnerischen Angriffen auseinandersetzen müssen, was durchaus zu Frust führen kann. Durch das Matchmaking spielt man aber meistens mit Zockern auf einem ähnlichen Level. Jede Fraktion erhält außerdem zwei neue Einheiten, darunter zum Beispiel der Disruptor bei den Protoss, der für kurze Zeit unverwundbar ist und danach einen verheerenden Angriff entfesselt. Insgesamt ist der Mehrspielerpart nach wie vor ein äußerst vergnügliches Unterfangen, sobald man sich die wichtigsten Kniffe angeeignet hat. Das Balancing ist dabei serientypisch sehr ausgeglichen. Nicht umsonst gehört Starcraft nach wie vor international zu einem der beliebtesten Spiele im Bereich E-Sport. Wer in das Spiel hineinschnuppern will, kann kostenlos die ersten vier Missionen des ersten Teils der Trilogie zocken.
Unter alten Freunden
Quelle: Games Aktuell
Einfallsreich: Die Mission der Kampagne, bei der man mithilfe von beweglichen Plattformen neue Bereiche erschließen muss, gehört zu den Highlights. (PC)
Trotz neuer Einheiten und Änderungen beim Spieltempo erfindet Legacy of the Void weder das Genre noch die Serie neu. Angesichts der hervorragenden Spielbalance wäre das aber auch verwunderlich. So handelt es sich beim Ende der Trilogie um ein sehr gutes Strategiespiel, das die Saga mit einem befriedigenden Abschluss versieht. Und wer die Schicksale von Protoss und Co. seit Jahren verfolgt, der wird trotz der Klischees alles andere als ungerührt zurückbleiben.
Als kleinen Bonus gibt es drei Epilog-Missionen, am Ende der Kampagne, die die Geschichten von Raynor und Kerrigan abschließen. Technisch gibt es nichts zu bemängeln. Steuerung, Optik, Sound sind gut gelungen, alles läuft sauber. Ganz vorbei ist es mit Starcraft übrigens nicht. Ab März 2016 soll ein ebenfalls dreiteiliger DLC zur Spieletrilogie veröffentlicht werden.
